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Gesellige Runde: Aaron (re.) und Sarah (3. v. re.) mit Walburga Fuhrbach-Alt (2. v. re), deren Sohn Matthias (Mitte), Hans Buda (2. v. li.) und dem befreundeten Ehepaar aus Kassel. 

Zurück zu den Wurzeln

Geschwister aus Israel besuchen nach 70 Jahren Waldram

Zurück zu den Wurzeln: Aus Tel Aviv zog es kürzlich  ein Geschwisterpaar nach Waldram. Seit ihrer Zeit im LagerFöhrenwald hat sich der Ort verändert.

Waldram– Nach wie vor besteht ein Interesse ehemaliger Bewohner des Lager Föhrenwald in Waldram, an die Stätten ihrer Kindheit zurückzukehren. Kürzlich reiste das jüdische Geschwisterpaar Sarah und Aaron – ihre Nachnamen wollen sie nicht in der Zeitung lesen – aus Tel Aviv an, um nach 70 Jahren Orte ihrer Kindheit aufzusuchen.

Suche nach dem ehemaligen Haus

Dank der spontanen Hilfsbereitschaft mehrerer Waldramer Familien erlebten die 70 und 76 Jahre alten Besucher einen äußerst interessanten und geselligen Nachmittag. Walburga Fuhrbach-Alt erzählt, wie es zu der Zufallsbegegnung kam: Die Geschwister hatten ihren Sohn Matthias im Edeka nach dem Haus gefragt, in dem sie früher gelebt hatten. Weil der junge Mann nicht sofort weiterhelfen konnte, lief er mit den Besuchern die paar Meter zum Haus von Hans Buda.

Der Wolfratshauser Kulturpreisträger gilt als das wandelnde Gedächtnis von Waldram. Vor 60 Jahren kam der heute 80-Jährige als einer der ersten Siedler in den Stadtteil. Buda konnte Sarah und Aaron nicht nur alles zeigen, er führte ihnen auch seine Multimedia-Show „50 Jahre Waldram“ vor.

Ortsbild hat sich verändert

Sarah hat keine Erinnerungen mehr an die Zeit im Lager. Sie wurde 1947 im Krankenhaus Föhrenwald geboren. Aaron dagegen war sechs Jahre alt, als er und seine Familie das Lager verließen. Dass sich mittlerweile das Ortsbild sehr verändert hat, sei ihm schon bewusst gewesen, sagte er bei seinem Besuch.

Doch er erkannte auch vieles wieder. So erinnerte er sich, dass er mit seinem Vater die Straßen mit dem Fahrrad erkundet hatte. 1946 lebten rund 5900 Displaced Persons (DP) im Lager Föhrenwald. Es herrschte stets reger Betrieb. Erstaunen verriet Aarons Gesicht, als er an die Stelle zurückkehrte, an der er das Schwimmen erlernt hatte – die Isar in Waldram.

Zwetschgendatschi nach der Führung

Nach der Führung aßen alle gemeinsam im Wohnzimmer der Budas von Walburga Fuhrbach-Alt gebackenen Zwetschgendatschi. Sarah und Aaron waren in Begleitung eines befreundeten Ehepaars aus Kassel gekommen, sodass man eine große Kaffeerunde bildete. „Nach einigen sehr netten und interessanten Stunden trennten sich unsere Wege wieder mit der Aussicht, in Kontakt zu bleiben“, erzählt Fuhrbach-Alt. Die Besucher hätten sich überschwänglich bedankt und Matthias zu einem Gegenbesuch nach Tel Aviv eingeladen.

Tanja Lühr

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