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Der Beuerberger Klaus Koch, Grünen-Gemeinderat und Dritter Landrat, hält nach eigenen Worten „sehr viel“ von der Online-Petition für den Gelben Sack.

Im Gespräch mit Klaus Koch

Petition für Gelben Sack „legt Finger in die Wunde“

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Bad Tölz-Wolfratshausen - 1153 Menschen haben sich bis gestern Abend über die Online-Petition des Gaißachers Alexander Hofmann bereits für die Einführung des Gelben Sacks ausgesprochen. Klaus Koch geht noch einen Schritt weiter. Der Dritte Landrat und seine Grünen-Fraktion im Kreistag würden im Landkreis am liebsten die Wertstofftonne einführen. Im Gespräch mit unserem Redakteur Frederik Lang erläutert der Beuerberger, warum.

Herr Koch, was halten Sie von der Petition für den Gelben Sack?

Sehr viel. Sie legt den Finger in eine Wunde. Das Tölzer Konzept funktioniert sehr gut und hat treu seinen Dienst geleistet. Man muss aber schauen, ob es Potenzial für Weiterentwicklungen gibt.

Gelber Sack oder Wertstofftonne – welche Rolle spielt das schon?

Eine große. Es wird definitiv eine Veränderung im Kreislaufwirtschaftsgesetz kommen und uns zu einer anderen Erfassungsart für unseren Müll zwingen. Darauf müssen wir reagieren. Ob die Tonne dann gelb, orange oder lila ist, spielt keine Rolle. Unsere Fraktion würde jedenfalls sofort im Kreistag beantragen, die Tonne einzuführen.

Warum?

Wenn die Veränderung kommt, dürfen neben Verpackungen künftig auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen in die Tonne. Zum Beispiel Gießkannen oder Bobbycars, aber auch elektronischer Kleinschrott. Dinge also, die bisher getrennt entsorgt werden mussten oder nicht durch die Öffnungen der Wertstoffinseln gepasst haben. Natürlich könnte man all das auch in den Wertstoffhöfen abgeben. Ich halte die Tonne aber für praktischer.

Ein bisschen genauer, bitte...

In die Tonne passt einfach mehr rein, man könnte das Problem mit den vermüllten Wertstoffinseln endlich lösen, die es dann nicht mehr gäbe, und die Autofahrten zu den Sammelstellen würden wegfallen. Neben dem praktischen gäbe es also auch einen ökologischen Aspekt.

Theoretisch könnte man jetzt schon im Kreis auf die Gelbe Tonne umstellen.

Theoretisch ja. Wir sollten aber abwarten, was der Gesetzgeber will. Stand jetzt dürfen wie gesagt weder Elektroschrott noch stoffgleiche Nichtverpackungen in die Tonne. Das könnte sich aber ändern. Es wäre Unsinn, jetzt die Gelbe Tonne zu beantragen, wenn das System in einem Jahr vielleicht überarbeitet wird und wir dann eine Orangene Tonne bekommen. Wir brauchen erst Klarheit.

Wäre die Tonne für den Bürger eine große Umstellung?

Sie wäre vor allem eine Erleichterung. Man könnte mehr reinwerfen als in den Gelben Sack. Die Tonne steht vor der Tür, sie ist rundum geschlossen, es gibt also keine Probleme mit der Geruchsentwicklung. Man müsste nicht einmal die Joghurtdeckel abwaschen. Der Gelbe Sack reißt immer mal wieder auf. Mit der Tonne passiert das nicht. Bei aller Liebe für das Holsystem darf man eines aber nicht vergessen.

Was denn?

Sobald ich einen Wertstoff in der Hand halte, habe ich den ersten Fehler schon gemacht. Dass wir in Sachen Abfallvermeidung nach wie vor Aufklärungsbedarf haben, daran ändert sich nichts.

Zurück zur Tonne. Auch wenn die Veränderung kommt – es gibt noch strittige Punkte.

Der Gesetzgeber diskutiert noch, ob die Kommune den Müll überhaupt einsammeln darf. Ich bin der Ansicht, dass die Kommune die Hoheit über den kommunalen Müll haben sollte. Es kann nicht sein, dass sich eine Kommune mit einem Unternehmen um das Recht an der Entsorgung duellieren muss.

Befürchten Sie höhere Kosten für die Bürger im Landkreis?

Nein. Das Prinzip bleibt ja das Gleiche. Wir hätten zwar ein anderes Erfassungssystem, an der Finanzierung über Lizenzgebühren und am Wertstoffkreislauf würde sich aber nichts ändern. Ein Teil der Wertstoffe wird weiterhin thermisch verwertet. Sie werden halt nur an anderer Stelle sortiert. Es sollte unbedingt das Ziel sein, die Müllgebühren weiter stabil zu halten.

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