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Wutbürger: Immer mehr Menschen lassen ihren Aggressionen auch gegenüber Polizisten freien Lauf.

Auch hiesige Inspektionen sind betroffen 

Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Wolfratshausen/Geretsried – Polizisten werden immer häufiger das Ziel von Beleidigungen oder tätlichen Angriffen. Das macht sich auch in den hiesigen Dienststellen bemerkbar.

Zwei Beamte werden zu einer Auseinandersetzung gerufen. Anwohner haben die Polizei alarmiert, weil sich drei junge Erwachsene gegen 23 Uhr lautstark streiten. Die Kontrahenten sind über das Eintreffen der Uniformierten alles andere als erfreut. Ein 21-Jähriger geht die Beamten körperlich an und beleidigt die Einsatzkräfte – die Polizei ist gezwungen, Verstärkung zu rufen.

Dieser Polizeieinsatz in Geretsried ist nur wenige Tage her und kein Einzelfall. „So etwas passiert leider immer häufiger“, berichtet Manuel Luferseder . „Immer öfter werden meine Kollegen beleidigt und attackiert.“ Der stellvertretende Geretsrieder Polizeichef wurde kürzlich selbst angegangen. Bei einem Einsatz im Eisstadion rempelte ihn ein betrunkener Zuschauer von hinten an. „Ich wäre fast die Treppen hinuntergestürzt“, berichtet Luferseder . Er sprach den Rüpel an. „Der hat sofort aggressiv reagiert“, erinnert sich der Polizeichef.

Auch in Wolfratshausen mehren sich Fälle von Beleidigung und Körperverletzung gegen Polizisten. „Das ist ein zunehmendes Problem“, bestätigt Dienststellenleiter Werner Resenberger. „Das zieht sich durch alle Alters- und Gesellschaftsstrukturen. Es gibt nicht die eine Gruppe, mit der wir Probleme haben.“ Ein Kollege Resenbergers bekam die Wut eines Bürgers kürzlich körperlich zu spüren. Im Sommer vergangenen Jahres wurde er an den Marienplatz gerufen. Vier Jugendliche randalierten dort in der Nacht lautstark. Als der Beamte die Personalien der Vandalen feststellte, versetzte ihm ein 22-Jähriger einen heftigen Schlag ins Gesicht. „Er war danach einige Wochen dienstunfähig“, berichtet Resenberger . „Solche Fälle machen betroffen.“

Hilfe von Passanten erhalten die Beamten nur selten. „Man fühlt sich in solchen Situationen sehr oft allein gelassen“, klagt Resenberger. Luferseder berichtet Ähnliches: „Wenn ein Mensch aus einer Gruppe heraus gegen einen Kollegen wettert oder ihn attackiert, schließt sich der Rest seiner Clique oft sogar an.“ Die Beamten stünden dann vier oder fünf Aggressoren gegenüber. Allerdings sei gelegentlich auch das Gegenteil der Fall: „Manchmal versuchen die Begleiter aber auch, deeskalierend auf ihren Freund einzuwirken.“

Woher die Aggression gegen Polizisten rührt, da können die Polizeichefs nur Vermutungen anstellen. „Wir repräsentieren den Staat“, sagt Luferseder . Eine grundsätzliche Abneigung gegen dessen Vertreter sei eine mögliche Erklärung. „Außerdem sind wir Polizisten oft die Spielverderber. Da kommt bei manchen Frust auf.“ Einig sind sich die Dienststellenleiter in folgendem Punkt: „Alkohol spielt eine gewaltige Rolle.“ Einige Betrunkene, die den Beamten aggressiv gegenübertreten, „würden das nüchtern nicht tun“, vermutet Luferseder.

Werner Resenberger wünscht sich Maßnahmen zur Abschreckung potenzieller Täter. „Wir hoffen in solchen Fällen auf empfindliche Strafen.“ Würden harte Urteile publik, so mutmaßt der Wolfratshauser, könnten einige davor zurückschrecken, ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen. Luferseder pflichtet dem voll und ganz bei. Er plädiert für eine Gesetzesnovelle. „In Österreich gibt es bereits Strafen für respektloses Verhalten gegenüber Polizisten.“ In Deutschland werden Beleidigungen mit einer Geld-, in drastischen Fällen sogar mit einer Haftstrafe geahndet.

von Dominik Stallein

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