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Die Wasserqualität des Badweihers könnte durch die Investition der Stadt in den Kanal steigen. 

Stadt investiert in Kanalausbau

Gibt es neue Hoffnung für den Wolfratshauser Badweiher?

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Die Stadt Wolfratshausen pumpt gut 270.000 Euro in den Kanalausbau. Ein Nebeneffekt: Die Wasserqualität des Badweihers könnte sich durch die Maßnahme verbessern.

Wolfratshausen Der Hintergrund der hohen Investition ist die neu zu beantragende wasserrechtliche Genehmigung für den Regenwasserkanal in der Beuerberger Straße/Am Poign. Die alte Erlaubnis, ausgestellt vom Landratsamt, ist Ende 2011 erloschen. Zudem hat das Wasserwirtschaftsamt Weilheim 2015 eine Neuermittlung des Einzugsgebietes sowie den Nachweis verlangt, dass das Kanalrohr ausreichend dimensioniert ist.

Der Stadtrat sprach sich in seiner Juni-Sitzung für einen Rohrdurchmesser von einem Meter aus – und in Richtung Norden soll ein Damm gebaut werden, der rund 20 Zentimeter über Straßenniveau liegt. Gesamtkosten: 271 300 Euro.

Leistungsfähige Variante, die auch für extreme Regengüsse ausgelegt ist

Der Entscheidung vorausgegangen war ein Fachvortrag des Wolfratshausers Dr. Manfred Schindler, Mitarbeiter des Ingenieurbüros Dr. Blasy/Dr. Øverland in Eching am Ammersee. Schindler hat das Einzugsgebiet des Regenwasserkanals im Auftrag der Kommune geprüft und ist zu dem Schluss gekommen: Es muss eine sichere Ableitung des Niederschlagwassers gewährleistet werden, weil am Rainer-Maria-Rilke-Weg eine Bebauung geplant ist und somit Fläche versiegelt wird.

Laut Schindler beginnt das Einzugsgebiet des Kanals am Golfplatz über den Dächern der Flößerstadt und führt über den Bergkramer Tobel in den Kanal. Durch den fließt das Wasser in die Loisach und den Badweiher.

Der Ingenieur empfahl den Stadträten eine leistungsfähige Variante, die auch für Regengüsse ausgelegt ist, die statistisch betrachtet nur alle 100 Jahre zu befürchten sind. Mit Blick auf die Klimaveränderung fragte Stadtrat Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) nach, ob es nicht sinnvoll sei, die Sicherheitsreserven durch einen noch größeren Rohrdurchmesser weiter in die Höhe zu schrauben. „Absolute Sicherheit gibt es nicht“, sagte Schindler. „Es kann immer zu Naturereignissen von bis dato unbekanntem Ausmaß kommen.“ Bedenken von Renate Tilke (CSU), dass durch das neue Kanalrohr bei Starkregen so viel Wasser in die Loisach schießt, dass die Hochwassergefahr exponentiell steige, zerstreute Schindler. Ein einzelnes, in der Regel kurzzeitiges Gewitter mit Starkregen löse keine Hochwasserkatastrophe aus.

Wird die Wasserqualität optimiert? 

Dr. Manfred Fleischer (CSU) plädierte dafür, die Gelegenheit zu nutzen, um die Wasserqualität des Badweihers zu optimieren. Er schlug vor, die Abzweigung des neuen Kanals so zu gestalten, dass das Niederschlagswassers künftig direkt in die Loisach geleitet wird – und nur bei besonders starkem Regen auch in den Badweiher. Annette Heinloth (Grüne) pflichtete Fleischer bei: „Wenn wir schon so viel Geld investieren, sollten wir das Thema Badweiher berücksichtigen.“ Im Zuge der weiteren Planungen der Kanalerneuerung durch das Ingenieurbüro soll nun die Auswirkung auf die Gewässerökologie des Weihers untersucht werden.

Seit vielen Jahren verfolgt der Stadtrat – allen voran die Fraktion der BVW – die Idee, dem Weiher am Wolfratshauser Campingplatz offiziell das Etikett Badegewässer anzuheften. Aber: Von der angrenzenden Staatsstraße fließen Reifenabrieb und Tausalz in den Weiher. Dieses Problem durch eine andere Form der Entwässerung zu beheben, sei technisch durchaus möglich, meinte Ingenieur Schindler. Doch das Staatliche Bauamt sagte aufgrund der Kosten – die die Behörde übernehmen müsste – bislang stets Nein.

„Wir sollten nicht gleich aufgeben“, betonte Fleischer. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, ergänzte der Sprecher der BVW-Fraktion, Josef Praller. Sein Fraktionskollege, Bürgermeister Klaus Heilinglechner, kündigte an, in der causa Badweiher noch einmal Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt aufnehmen zu wollen. Die 270 000-Euro-Investition kommentierte der Rathauschef mit den Worten: „Es ist die teuerste Variante, aber auch die effektivste. Es hilft halt nichts.“

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