Weihnachtsfeier im Wirtshaus: In manchen Betrieben wird diese Tradition heuer wohl ausfallen
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Weihnachtsfeier im Wirtshaus: In manchen Betrieben wird diese Tradition heuer wohl ausfallen.

Weihnachtsfeiern trotz Corona? Betriebe sind unsicher oder überlegen sich Alternativen

Glühweinstand anstatt Wirtshaus

  • vonPeter Borchers
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  • Franziska Konrad
    Franziska Konrad
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Normalerweise organisieren Firmen im Herbst ihre betrieblichen Weihnachtsfeiern. Doch aufgrund der Pandemie müssen viele Beschäftigte heuer wohl auf eine gemütliche Runde mit ihren Kollegen verzichten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Corona hin oder her: Die Adventszeit rückt näher – und damit die Zeit der betrieblichen Weihnachtsfeiern. Doch soll, darf und kann man sich in Zeiten steigender Infektionszahlen mit Sicherheitsabstand und Mundschutz bei Plätzchen und Punsch gemütlich zusammensetzen? Unsere Zeitung hat sich in einigen Betrieben im Landkreis umgehört.

Eine konkrete Entscheidung für eine Weihnachtsfeier ist bei Weber Schraubautomaten zwar noch nicht gefallen. „Aber falls wir eine machen, dann in Form eines Weihnachtsmarktes im Freien“, verrät Pressesprecher Michael Steidl. „Natürlich mit Sicherheitsabstand und Hygienekonzept.“ Gewöhnlich sind die etwa 300 Mitarbeiter in der Loisachstadt zu einer traditionellen Feier eingeladen. Voriges Jahr musste das Unternehmen wegen Bauarbeiten jedoch auf einen Weihnachtsmarkt mit kleinen Ständen auf dem Werksgelände ausweichen. „Wenn die Infektionszahlen in Wolfratshausen bleiben wie bisher, könnten wir uns diese Alternative wieder ganz gut vorstellen“, so Steidl.

Anstatt eines gemütlichen Beisammenseins pflegt die Tölzer Bäckerei Büttner eine andere Tradition: „Einmal im Jahr organisieren wir für unsere 40 Mitarbeiter einen Überraschungsausflug“, berichtet Chefin Sandra Büttner. Etwa ins Salzbergwerk nach Berchtesgaden oder in die Bavaria Filmstudios nach München. „Wegen der aktuellen Situation mussten wir den Ausflug heuer leider absagen“, bedauert Büttner, „aber mit Corona war uns das einfach zu heikel.“

Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen zollt der Pandemie ebenfalls Tribut. „Die Weihnachtsfeier war in der Vergangenheit traditionell dezentral organisiert, das heißt, jede Abteilung entscheidet selbst, was sie macht und erhält dazu einen Zuschuss vom Haus“, erklärt Willi Streicher. Für das Unternehmen stehe das Wohl und die Gesundheit der Mitarbeiter an erster Stelle. Unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Hygienevorschriften, um Infektionsrisiken auszuschließen, seien Zusammenkünfte in dieser Größe „derzeit schwer darstellbar, so der Pressesprecher weiter. Aus diesem Grund würden die Feiern heuer ausgesetzt. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben dafür natürlich Verständnis.“

Höchstwahrscheinlich machen wir keine Feier. Falls doch, dann nur eine im sehr kleinen Rahmen

Bernhard Pfreundner, kaufmännischer Leiter der Firma Sitec in Bad Tölz

Beim Tölzer Unternehmen Sitec Aerospace, Zulieferer für den Flugzeugbau, tendiert man zu einer Absage. Normalerweise lädt die Firma ihre knapp 200 Mitarbeiter in eine Gaststätte ein, heuer wohl nicht. „Höchstwahrscheinlich machen wir keine Feier. Falls doch, dann nur eine im sehr kleinen Rahmen“, sagt Bernhard Pfreundner, der kaufmännische Leiter.

Ein anderes wirtschaftliches Schwergewicht im Landkreis, die Tyczka Energy in Geretsried, verzichtet aus Vernunftsgründen auf ein besinnliches Treffen im Advent. „Bisher gab es immer eine Weihnachtsfeier für die gesamte Belegschaft, welche wir aufgrund der aktuellen Pandemielage dieses Jahr leider nicht durchführen werden“, sagt Unternehmenssprecher Ulrich Hanke.

Unentschlossen ist man beim Geretsrieder Tiefkühlpizza-Hersteller Franco Fresco. „Zum Thema Weihnachtsfeier haben wir noch keine konkreten Pläne“, sagt Pressesprecherin Patricia Franzius. „Wie und ob wir überhaupt mit unseren Mitarbeitern feiern, steht noch nicht fest.“ Hier werde man „eher kurzfristig“ entscheiden. Falls es klappt, wäre das für die 2014 gegründete Firma, bekannt durch die Marke Gustavo Gusto, jedenfalls eine Premiere. „Eine richtige Weihnachtsfeier gab es bei uns noch nie“, verrät Franzius. „Bisher hatten wir immer kleinere Events, wie zum Beispiel Waffelnbacken.“

Etwas anders sieht die Situation in der Wolfratshauser Schreinerei Praller und Werner aus. „Wir gehen davon aus, dass unsere Weihnachtsfeier stattfinden kann“, berichtet Geschäftsführer Josef Praller. In den vergangenen Jahren fand die kleine Feier mit den 13 Mitarbeitern direkt in der Werkstatt statt. „In der großen Produktionshalle ist es kein Problem, Abstand zu halten“, meint Praller. „Ich hoffe, dass es klappt. Gerade nach einem so schwierigen Jahr würde ich ungern darauf verzichten.“

Sehr gut stehen die Chancen auf eine Feier auch im Eglinger Kfz-Betrieb Büttner. „Wir haben nur drei Mitarbeiter. Deshalb kann bei uns die Feier hoffentlich wie gewohnt stattfinden“, sagt Kerstin Büttner. In welchem Restaurant das Beisammensein stattfinden wird, steht noch nicht fest. „Das werden wir uns in nächster Zeit überlegen“, so die Chefin.

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