Pflanzenschutzmittel

Glyphosat: Umweltschützer schreiben an Dehner – Konzern antwortet

Glyphosat im Sortiment - das geht gar nicht, finden die Umweltschützer in Wolfratshausen. Das haben sie der Gartencenter-Kette Dehner mitgeteilt. Die Antwort stellt sie nicht zufrieden.

Wolfratshausen – Der Bund Naturschutz (BN) und die Grünen sind enttäuscht. In einem Schreiben hatten sich die Vorsitzenden Sigrid Bender (BN) und Dr. Hans Schmidt (Grüne) an die Gartencenter-Kette Dehner gewandt, die auch in Wolfratshausen eine Filiale betreibt. Ihre Bitte: Sämtliche glyphosathaltigen Mittel sollen aus dem Sortiment des Markts entfernt werden.Das Pestizid ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ und fällt damit in die zweithöchste Risikokategorie, zu der zum Beispiel auch Blei und Nitrosamine gehören.

Bender und Schmidt regten ein Vor-Ort-Gespräch mit der Filialleitung oder Konzernvertretern an. Dehner lehnte dies ab. In einer E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, bezog jedoch Kundenservice-Mitarbeiterin Karin Mocker, die in der Geschäftsstelle der Firma in Rain am Lech arbeitet, Stellung zu der Forderung der Umweltschützer. Sie räumt ein, dass auch in Wolfratshausen Pflanzenschutzmittel angeboten werden, die den umstrittenen Stoff enthalten – allerdings „neben einer großen Auswahl an umweltschonenden Pflanzenschutz- und Pflanzenpflege-Produkten“. Dieses Angebot würde vom Konzern stetig erweitert. Dehner biete nur solche Mittel an, „die nach der aktuellen EU-Gesetzgebung für die Anwendung im Hausgartenbereich zugelassen sind“. Die pestizidhaltigen Unkrautvernichter seien für den Kunden nicht frei zugänglich und würden ausschließlich von Fachpersonal verkauft, das einen Sachkundenachweis für Pflanzenschutz vorweisen kann. „Die Kunden werden vor dem Kauf ausführlich beraten und über die sachgemäße Anwendung des Produkts informiert“, so Mocker. „Grundsätzlich raten wir unsere Kunden zuerst zu natürlichen Produkten und Maßnahmen.“

... Dr. Hans Schmidt einen Brief an den Konzern Dehner.

Bender und Schmidt sind mit der Antwort des Unternehmens nicht zufrieden. Dehner habe als Marktführer „eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“, schreiben sie in einem Offenen Brief. Der würde der Konzern „nicht gerecht“, wenn er weiterhin auf die Pestizide baue. Den beiden Umweltschützern geht es um etwas Grundsätzliches: „Der Verkauf von glyphosathaltigen Mitteln dürfte nicht umsatzentscheidend sein. Es wäre naheliegend, der Sorge vieler Menschen um ihre Gesundheit und die Artenvielfalt in der Natur Rechnung zu tragen und die Mittel aus dem Angebot zu nehmen“, schreiben sie. Dass das Unternehmen das Gesprächsangebot ausgeschlagen habe, finden Bender und Schmidt „enttäuschend“. dst

Rubriklistenbild: © dpa

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