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Gott und die Welt

Auf der Suche nach Gott

In der Serie „Gott und die Welt“ macht sich diesmal Andreas Müller, Evangelischer Pastor der Evangelischen Gemeinschaft in Wolfratshausen Gedanken.

Wolfratshausen – Wüste. Flimmernde Hitze über dem Horizont. Einsamkeit. Das Zirpen der Zikaden und das Rauschen des Windes sind die einzigen Geräusche. Hitze. Der Hals ist trocken, und die Sonne brennt erbarmungslos. Wüste.

Der Liederdichter und Sänger David lebte viele Jahre in der Wüste. Als politisch verfolgter Mann musste er sich vor seinem König verstecken. Er kannte sich aus mit der Wüste. Und David dichtet in Psalm 63 folgenden Satz: „Gott du bist mein Gott, den ich suche! Ich sehne mich nach dir mit Leib und Seele; ich dürste nach dir, wie ausgedörrtes, wasserloses Land“ (Ps 63,2).

Wo ist Gott, wenn man ihn braucht? 

Gott hatte diesem Mann versprochen, dass er König werden sollte. Aber der Plan ging schief. Er wurde nicht König, sondern Staatsfeind Nummer eins: 15 Jahre auf der Flucht.Und so geriet David in die innere Wüste der Gottesferne. Wo war Gott? Was ist aus seinen Versprechen geworden?

Manchmal geht es so im Leben. Man hat gehofft, geplant, gebetet und die Gewissheit gehabt: Es wird werden. Doch dann läuft alles anders. Es geht schief, und es scheint keinen Weg zu geben. Innere Wüste entsteht. Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Wo ist Gott, wenn man ihn braucht?

Andreas Müller:  Evangelischer Pastor der E vangelischen Gemeinschaft in Wolfratshausen

David erzählt in diesem Psalm, dass er nachts nicht schlafen kann. Und er denkt über sein Leben nach. Und dort, in der Einsamkeit der Wüste, macht David eine Entdeckung: Obwohl er noch nicht König ist, hält Gott zu ihm. Er hilft ihm immer wieder. Er bewahrt ihn in schwierigen Situationen. Er hilft ihm, gute Entscheidungen zu treffen. Er ist für ihn da – auch und gerade in der Wüste. Gott ist da, und Gott ist aktiv. Auch wenn er die großen Probleme nicht löst. Er hilft und leitet, er unterstützt und ebnet Wege.

Manchmal muss man Abstand vom Großen nehmen, um Gott in den Kleinigkeiten des Alltags zu entdecken. Wüstenzeiten bieten die Chance, Gott neu zu entdecken. David kommt zu dem Schluss: „Ich halte mich ganz an dich, und du beschützt mich mit deiner mächtigen Hand!“ (Ps 63,8) Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf der Suche nach Gott ganz neu entdecken, wer Gott ist.

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