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Gott und die Welt 

Dreikönigstag: Was uns die Sternsinger zeigen wollen

In der Reihe „Gott und die Welt“ macht sich diesmal Markus Holler, katholischer Dekanats-Jugendseelsorger, Gedanken über die Heiligen Drei Könige.

Wolfratshausen – Und, haben sie in den vergangenen Tagen schon bei Ihnen an der Haustür geläutet, die Heiligen Drei Könige? Seit Neujahr sind sie wieder unermüdlich in unseren Dörfern und Städten unterwegs – Caspar, Melchior und Balthasar, von vielen wohl sehnsüchtig erwartet. Ja, irgendwie gehören die drei Könige zum Beginn eines neuen Jahres dazu, oder andersrum: Mir würde etwas abgehen, wenn ich ihren Besuch einmal verpassen würde. Ihr Weihrauchduft in der Wohnung ist nach kurzer Zeit verflogen. Was das ganze Jahr über bleibt ist ihr Segensspruch an der Türe: C + M + B – für Caspar, Melchior und Balthasar oder auch „christus mansionem benedicat“: „Christus segne dieses Haus.“ Wer will diesen Segensspruch schon verpassen?

Was treibt die Kinder und Jugendlichen wohl an, sich oft über mehrere Tage auf den Weg zu machen und bei Wind und Wetter von Tür zu Tür zu gehen, während Gleichaltrige zur selben Zeit ihre Ferien genießen? Klar gibt es gelegentlich eine Tafel Schokolade als Wegzehrung – aber die bekommen die Kinder auch an Halloween. Der Unterschied ist, dass die Sternsinger nicht für sich unterwegs sind, sondern, dass das gesammelte Geld gemäß dem Motto „Kinder helfen Kindern“ Aktionen zu Gute kommen. Es ist faszinierend, wie stolz die Sternsinger sind, wenn am Dreikönigstag das Ergebnis im Gottesdienst verkündet wird und sie sagen: „Und nächstes Jahr bin ich wieder dabei.“ Was treibt sie also an, sich so für andere einzusetzen?

Wie war es bei den „Originalen“?

Markus Holler: Dekanats-Jugendseelsorger in der Kath. Jugendstelle Bad Tölz-Wolfratshausen

Wie war das wohl damals bei den „Originalen“ zur Geburt Jesu vor gut 2000 Jahren, als sich drei Sterndeuter aufmachten, um den neugeborenen König der Juden zu finden? Was hat die drei damals angetrieben, sich auf eine so große Reise zu machen? Gut, sie hatten ja, so erzählt uns das Evangelium vom Dreikönigstag, einen Stern aufgehen sehen, dem sie bis nach Bethlehem gefolgt sind. Doch was hat sie angetrieben? Neben dem, dass sie dem Kind ihre Geschenke von Weihrauch, Myrrhe und Gold überreichen wollten. Vielleicht war es ja sowas wie eine innere Überzeugung, eine „innere Stimme“, die sie veranlasst hat aufzubrechen und sich auf den Weg zu machen – für die drei Sterndeuter damals wie auch für die Kinder und Jugendlichen heute.

Gerade in einer Zeit, in der wir erleben, wie in immer mehr Ländern Staatsoberhäupter wie König Herodes an die Macht kommen, denen es nicht um das Wohl ihres eigenen Volkes geht, sondern nur darum, die eigene Macht zu maximieren. In einer Zeit, in der es nicht weit von uns Denkverbote gibt und Andersdenkende nicht selten kurzerhand im Gefängnis landen. Oder uns hasserfüllte Parolen oder Fake News beeinflussen wollen: Gerade in dieser Zeit können uns die Sternsinger damals wie heute ein Vorbild sein, aus innerer Überzeugung zu handeln und auf die eigene „innere Stimme“ zu hören: Wofür lohnt es, sich einzusetzen, und gegen welche Parolen sage ich ein überzeugtes Nein?

Wenn wir uns so auf unsere „innere Stimme“ hörend auf den Weg ins Jahr 2018 machen, geht es uns vielleicht auch wie den Sternsingern, die in diesen Tagen an die Türen klopfen. Dass wir trotz manchem beschwerlichen Weg und manchem Umweg zufrieden unser Ziel erreichen.

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