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In der Serie „Gott und die Welt“ denkt diesmal Thomas Barenth, Katholischer Kaplan in Wolfratshausen, über Feuer und Flammen nach.

Gott und die Welt

Feuer und Flamme

Feuer und Flamme ist diesmal das Thema in der Serie „Gott und die Welt“, über das sich diesmal Thomas Barenth, Katholischer Kaplan aus Wolfratshausen, Gedanken macht.

Wolfratshausen – Schon die Kleinsten wissen: Geburtstagskerzen gehören zu jeder richtigen Feier dazu. Dem Geburtstagskind sagen sie: Da gibt es jemanden, deine Familie, deine Kinder, deine Freunde, die dich mögen, die an dich denken, die von dir begeistert und die für dich Feuer und Flamme sind.

Thomas Barenth ist Katholischer Kaplan in Wolfratshausen

Um Feuerzungen und Flammen ging es auch am vergangenen Pfingstfest, dem „Geburtstag der Kirche“. Feuerzungen und Flammen, die aus einem kleinen versprengten und resignierten Häufchen der Jünger Jesu, die sich aus Angst eingeschlossen hatten, mutige und begeisterte Menschen machten, die von nun an Feuer und Flamme waren für die Botschaft vom Leben und der Auferstehung Jesu. Jedes Mal, wenn wir in unseren Kirchen die vielen Kerzen brennen sehen, erinnern wir uns daran, dass das, was damals geschehen ist, sich bis heute ereignet. Auch für uns gilt, die wir als Getaufte aufgenommen sind in diese Gemeinschaft der Jünger Jesu, seiner Kirche. Gott erinnert uns immer daran: Ich mag dich, ich habe dich in mein Herz geschrieben, ich bin für dich Feuer und Flamme.

Weil dieser Gott für uns Feuer und Flamme ist, schenkt er uns zu all unseren verschiedensten Charismen, Fähigkeiten und Begabungen noch besondere Gaben. Mit diesen möchte er uns zu Werkzeugen seines Geistes, seiner Liebe in der Welt machen. Mit ihnen können wir das Antlitz der Welt verändern. Seit alters her werden sie die sieben Gaben des Heiligen Geistes genannt: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Diese besonderen Flammen sind jedoch gefährdet und gehen uns oft sehr schnell wieder aus. Indem wir nur um uns selber kreisen und meinen, alles besser wissen zu können, indem ich meine eigenen Vorstellungen zum Maßstab meines Lebens und meiner ganzen Umgebung mache, lösche ich selbst diese besonderen Flammen in mir aus. Dann wird es schnell dunkel, einsam und kalt in mir.

Geburtstag feiern heißt, sich an den eigenen Anfang zu erinnern 

Geburtstag feiern heißt, sich an den eigenen Anfang zu erinnern, und daran, dass es jemanden gibt, der Feuer und Flamme für mich ist. Wer Pfingsten feiert, der glaubt und vertraut darauf, dass dieser Gott unsere ausgelöschten und erstickten Flammen neu zum Brennen und Leuchten bringen wird. „Empfangt den Heiligen Geist“, sagt Jesus. Gott spricht mitten in unserem Leben sein „Ja!“ zu uns und entzündet so in uns neu das Feuer, die Flammen seiner Liebe:

Die Flamme der Weisheit, die uns den richtigen Umgang mit Mitmenschen und Welt schenken möchte. Die Flamme der Einsicht in das wirklich Wichtige im Leben. Die Flamme des Rates, die uns zum Helfer für andere werden lässt. Die Flamme der Stärke, für unser Glauben, Hoffen und Lieben, besonders in schweren Momenten. Die Flamme der Erkenntnis soll uns helfen, den anderen wirklich als Menschen zu erkennen. Die Flamme der Frömmigkeit soll Freude am Leben und Glauben sichtbar machen, und die Flamme der Gottesfurcht lehrt uns anzuerkennen, dass es jemanden gibt, der größer ist als ich und der mich in seinen Händen hält.

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