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Gott und die Welt 

Türen und Herzen für Weihnachten öffnen

In unserer Serie „Gott und die Welt“ macht sich diesmal Diakon Christian Horak Gedanken darüber, was es heißt, sich auf Weihnachten einzustimmen.

Wolfratshausen – „Wer klopfet an? O zwei gar arme Leut…“: Wer kennt sie nicht, die Worte des alten Klöpfelliedes, das man in diesen Tagen immer wieder mal im Radio oder bei einem Adventssingen hört. Es wird auch mitunter in einem unserer Häuser hier im Rahmen einer kleinen Andacht gesungen: Seit dem 8. Dezember ist nämlich auch heuer wieder eine Marienfigur in Wolfratshausen und Waldram unterwegs, die von Tag zu Tag wie ein kostbares Gut von einer Familie zur anderen weitergegeben wird. Frauentragen – so nennt man diesen alten Brauch, der sich in manchen Gegenden seit langer Zeit erhalten hat und der auch bei uns seit etlichen Jahren gepflegt wird. Wozu? So werden sich manche spontan fragen, denn auf den ersten Blick erschließt sich diese Gepflogenheit nicht gleich.

Die Zeit des Advent (die ja anders, als uns die Werbung geistlos suggerieren will, viel mehr ist als lediglich „Vorweihnachtszeit“ und einen eigenen tiefen Sinn in sich trägt) will uns ja einstimmen und bereit machen für das, was wir in der Heiligen Nacht, in der Weihnacht feiern werden: die Menschwerdung Gottes. Dass dieser große, scheinbar unnahbare Gott auf die verrückte Idee kommt, als zerbrechliches Menschenkind auf die Erde zu kommen, das muss erst einmal verstanden werden. Mit dem Hirn kommen wir da nicht weit, das muss im Herzen ankommen und sich erschließen. 

Sinn der Weihnacht soll im Herzen aufgehen

Da tut es gut, wenn mir die Figur der schwangeren Gottesmutter ins Haus gebracht wird: Selber Bild für das Geheimnis der Menschwerdung, wurde sie ja zu Gehäuse und Hülle der Gottheit. Gleichermaßen beherbergt und verhüllt sie den Großen, der sich klein macht und kommen will. Und DIESEN vor allem, nicht nur sie, dürfen wir beim Frauentragen in unseren Häusern empfangen, idealerweise auch im Herzen. So wird (wenn es gelingt) der alte Brauch auf schöne Weise zur Andachts- und Einstimmungsübung auf Weihnachten hin.

In der Heiligen Schrift heißt es: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“ (Offenbarung 3,20) Probieren Sie’s doch im nächsten Jahr aus: Heißen auch Sie diese kleine Holzfigur willkommen, auf dass Ihnen der tiefe Sinn der Weihnacht im Herzen aufgeht, nur ein Stück weit. Damit Gott auch in unserer Familie, in mir Mensch werden kann.

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