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Nicht bei jeder Sportveranstaltung sind Sanitäter vor Ort. Deshalb werden an immer mehr Fußballplätzen, in Eisstadien oder in Sporthallen Defibrillatoren installiert, mit denen Ersthelfer Leben retten können.

Geretsried

„Gottseidank noch nie benötigt“

Sport - Nach Unglück in Odelzhausen: Nur im Geretsrieder Eisstadion und in der Farcheter Mehrzweckhalle gibt es Defibrillatoren

Es waren dramatische Szenen, die sich am Nikolaustag auf dem Fußballplatz des SV Odelzhausen abspielten: Ein 35 Jahre alter Kicker des gastgebenden Vereins brach beim C-Klassen-Match gegen den SV Haimhausen plötzlich zusammen. „Wir haben gewusst, dass er vor vier Jahren schon einmal einen Herzinfarkt hatte“, berichtete Fußball-Abteilungsleiter Dirk Richter. Herbeigeeilte Helfer sowie eine zufällig anwesende Krankenschwester kümmerten sich um den Bewusstlosen und begannen auch mit Herz-Lungen-Massage, als der Herzschlag wegblieb. Die Rettung brachte der alarmierte Notarzt, der mit Hilfe eines Defibrillators den 35-Jährigen wiederbelebte. Eine Situation, die auf jedem Fußballplatz, in jeder Sporthalle oder im Eisstadion passieren kann. Doch sind die Vereine im nördlichen Landkreis für den Notfall gewappnet?

Fußball, Beachvolleyball, Leichtathletik, Basketball – im Geretsrieder Isarau-Stadion werden rund um die Uhr und die ganze Woche über viele Sportarten betrieben. „Einen Defibrillator haben wir leider nicht“, räumt Hans Hofmeister ein. Der langjährige TuS-Fußballer, der bei der Stadt unter anderem für die Sportanlagen zuständig ist, weiß aber, dass die nächsten Geräte im Hallenbad nebenan sowie 100 Meter weiter im Eisstadion hängen. „Wenn ein Notfall eintritt, müsste man ins Schwimmbad laufen und den Defibrillator holen. Da stellt sich die Frage, ob der Notarzt dann nicht schneller hier vor Ort ist“, so der Platzwart, der anfügt: „Es wäre schon sinnvoll, auch hier im Stadion ein solches Gerät zu installieren.“

Bereits seit 2011 gibt es im Heinz-Schneider-Eisstadion einen Defibrillator – worauf auch ein Schild auf dem Busparkplatz extra hinweist. „Das war damals eine Anregung von einem älteren Eishockeyfan, der schon einmal selbst einen Herzinfarkt erlitten hatte“, erinnert sich Dieter Krampert. Das Gerät – die Kosten betragen je nach Modell zwischen 1000 und 2500 Euro – wurde dann mit Hilfe von Sponsoren angeschafft. „Der Defibrillator hängt in unserem Sanitätsraum neben der Zamboni-Garage“, berichtet der 3. Vorsitzende des ESC. Das Geräte werde alle drei Jahre gewartet – was wiederum mit Kosten verbunden ist. Die Handhabung sei sehr einfach und „selbsterklärend“. In der Regel seien bei den Eishockeyspielen aber BRK-Helfer vor Ort, die das Gerät beherrschen. Krampert: „Gottseidank kam der Defibrillator bislang nicht zum Einsatz.“

Eine Vielzahl von Sportlern sind auch jeden Tag im Isar-Loisach-Stadion in Wolfratshausen aktiv. „Mir ist allerdings nicht bekannt, dass wir hier einen Defibrillator installiert hätten“, sagt Richard Ott auf Anfrage. Der Jugendleiter der BCF-Fußballer regt deshalb die Anschaffung eines solchen Geräts über die Betreibergesellschaft an. „Wichtig wäre dann natürlich, dass die Verantwortlichen im Stadion auch mit der Bedienung des Defibrillators vertraut gemacht werden“, betont Ott. In der Farcheter Mehrzweckhalle, wo den ganzen Tag über sowohl Kinder als auch Senioren Sport treiben, sei seines Wissens ein solches Gerät installiert. Ott: „Es hängt im früheren Hausmeisterkammerl im Erdgeschoss.“

Übrigens gab es auch beim SV Odelzhausen ursprünglich einen Defibrillator am Sportplatz. Doch dieses Gerät war von Unbekannten gestohlen worden – was nun beinahe einem Menschen das Leben gekostet hätte. tw

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