+
Um sich nicht anzustecken, sollte man bei einer Grippewelle keine Hände schütteln. 

Wo wütet die Grippewelle am heftigsten?

Grippewelle im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Hände waschen – und nicht schütteln

Über Deutschland rollt momentan eine Grippewelle. Unsere Zeitung hat mit dem Gesundheitsamt Bad Tölz über die Lage im Landkreis gesprochen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen Die Grippewelle schwappt über Deutschland. Das Robert-Koch-Institut hat alleine in der vierten Januarwoche 4059 Erkrankungen registriert. 27 Menschen sind in der aktuellen Grippesaison bereits gestorben. Wie die Lage im Landkreis aussieht, darüber sprach unsere Volontärin Franziska Konrad mit Benedikt Greuteláers, Leiter des Sachgebiets für Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin am Gesundheitsamt in Bad Tölz.

Herr Greuteláers, können Sie grob sagen, wie viele Personen sich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bereits mit Influenza-Viren angesteckt haben?

Bevor man sich die Zahlen anschaut, muss man wissen, dass für die Influenza nur eine Labormeldepflicht besteht. Es hängt also immer davon ab, ob der behandelnde Arzt überhaupt einen Labortest macht. Und da weiß man aus Erfahrung, dass viele Ärzte das gar nicht machen, weil es im ambulanten Bereich auch keine Konsequenz für die Therapie hat. Wie viele Personen im Landkreis tatsächlich betroffen sind, kann also nicht erfasst werden. Die einzige Zahl, die bekannt ist, ist wie viele Personen positiv auf Influenza getestet wurden. Seit Jahresbeginn waren es im Landkreis 73 laborbestätigte Influenza-Fälle. Im selben Zeitraum 2018 waren es 141.

Benedikt Greuteláers,vom Gesundheitsamt.

Wo wütet die Grippewelle am heftigsten?

Auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch Instituts gibt es eine Deutschlandkarte, die die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen für die jeweilige Kalenderwoche darstellt. Der Link: https://influenza.rki.de/Default.aspx.

Der Volksmund setzt grippale Infekte oft gleich mit einer Grippe. Woran erkenne ich, ob ich wirklich eine Grippe habe?

Eine Erkältung, oft als „grippaler Infekt“ bezeichnet, hat mit der echten Grippe beziehungsweise Influenza nichts zu tun. Beide Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Eine Grippe wird durch Influenza-Viren ausgelöst. Sie kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl, verbunden mit Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Reizhusten, einhergehen. Eine Influenza-Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen, bei chronisch Kranken und bei schwangeren Frauen zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen.

Lohnt es sich, sich jetzt noch zu impfen?

Die jährliche Influenza-Welle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits im Oktober oder November impfen zu lassen. Sollte dies versäumt worden sein, kann es selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenza Welle andauern wird.

Lesen Sie auch: 13 Wintermythen: Wir stellen sie auf den Prüfstand


Wie kann ich einer Erkrankung vorbeugen?

Waschen Sie sich gründlich die Hände mit Seife und trocknen Sie die Hände danach mit einem sauberen Tuch ab. Das gilt für gesunde und bereits erkrankte Menschen. Außerdem sollte man sozusagen auf Abstand gehen und bei Grippewellen keine Hände schütteln. Mit Händen sollte man auch nicht die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase berühren. Diejenigen, die schon erkrankt sind, sollten sich beim Husten und Niesen den Mund und die Nase vorzugsweise mit der Ellenbeuge und nicht mit der Hand zuhalten. So verhindert man, dass sich der Erreger weiter verbreitet. Außerdem ist es auch für Erkrankte wichtig, Zimmer regelmäßig zu lüften.

kof

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darum gibt es Misstöne in Sachen Geretsrieder Christkindlmarkt
Die Vorbereitungen der Stadt für den Christkindlmarkt am Karl-Lederer-Platz laufen. Die Gewerbetreibenden sind offenbar nicht mit einbezogen. Das sorgt für Unmut.
Darum gibt es Misstöne in Sachen Geretsrieder Christkindlmarkt
Streit am Stromzähler endet vor dem Amtsgericht
Der Mieter eines Wolfratshauser Mehrfamilienhauses soll einen Mitarbeiter der Bayernwerke am Stromzähler körperlich attackiert haben. Das brachte ihn vor Gericht. 
Streit am Stromzähler endet vor dem Amtsgericht
Das Rote Kreuz probt dramatischen Einsatz am Eisstadion
Mehrere 100 Retter waren am Samstagabend für eine 24-Stunden-Übung des BRK im Einsatz. Das Szenario war ebenso dramatisch wie realistisch.
Das Rote Kreuz probt dramatischen Einsatz am Eisstadion
So lief der verkaufsoffene Sonntag in Wolfratshausen
Bei schönstem Altweibersommer wurde am Wochenende der Kirchweihmarkt begangen. Kunden wie Gewerbetreibende waren sehr zufrieden. 
So lief der verkaufsoffene Sonntag in Wolfratshausen

Kommentare