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Spektakuläre Aktion: Ein Autokran hievt den Mini-Bagger auf den zugeschütteten Weg.

Nach dem Murenabgang im Bergwald

Das große Aufräumen

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Wolfratshausen - Nach dem Murenabgang im Wolfratshauser Bergwald laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Um den Wassermassen künftig besser Herr zu werden, wurde noch am Sonntag ein Schacht gegraben. Durch den fließt das Wasser in den Rauschergraben.

Sand, Steine, Kies. Aus diesen Zutaten besteht am Montag – und voraussichtlich auch an Teilen des Dienstags – der Arbeitstag der Männer, die in Wolfratshausen aufräumen. Mit Schaufeln schieben sie das, was der Regen den Weg von der Frauenkapelle hinunter zum Birnmühlplatz gespült hat, zusammen. Ein Mini-Bagger verlädt das schlammige Gemisch in einen Container. Was folgt, ist Zentimeterarbeit: Ein riesiger Autokran bugsiert die schwere Fracht über die Dächer der angrenzenden Häuser hinweg auf die Ladefläche des Kippers, der unten wartet. Mehrere Tonnen Geröll haben die Mitarbeiter des Bauhofs sowie der Unternehmen Hölzl und Hastra auf diese Weise beseitigt. Bereits am Sonntag hatten 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Sandsäcken und Holzbierbänken versucht, die Wassermassen in geordnete Bahnen zu lenken.

Immer wieder gerät bei starkem Regen das Erdreich im Bergwald in Bewegung. Das Problem entsteht an einem Hang oberhalb des alten Wasserspeichers, ganz in der Nähe der Bergwaldbühne. Regenfälle haben diesen in den vergangenen Jahren derart ausgespült, dass zwar keine Gefahr für Leib und Leben besteht. Es waren aber bereits Teile abgerutscht, die sich bis über die Zufahrt der Bergwaldbühne bis zur Frauenkapelle erstreckten. Weil man bei weiteren Regenfällen ein weiteres Absacken des Hangs befürchtete, hatte der Stadtrat beschlossen, Niederschlagswasser, das sich oberhalb der Hangkante sammelt und in den bereits ausgespülten Hangabschnitt fließt, über ein Regenrückhaltebecken in den Rauschergraben zu leiten. Zu einer weiteren Maßnahme, der Sicherung des Hangs mit Stützmauern oder Bewuchsgittern – empfohlen vom Wolfratshauser Ingenieurbüro Wehbe und der Technischen Universität München – konnten sich die Politiker in einer Sitzung vor knapp zwei Monaten nicht durchringen.

Tonnenweise Geröll: Der Mini-Bagger schaufelte den Weg hinunter zum Birnmühlplatz frei.

Klaus Heilinglechner war einer der vier Räte, die im Bauausschuss für die Sanierung gestimmt hatten. Der Bürgermeister war am Sonntag vor Ort und sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt. „Wir müssen hier unbedingt etwas machen.“ Noch am Sonntag veranlasste er in Absprache mit Feuerwehr und Bauhof, dass ein provisorischer Schacht ausgehoben wurde, über den das Wasser in den Rauschergraben läuft. In einem nächsten Schritt soll am höchsten Punkt, am neuen Wasserreservoir, das Regenrückhaltebecken entstehen und ebenfalls mit dem Rauschergraben verbunden werden. Die Pläne seien längst da, wegen der komplizierten Besitzverhältnisse würde sich die Umsetzung jedoch noch hinziehen. Der Rathauschef ist nach wie vor überzeugt: „Das Problem lässt sich nicht mit ein paar Holzbrettern lösen. Das wird teuer, bleibt uns aber nicht erspart.“ Sollten die Stadträte nicht mitziehen, werde er das als Bürgermeister umsetzen. „Die Beobachtungsphase ist abgeschlossen.“

Heilinglechner lobte in diesem Zusammenhang alle, die dieser Tage im Einsatz sind. Den Bauhof habe er bereits Mitte der vergangenen Woche angewiesen, den Hang rund um die Uhr zu kontrollieren, „weil ich erwartet habe, dass so etwas passiert, wenn das Wetter so bleibt“. Eine Maßnahme, die sich jetzt ausgezahlt hat.

Alfred Fraas und Dr. Hans Schmidt hatten vor zwei Monaten im Bauausschuss dafür plädiert, nicht auf die Vorschläge der Experten zu setzen. Veranschlagt waren von Wehbe je nach Variante 390 000 beziehungsweise 500 000 Euro. Beide Stadträte bleiben auch nach dem Murenabgang bei ihrer Auffassung. „Wir müssen den Hang nicht sichern“, sagte CSU-Rat Fraas auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Hang ist sicher.“ Das gehe aus einem geologischen Gutachten hervor, das ihm vorliege. Vielmehr müsse man das Übel bei der Wurzel packen und dafür sorgen, dass das Wasser sich nicht mehr an dieser Stelle seinen Weg sucht. Ähnlich sieht es Grünen-Rat Schmidt. „Wir haben immer schon gesagt, dass das Wasser das Problem ist, nicht der Hang.“ Fraas zufolge laufen Gespräche, wie man dem Problem Herr werden könnte.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es dabei unter anderem auch um eine Lösung, die vorsieht, das Wasser so umzuleiten, dass es sich seinen Weg nicht in Richtung Stadt sucht, sondern nach Westen abfließt.

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