Ernst Gröbmair, Stefanie Linke und Klaus-Peter Scharf auf dem Sebastiani-Steg
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Neues Führungstrio: Ernst Gröbmair und Stefanie Linke sind neu im Vorsitz der LAW. Klaus-Peter Scharf bleibt der Dreierspitze erhalten.

LAW wählt neues Führungstrio

Große Erwartungen für Altstadt und Westufer: „Es gibt ein Wolfratshausen, das lebt“

  • VonDominik Stallein
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Sie wollen die Altstadt beleben - und fühlen sich auf einem guten Weg. Die Mitglieder des LAW haben einen neuen Vorstand gewählt. Der übt Kritik an einer Stadtratsfraktion.

Wolfratshausen – „Unsere Altstadt hat Charakter und Charme. Und sie hat Nachholfbedarf.“ So bewertet Hans-Werner Kuhlmann die Situation der Wolfratshauser Marktstraße. Als Chef des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) war sein erklärtes Ziel, den Markt mit Leben zu füllen. In der Mitgliederversammlung am Montagabend übergab Kuhlmann diese Aufgabe in neue Hände.

Nach neun Jahren im Amt trat er nicht erneut an. Auch Dietlind Diepen, Gründungsmitglied des 16 Jahre alten Vereins, stellte ihr Amt zur Verfügung. Beide wechseln in den Beirat. Ihre Nachfolge übernehmen Ernst Gröbmair und Stefanie Linke.

Wir brauchen Macher, die Innovationen endlich umsetzen.“

Hans-Werner Kuhlmann, scheidender LAW-Chef

Die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder drängten auf Fortschritte in der Altstadt. „Wir brauchen Macher, die Innovationen endlich umsetzen“, betonte Kuhlmann. Große Erwartung knüpft der Verein an die Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Altstadt und den Stadtmanager – seit 2018 gibt es diese Stelle in der Stadtverwaltung. 2007 hatte die LAW diesen Posten gefordert, in Kuhlmanns Augen ein extrem wichtiger Baustein: „Ein Weiter so kann es nicht geben.“ Um die Marktstraße wieder mit Leben zu füllen, sei es nötig, Menschen in die Innenstadt zu locken. „Dafür muss die Stadt die Parameter schaffen“, erklärte er.

Westuferpläne liegen seit Jahren in der Schublade - Kritik an Entscheidungsträgern

Trotz des laufenden Prozesses ist die Wunschliste des Vereins noch lang. Ganz oben steht die Umgestaltung des westlichen Loisachufers. Pläne dazu liegen seit Jahren in der Schublade. Dietlind Diepen kündigte an: „Ich höre erst dann vollständig im Verein auf, wenn der erste Spatenstich gemacht wurde.“ Sie blickte auf ihre Arbeit im Vorstand zurück. „Ich hatte in den vielen Jahren immer das Gefühl, dass die Stadt geteilt ist“, sagte Diepen. „Es gibt ein Wolfratshausen, das lebt.“ Dazu zählte sie Vereine und ehrenamtlich Engagierte. Dem gegenüber stünde „das Wolfratshausen der Entscheidungsträger, die einen Weg aus der Lethargie suchen“. Dieses sei „von Konturlosigkeit und Mutlosigkeit geprägt“. Gleichwohl lobten die scheidenden Vorsitzenden, dass sich der Rathauschef und ein Großteil des Stadtrats zu den Ergebnissen aus dem Bürgerbeteiligungs-Prozess bekannt hätten.

Der Bürgermeister strahlt Optimismus aus - bremst aber die Erwartungen

Bürgermeister Klaus Heilinglechner äußerte sich optimistisch zu den genannten Projekten: „Es wird. Diese Hoffnung gebe ich nicht auf. Es dauert nur leider Gottes oft, bis man die Blüten bewundern darf.“ Viele der angestoßenen Maßnahmen trügen die Handschrift der LAW. Auch Frequenzbringer wie die Kunstmeile – eine Idee von Hans-Werner Kuhlmann – gingen auf das Engagement des Vereins zurück. „Ich bin von ihrem Einsatz immer wieder begeistert. Nicht nur als Bürgermeister – sondern auch als Bürger“, lobte Heilinglechner.

Ernst Gröbmair und Stefanie Linke rutschen ist Führungstrio auf

Aus der bisherigen Dreierspitze bleibt nur Architekt Klaus-Peter Scharf (73) im Amt. Er formulierte das Ziel, auch jüngere Menschen für die Arbeit im Verein zu gewinnen. Mit Stefanie Linke wählten die rund 25 Anwesenden eine 40-jährige Wolfratshauserin ins Führungstrio. Neu im Bunde ist außerdem Immobilienmakler Ernst Gröbmair (65). Er erklärte neben den beiden bereits genannten Großprojekten auch innenstadtnahe Parkflächen zu einem zentralen Thema: „Ich glaube, da haben wir echt ein Problem, und wir wollen versuchen, eine Lösung zu finden.“

Neu-Vorstand greift Wolfratshauser Liste an

Gröbmair schickte einen Gruß an die Fraktion der Wolfratshauser Liste, die mit fast 400 gesammelten Unterschriften gegen die Vorentwürfe zur Altstadtumgestaltung geworben hatte. Ohne Namen zu nennen, sprach er von „einer Handvoll Leuten, die am Zustand der 1970er-Jahre festhalten“ wollten. „Wenn sie wieder mit fragwürdigen Unterschriftenaktionen anfangen, dann stehen wir Gewehr bei Fuß.“

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