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Heute und damals: Den Jubilaren Maria und Rudolf Sappl gratulierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. 

Diamantene Hochzeit

Große Liebe seit 60 Jahren: Das Ja an Silvester brachte Glück

60 Jahre ist es her, dass sich Maria und Rudolf Sappl das Ja-Wort gegeben haben. Zur Diamantenen Hochzeit erinnern sich die Wolfratshauser an das „New Sound“ und das (Un-)Glück einer Silvesterhochzeit.

Wolfratshausen – Das „New Sound“ im Obermarkt 14 war in den 1970er- und 80er Jahren eine legendäre Diskothek. Auch Klaus Heilinglechner, Jahrgang 1967, hat dort als Teenager getanzt – „am Sonntagnachmittag, an dem für das jüngere Publikum geöffnet war“, erzählt er. Beim Besuch von Maria und Rudolf Sappl anlässlich deren Diamantener Hochzeit erinnerte sich der Bürgermeister an seine ersten Schritte zu Hits wie „Daddy Cool“. Die beiden Jubilare haben die Disco samt Wirtschaft betrieben.

In Schliersee gaben sich Maria und Rudolf Sappl das Ja-Wort.

In Feierlaune waren die heute 79-Jährige und ihr 84-jähriger Ehemann schon vor 60 Jahren: Sie heirateten an Silvester standesamtlich und kirchlich. Anschließend tanzten sie gleichzeitig in ein langes Eheleben und ins Neue Jahr. „Es war die große Liebe damals“, sagt Maria. Rudi, aufgewachsen in Holzkirchen, war als einer der ersten Bundeswehrsoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg in Andernach am Rhein stationiert. Maria arbeitete dort in einem Buchladen: „Eines Tages kam er ins Geschäft, um sich Fachliteratur über Schach zu kaufen“, erinnert sie sich noch genau. Von dieser ersten Begegnung an sei er „sehr hartnäckig“ gewesen. Ihm zu Liebe zog die Rheinländerin 1957 nach Bayern, wo das Paar zunächst in Lenggries lebte. Im Rathaus von Schliersee und in der Wallfahrtskapelle Maria Birkenstein gaben sie sich im selben Jahr das Ja-Wort. Eine Bäuerin aus Lenggries habe ihnen prophezeit, am letzten Tag des Jahres zu heiraten, bringe Unglück, erzählt die Ehefrau. „So ein Schmarrn“, sagen die Diamant-Hochzeiter heute, schauen sich glücklich in die Augen und lachen. Hochs und Tiefs habe es natürlich gegeben, „schon auch Kämpfe“, blickt die 79-Jährige zurück. Doch jetzt sei man froh, zusammengeblieben zu sein.

Seit 1970 leben die Sappls in Wolfratshausen. Rund zehn Jahre lang betrieben der gelernte Kaufmann und die Buchhändlerin das „New Sound“. Die Gäste fühlten sich dort deshalb so wohl, weil Rudi Sappl ein ebenso geselliger wie strenger Wirt war. Er duldete keine Raufbolde. „Es ging eher familiär wie in einem Wohnzimmer zu bei uns“, erzählt seine Frau. Drei Söhne bekam das Ehepaar. Der älteste, Franz, leitet heute mehrere Taekwondo-Schulen im Landkreis. Die Sportlichkeit hat er vom Vater geerbt, einem früheren Bogenschützen, Eishockeyspieler, Fußballer, Boxer und ebenfalls Taekwondo-Kämpfer. Maria Sappl dagegen war und ist für Haus und Garten zuständig. Auf Flohmärkten hat sie im Laufe der Jahre viele schöne Antiquitäten gesammelt und damit das von ihrem Mann erweiterte und renovierte, 300 Jahre alte Haus an der Berggasse liebevoll eingerichtet. „Sie sehen: Langweilig war’s uns nie“, sagen die Jubilare. Gefeiert haben sie an Silvester natürlich auch wieder doppelt – zusammen mit den Söhnen samt Partnerinnen und den acht Enkelkindern. Tanja Lühr

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