"Klassik pur" in der Loisachhalle

Stehende Ovationen für Markus Bellheim

Wolfratshausen - Große Namen und ein nuancenreiches Spiel boten am Wochenende Pianist Markus Bellheim und das Philharmonische Orchester Isartal. Die Besucher waren hingerissen. 

 Die vom Konzertverein Isartal veranstaltete „klassik pur!“-Veranstaltungsreihe setzte am Samstagabend in der Loisachhalle auf große Namen. Denn das Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll Op. 23 von Peter Iljitsch Tschaikowski dürften sogar Menschen kennen, die noch nie in einem Klassikkonzert waren und eher selten die einschlägigen Radiosender hören. Und auch Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 6 F-Dur gehört zu jenen Werken, die von Kritikern gerne als unsterblich bezeichnet werden.

Bellheim gilt als einer der interessantesten Pianisten seiner Generation

Mit Markus Bellheim gastierte an diesem Abend zudem einer der interessantesten und vielseitigsten Pianisten seiner Generation in Wolfratshausen. Seine ausgedehnte Konzerttätigkeit führte den 43-Jährigen bereits durch Europa, Asien und Amerika. Nebenher gibt er Meisterkurse und lehrt als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in München.

Schon bei der imposanten Eröffnung des Tschaikowski-Stücks zeigte sich Bellheims Fingerfertigkeit. Unterstützt wurde der Klaviervirtuose dabei vom perfekt eingespielten Philharmonischen Orchester Isartal, das von Christoph Adt nuancenreich dirigiert wurde. Auch er ist in der internationalen Klassikszene kein Unbekannter und erhielt bereits mehrere Preise.

Beethovens Pastorale schildert Empfindungen auf Land

Der furiosen Eröffnung folgte ein etwas ruhigeres, aber nicht minder anspruchsvolles Andantino semplice, ehe sich Bellheim mit dem Allegro vivo und einer improvisierten Zugabe vom laut applaudierenden Publikum verabschiedete. Die fast halbstündige Pause tat der Atmosphäre bei der anschließenden Darbietung von Beethovens „Pastorale“ keinen Abbruch. Als Vorläufer späterer Programmmusik hat der berühmte Komponist in seiner 1807 und 1808 entstandenen sechsten Symphonie die Eindrücke eines Stadtmenschen in der Natur verarbeitet.

Jeder der fünf Sätze behandelt eine besondere Situation: vom Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande im „Allegro ma non troppo“ über ein gewaltiges Gewitter im „Allegro“ bis hin zum abschließenden Hirtengesang. Kraftvolle Oboentöne passen da ebenso gut hinein wie dezente Kontrabassklänge. Zusammen mit Violine, Viola, Violincello, Flöte, Klarinette, Fagott, Horn, Trompete, Posaune und Pauke verschmolzen sie an diesem Abend zu einer Einheit, die das Publikum erneut zu stehenden Ovationen hinriss.

Bis zum nächsten Klassik-Genuss in der Loisachhalle müssen sich die Zuhörer nun knapp zwei Monate bis zum 8. Mai gedulden. Dann gibt das Delian-Quartett Werke von Haydn, Schostakowitsch, Bach und Schubert zum Besten. Peter Herrmann

Rubriklistenbild: © Foto: Lippert

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