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An alten Ansichten soll sich der Neubau des Isar-Kaufhauses orientieren. 

Präsentation durch Dr. Harald Mosler

Große Pläne für das Isar-Kaufhaus

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Das Wolfratshauser Isar-Kaufhaus hat einen neuen Besitzer. Gekauft hat es die Projektgesellschaft Untermarkt 7-11 GmbH, Hauptgesellschafter ist die Scherbaum AG aus Grünwald. Dr. Harald Mosler ist „megazuversichtlich“, dass das seit Jahren verwaiste Gebäude vor einer rosigen Zukunft steht.

Wolfratshausen – Mosler wurde etwa 150 Meter entfernt vom Isar-Kaufhaus getauft. Der Rechtsanwalt hat es sich im Auftrag von Vorbesitzerin Angela Scheller zur Aufgabe gemacht, dem alten Gebäude neues Leben einzuhauchen – oder zumindest dazu beizutragen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Gisela, die in einem Gebäude am Obermarkt geboren wurde, präsentierte er am Donnerstag in seiner Kanzlei im Münchner Stadtteil Obersendling in einem Pressegespräch den Stand der Dinge.  Die neueste Neuigkeit: „Das Isar-Kaufhaus hat den Besitzer gewechselt. Frau Scheller ist nicht mehr Eigentümerin.“ Vor vier Tagen ist Mosler zufolge der Verkauf besiegelt worden, über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Die Untermarkt 7-11 GmbH kristallisierte sich unter drei verbliebenen Investoren als derjenige heraus, zu dem Mosler wie Scheller das größte Vertrauen entwickelten.

Rainer Scherbaum hat viel Erfahrung mit Innenstadtlagen

Dazu mag auch beigetragen haben, dass Mosler und Geschäftsführer Rainer Scherbaum sich seit Jahren kennen. Entscheidend war laut dem Rechtsanwalt jedoch, dass die Scherbaum Unternehmensgruppe viel Erfahrung mit der Realisierung von Objekten in schwierigen Innenstadtlagen hat. Unter anderem hat Scherbaum das Holzkirchner Einkaufsparadies HEP realisiert. Mosler betont, dass er nicht an dem Projekt beteiligt sei, „Ich war als Anwalt von Frau Scheller tätig.“ Wahrscheinlich ist aber, dass er Mitgeschäftsführer in der Untermarkt 7-11 GmbH wird. „Nicht weil ich auf meine alten Tage noch Karriere machen möchte, sondern weil die Behörden und auch Herr Scherbaum wollen, dass bei diesem schwierigen Projekt Kontinuität herrscht.“

Wohnungen sollen nicht im Luxussegment liegen

Parallel zur Zahlung des Kaufpreises wurde der Wolfratshauser Architekt Tom Ferster mit der Genehmigungsplanung beauftragt. Ferster hatte bereits die groben Pläne entworfen, die Mosler beim Pressegespräch präsentiert hat. Sie zeigen, was Mosler bei früherer Gelegenheit schon angedeutet hatte: Im Erdgeschoss ist eine knapp 800 Quadratmeter große zusammenhängende Verkaufsfläche vorgesehen, die mit Abstand größte im Markt. In den drei Stockwerken darüber sind Gewerbe, zum Beispiel Arztpraxen, und 15 Wohnungen geplant. „Nicht im Luxussegment“, wie Mosler hervorhebt. „Wir wollen etwas ganz Normales schaffen, das passt, das sich einfügt.“

Das Isar-Kaufhaus soll wieder aussehen wie einst

Beim Wiederaufbau werde man darauf achten, dass das Isar-Kaufhaus sein ursprüngliches Gesicht möglichst detailgetreu wiederbekommt. Erst vor wenigen Tagen hatte die Untere Denkmalschutzbehörde dem Antrag auf Komplettabriss entsprochen – für Mosler eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Realisierung des Projekts. Die Ladenfläche wäre über einen Eingang am Untermarkt zu erreichen, die anderen Einheiten über das Happ-Gassl. Der Gesamtkomplex würde sich nach oben hin terrassenförmig verjüngen, in der Mitte soll ein Atrium, eine Art Lichthof, für Licht und Luft sorgen.

Bei den Parkplätzen könnte es schwierig werden

Schwierig wird es bei der Stellplatzfrage. Laut der städtischen Satzung müssten insgesamt knapp 60 Plätze bereitgestellt werden – eine Forderung, die auf der knapp bemessenen Fläche in der Altstadt kaum zu erfüllen sein dürfte. Geplant ist derzeit eine Tiefgarage mit 28 Plätzen, die über das Happ-Gassl angefahren wird. Diese ist aber nur für Bewohner und die Gewerbetreibenden gedacht. „Über die Ablöse für die anderen Plätze müssen wir mit der Stadt reden.“

Die Modekette "H & M" ist angefragt

Mosler hofft, dass die Baugenehmigung bis Herbst 2017 vorliegt. Dann könnte Anfang 2018 mit dem Abriss begonnen werden. Für den Neubau kalkuliert der Anwalt rund zwei Jahre ein, „so dass wir Ende 2019, Anfang 2020 fertig sein könnten“. Wer die große Ladenfläche einmal betreiben wird, ist noch offen. „Ja“, bestätigt Mosler einen Namen, der immer wieder gehandelt wird, „wir haben bei H&M angefragt, und sie haben Interesse.“ Ob man sich mit der Bekleidungskette einig werde, hänge von vielen Faktoren ab. „Für einen richtig guten Mieter ist selbst diese große Fläche noch zu klein.“ Man denke darüber nach, auch das erste Obergeschoss dazuzunehmen. Aber egal, wer hier einmal auf welcher Fläche seine Waren anbietet, für Mosler steht fest: „An der Vermietung wird es nicht scheitern, im Gegenteil.“ Auch ein Nahversorger sei eine Option. „Schließlich ist das Angebot diesbezüglich im Markt unterirdisch.“

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