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Beraten und helfen: An zahlreichen Ständen, wie hier bei der Betreuungsstelle des Landratsamts, konnten sich die Bürger zu verschiedenen Themen rund ums Alter Fragen stellen und sich informieren.

„Im Alter nochmal richtig durchstarten“

Großes Interesse an vierter Wolfratshauser Seniorenmesse

Zum vierten Mal veranstaltete die Stadt Wolfratshausen am Wochenende eine zweitägige Seniorenmesse. Viele Besucher informierten sich über Pflegemöglichkeiten sowie selbstständige Lebensgestaltung im Alter.

Wolfratshausen –Nachdem Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Freitagnachmittag zusammen mit Drittem Landrat Klaus Koch die Messe eröffnet hatte (wir berichteten), öffnete die Loisachhalle am Samstag schon am Vormittag ihre Pforten. Angesichts des zunächst nasskalten Wetters zog es die meisten Besucher schnell ins Foyer und in den Innenbereich, sodass das kostenlos angebotene Isar-Loisach-Radl-Taxi von Wolfgang Wirkert kaum genutzt wurde.

Elektronische Sehhilfen und die „Rauschbrille“

Auch Andrea Beck vom Blindeninstitut München, das ein „sehMobil“ im Außenbereich aufgebaut hatte, registrierte nur eine überschaubare Zahl an Interessierten. Dabei hätte ihre Präsentation von elektronischen Sehhilfegeräten, die Farben und Buchstaben erkennen können, durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. 

Über mangelnde Frequenz konnten sich Ilka Fottner und Alexander Wunderlich von der Kreisverkehrswacht nicht beklagen. Die an ihrem Stand aufgestellten Simulatoren für Auto- und Radfahrer wurden rege genutzt. Eine „Rauschbrille“ zeigte an, wie sehr schon geringer Alkoholkonsum das Reaktionsvermögen einschränkt. Die Ergebnisse der Testpersonen waren im Übrigen altersunabhängig. „Wir hatten hier topfitte 85-Jährige, die schneller auf Verkehrshindernisse reagierten als deutlich jüngere Teilnehmer“, berichtete Wunderlich. Deshalb hält er auch nicht viel davon, Menschen ab einer gewissen Altersgrenze den Führerschein zu entziehen.

Altersimulationsanzug war „echt ein Kraftakt“

Die Renten- und Sozialberaterin der Stadt, Sibylle Gruber, die die Messe mitorganisiert hatte, testete derweil an einem benachbarten Stand einen Alterssimulationsanzug. Zudem setzte sie sich eine Brille mit eingeschränkter Sicht auf und zog speziell ausgestattete Handschuhe an, um wenig später mühevoll Kleingeld aus einer Geldbörse herauszufischen. „Das war ganz schön anspruchsvoll und echt ein Kraftakt“, stöhnte die 33-Jährige.

Hatten Spaß: Sozialberaterin Sibylle Gruber (li.) und Christina Bergmann, die sich für die Krebshilfe engagiert.

Aus Aufkirchen am Starnberger See kamen Maria Kunkel und ihr an Demenz erkrankter Mann nach Wolfratshausen. „Ich habe mich am Stand des AWO-Demenzzentrums und bei anderen Ausstellern informiert“, erzählte sie. „Man muss sich ja manchmal erst überwinden, um Hilfe zu anzunehmen“. Die niedrigschwelligen Informationsangebote der Seniorenmesse haben auch Sigrid Sauer aus Gelting überzeugt. „Es gab hier keine aufdringlichen Verkäufer, die einem etwas andrehen wollten“, zeigte sie sich angetan. „Wenn man eine Frage hatte, wurde einem nett und kompetent geantwortet“.

Format hat sich bewährt

Regen Zulauf gab es zudem bei einigen Vorträgen im benachbarten Gasthaus Flößerei. Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und barrierefreies Wohnen trafen auch hier den Nerv des Publikums. Der städtische Amtsleiter Franz Gehring, der schon die drei vorherigen Seniorenmessen maßgeblich mitgestaltet hatte, zog nach zwei Tagen erneut ein positives Fazit: „Das Format hat sich bewährt. Wir wissen aber auch, dass es immer etwas zu verbessern gibt.“

Peter Herrmann

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