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Sachlich bleiben ist seine Devise: Bodo Beyer (79) wurde für sein Engagement im Naturschutz geehrt.

Der „Grüne Engel“ von der Au

Bodo Beyer (79) wird für sein Engagement ausgezeichnet

Große Ehre für Bodo Beyer: Der 79-Jährige wurde am Montagabend in München für sein Engagement im Naturschutz mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet. Staatsministerin Ulrike Scharf ehrte den Wolfratshauser für 35 Jahre ehrenamtlichen Einsatz.

„Überrascht war ich schon, als die Einladung kam“, gibt Bodo Beyer auf dem Weg zum heimischen Esstisch zu. „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.“ Seine Zeit als Naturschützer ist sorgfältig dokumentiert, eine Mappe mit Urkunden und Zeitungsausschnitten hat der 79-Jährige für das Gespräch bereitgelegt. Dass ausgerechnet er die Auszeichnung erhält, ist ihm fast ein bisschen unangenehm. „Ich mache das ja nicht alleine, es gibt so viele aktive Helfer“, betont Beyer.

Angefangen hat alles mit der Bergwacht am Ort. Über einen Arbeitskollegen bei Siemens, mit dem er seine Leidenschaft für die Berge und das Wandern teilte, kam der damalige Wahlmünchner zuerst zu dem Verein und dann nach Wolfratshausen. Als der Freistaat Anfang der 1980er- Jahre in den einzelnen Landkreisen Naturschutzwächter installierte, stellte diese im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen die Bergwacht. „Das war ein logischer Schritt, weil die Organisation sowieso für die Pupplinger Au zuständig ist“, erklärt der Ehemann von SPD-Stadträtin Roswitha Beyer. „Schließlich wurde 1920 die Bergwacht an sich auch für den Naturschutz in den Bergen gegründet.“

Bodo Beyer entscheidet sich gemeinsam mit einigen anderen dazu, die dazugehörige Ausbildung zu absolvieren und ist seitdem im Naturschutzgebiet „Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz“, wie der Abschnitt offiziell heißt, unterwegs. Er erstreckt sich an der Isar entlang von Schäftlarn bis Königsdorf und zählt zu den größten Bayerns.

Dort ist es jetzt, im Herbst und im Winter, ziemlich ruhig. Vor allem in der Zeit von April bis Anfang Oktober haben die Naturschützer Saison. Dann kontrollieren sie meistens ein paar Stunden am Wochenende, manchmal unter der Woche, alleine oder zu zweit. „Bei widerrechtlichem Verhalten sprechen wir die Personen an, versuchen sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen und erklären, was nicht in Ordnung ist“, erzählt Beyer von seinen Aufgaben.

Feuer machen, Hunde frei laufen lassen oder Blumen pflücken ist im Naturschutzgebiet zum Beispiel nicht erlaubt. „Aber wenn die Würstl schon fast fertig gegrillt sind, belehren wir die Leute, dass das halt in Zukunft nicht mehr passiert. Wenn sie dann einsichtig sind, ist das schön“, meint der Wolfratshauser lächelnd. Natürlich gebe es auch ein paar Uneinsichtige, vor allem was freilaufende Hunde angeht. Beyers Devise ist dabei: sachlich bleiben und den einen oder anderen Kommentar überhören.

Generell sei es in den vergangenen Jahren aber deutlich ruhiger geworden. Der Lauf der Isar habe sich geändert, sodass die von Ausflüglern viel genutzten Sandbänke vermehrt der üppig wachsenden Fauna gewichen sind. Außerdem seien die Aufklärung der Menschen und der Bezug zur Natur heute anders, weshalb sich die Lage insgesamt deutlich verbessert habe, erläutert Beyer. Die grundlegende Aufgabe der Naturschützer schätzt er aber nach wie vor als wichtig ein. „Auf das Bootfahren müssen wir in jüngster Zeit verstärkt ein Auge haben, denn vor allem auf den Kiesinseln gibt es viele Bodenbrüter“, sagt der Naturfreund und zeigt in einem seiner vielen Bücher den Flussregenpfeifer, der in der Au zuhause ist.

Beyer gehört auch zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Naturschutzwacht Bayern. Diese Gruppe mit rund 80 Mitgliedern gibt es seit 1981. Sie vertritt die Interessen der Naturschutzwächter gegenüber der Regierung.

Sein Ehrenamt macht ihm Spaß, besonders Blumen haben es dem Rentner angetan. „Wenn im Frühjahr die Leberblümchen und Buschwindröschen richtig großflächig blühen: Dieses Blau-Weiß, das ist ganz herrlich.“ Wie lang er den Posten noch so aktiv ausübe, weiß Beyer nicht. „Aber rausgehen in die Au werde ich sicher noch, solange es die Gesundheit zulässt.“

von Magdalena Höcherl

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