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Grünen-Stadtrat schlägt Lösung für Parkplatzproblem in der Innenstadt vor: Parkhöhlen im Bergwald

Lösung für Stellplatz-Such-Verkehr

Grüne: Parkhöhlen in den Bergwald graben

Wolfratshausen – Die Grünen suchen nach einer Lösung für die angespannte Parkplatzsituation in der Innenstadt. Grünen-Stadtrat Rudi Seibt schlug nun vor, Parkhöhlen in den Bergwald zu graben.

„Wollen wir mehr oder weniger Verkehr in Wolfratshausen?“ Die Frage, die Rudi Seibt beim Treffen seiner Partei stellte, beantwortete der Grünen-Stadtrat umgehend selbst. Viel Autoverkehr sei schließlich kontraproduktiv für sein Vorhaben, „die Aufenthaltsqualität vor Ort zu verbessern.“ Ein Dorn im Auge der Grünen ist daher für Parteisprecher Dr. Hans Schmidt der Parkplatz-Such-Verkehr. „Den möchten wir vermeiden“, bekräftigte das Stadtratsmitglied. Ein optimistisches Ziel, denn eins fehlt dafür in der Loisachstadt: Ausreichend viele Stellplätze. 

Der Chef des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), Hans-Werner Kuhlmann, stellte einen Plan vor, diesen Verkehr aus der Marktstraße zu verbannen: „Wir müssen an der Nord und Südseite dezentrale Möglichkeiten schaffen.“ Würde die Innenstadt nämlich von beiden Seiten mit Parkplätzen „eingeschnürt“, müsse niemand in der Marktstraße nach Stellplätzen suchen. Mehr Parkmöglichkeiten vor der Loisachhalle und dem Hatzplatz seien dafür ein gutes Mittel. Deshalb plädiere sein Verein auch für das seit langem angedachte Parkdeck am Hatzplatz. Einig waren sich alle Anwesenden darin, dass mitten in der Innenstadt keine neuen Parkmöglichkeiten geschaffen werden sollen. 

Freie Flächen könnte die Stadt außerdem schaffen, wenn an einigen öffentlichen Parkplätzen – wie zum Beispiel hinter der Sparkasse an der Sauerlacher Straße – eine Höchstparkdauer eingeführt würde. Dann müssten nämlich einige Dauerparker die Stellplätze räumen, die für Wolfratshausen so wertvoll seien. Ein Parkhaus an dieser Stelle, was einer der Versammlungsgäste vorschlug, ist laut Stadtrat Schmidt jedoch baulich nur schwer umsetzbar. 

Um den fußläufigen Verkehr in der Altstadt zu stärken, habe der Stadtrat bereits gute Bedingungen geschaffen, befand der Grünen-Sprecher. Er sprach speziell von der neuen Stadtbuslinie – ein Rundkurs, der in allen Ortsteilen und auch in der Altstadt Halt macht. Einige Bürger aus anderen Stadtgebieten könnten dann das eigene Auto stehen lassen, wenn sie zum Einkaufen in die Altstadt fahren möchten. Auch LAW-Vorsitzender Kuhlmann hält dieses Angebot für wichtig. „Wir wollen aber auch Menschen aus der Umgebung zu uns locken“, hakte er ein. „Die haben nichts vom Wolfratshauser Stadtbus.“ 

Einen eigenwilligen Vorschlag lieferte Rudi Seibt. Um neuen Parkraum zu schaffen, regte der Grünen-Stadtrat an, den Bergwald auszuhöhlen. Am Untermarkt, etwa am Spielwaren Tausend oder der alten Polizeiinspektion, hält Seibt „Parkhöhlen“ im Bergwald für vorstellbar. In manchen anderen Kommunen gäbe es solche Stellplätze bereits. Sein Parteifreund Schmidt schlug vor, einen Kostenvoranschlag für diesen Plan erstellen zu lassen. Dass die Vorstellung von Stellplätzen im Bergwald ein wenig utopisch anmutet, bestritt keiner. Seibt: „Man muss auch mal ein bischen spinnen dürfen, wenn etwas weiter gehen soll.“ Die Parkhöhlen seien lediglich eine Idee.

Dominik Stallein

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