Vidal: Münchner Gericht verhängt Mega-Geldstrafe gegen Ex-Bayern-Star

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Nach mehr als 30 Jahren hat Ewald Brückl (76) das Kommando über die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen einem jüngeren Kameraden anvertraut. 

Hauptmann trat nach über 30 Jahren nicht mehr an

GSK Wolfratshausen: Die Ära Brückl endet

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Er war maßgeblich an der Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie (GSK) Wolfratshausen beteiligt und hatte seither das Kommando. Nun hat Hauptmann Ewald Brückl auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Eine Zäsur.

Wolfratshausen– „Ich scheide nicht mit Groll, sondern mit Wehmut“, sagt Brückl. Schon vor sechs Jahren, seinen 70. Geburtstag vor Augen, habe er daran gedacht, das Amt des Hauptmanns einem jüngeren Kameraden anzuvertrauen. Doch just zu dieser Zeit kaufte die GSK das Schützenheim St. Sebastiani. Das war nicht zuletzt ein finanzieller Kraftakt. „Da kann ich nicht von Bord gehen“, beschloss Brückl pflichtbewusst – typisch für den heute 76-Jährigen.Doch nun machte er definitiv Schluss. „Aus Altersgründen“ verzichtete er in der jüngsten Mitgliederversammlung wie berichtet auf eine erneute Kandidatur.

Der gebürtige Münchner, der seit 1973 in Wolfratshausen wohnt, hat einen Wertekanon, den er lebt. Er steht zu seinem Wort und verlangt das auch von seinem Gegenüber. „Ein Vertrauensbruch stört mich ganz gewaltig“, verrät Brückl. Dass vor vielen Jahren der Kompanieausschuss einstimmig beschlossen hatte, eine neue Fahne zu kaufen, in der Hauptversammlung einige Ausschussmitglieder aber überraschend gegen das Vorhaben argumentieren, hat ihnen der Hauptmann lange nicht verziehen. „Dass mir ohne Vorwarnung plötzlich der eine oder andere in den Rücken gefallen ist, damit habe ich lange gehadert“.

Von der Bundeswehr in den Schützenverein

Warum entschied er sich für das Engagement bei den Gebirgsschützen und nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr oder einem anderen Verein? Brückl antwortet mit einem Lächeln: „Es gibt eine geistige Verwandtschaft zwischen einem Schützenverein und der Bundeswehr.“ Zehn Jahre, von 1962 bis 1972, diente Brückl seinem Land, zuletzt im Rang eines Hauptmanns. Für ihn sei es „naheliegend“ gewesen, Anfang der 1970er Jahre der Schützengesellschaft „Stamm“ in der Flößerstadt beizutreten. Schon bald wählten ihn die Mitglieder zu ihrem Ersten Schützenmeister. „Das war damals ein reiner Sportschützenverein.“ Bis zur Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen, deren Wurzeln bis ins späte Mittelalter zurückreichen, war es ein steiniger Weg, der Brückl viel Überzeugungsarbeit, Verhandlungsgeschick und Organisationstalent abverlangte.

Gut drei Jahrzehnte später ist die GSK aus dem öffentlichen Leben der Loisachstadt nicht mehr wegzudenken, sie genießt weit über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf. Rund 30 Veranstaltungen organisierte die Kompanie 2017, dazu gesellten sich Schießtermine und etwa 20 runde Geburtstage. Nicht zu vergessen die vielen Einladungen, die den Hauptmann erreichten. „Ihr Wochenende können sie vergessen, wenn sie mit Leidenschaft bei der Sache sind, wenn das Schützenwesen ihre Passion ist.“ Ja, gibt Brückl zu, seine Ehefrau Brigitte habe „durchaus schon mal Kritik angemeldet“, doch unterm Strich seinen zeitfressenden Einsatz für die GSK stets nach Kräften unterstützt.

Schwerer letzter Gang

In gut 35 Jahren als Hauptmann hat der gelernte Diplom-Verwaltungswirt viele Höhen und wenige Tiefen erlebt. Im Innersten berührt haben ihn Todesfälle. Mehr als 100 Schützenkameraden hat er auf ihrem letzten Weg begleitet, hat sie am Grab gewürdigt und sich im Namen der Kompanie von ihnen verabschiedet. „Das ist die schwerste Aufgabe, die man übernimmt. Da können sie noch so stark sein, da bricht ihnen die Stimme.“

Zackige Kommandos, Männer in Uniform mit geschulterten Gewehren, krachende Salutschüsse: Auch mit Kritik am vermeintlichen Militarismus wurde Brückl mehr als einmal konfrontiert. Sachlichen Diskussionen entzog sich der ehemalige Klosterschüler („Die Kirche gehört zur Kompanie, die Kompanie gehört zur Kirche“) nie. Doch es gibt eine rote Linie, „da gibt es dann keinen Verhandlungsspielraum mehr“. Dieser Linie nähert sich das Gegenüber umso schneller desto weniger historisches Wissen über Bayerns Antlaßschützen er zum Diskurs mitbringt. Und: „Persönliche Empfindsamkeiten dürfen keine Rolle spielen.“

Unvergessen bleibt für Brückl die Privataudienz, die Papst Johannes Paul II. 1987 einer Ehrenkompanie bayerischer Gebirgsschützen in Rom gewährte. Dazu zählte auch der Wolfratshauser – dem der Papst persönlich die Hand schüttelte.

Unvergessen ist für Brückl die private Papstaudienz anlässlich des 60. Geburtstags von Kurienkardinal Joseph Ratzinger 1987. Zur Ehrenkompanie der bayerischen Gebirgsschützen, die gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Franz Joseph Strauß in die ewige Stadt gereist war, zählten auch GSK-Mitglieder aus Wolfratshausen. „Ich hatte das Glück, dass Johannes Paul II. mir persönlich die Hand geschüttelt hat. Das hat mich tief bewegt.“ Auch an den Marsch, den die Bayern Ratzinger zu Ehren im Vatikan spielen durften, erinnert sich Brückl noch sehr gut: „Da haben die Wände gewackelt.“

Mit Edmund Stoiber beim Großen Zapfenstreich

Im Mittelpunkt einer zweiten Anekdote: Edmund Stoiber, Ehrenleutnant der GSK Wolfratshausen. Er nahm 1993 – erst wenige Stunden im Amt des Ministerpräsidenten – am Abend auf dem Marienplatz in Wolfratshausen überraschend am Großen Zapfenstreich der GSK teil. „Es war quasi seine erste öffentliche Handlung als Ministerpräsident“, stellt Brückl mit einem Schmunzeln fest.

„Ich habe kein Problem damit, nun loszulassen“, sagt Brückl. Laut Statuten der GSK wird dem 76-Jährigen aufgrund seiner langjährigen Führungsfunktion der Titel des Ehrenhauptmanns verliehen. „Ich werde mich also nicht komplett zurückziehen, sondern fühle mich weiterhin für das Ganze mitverantwortlich.“ Selbstverständlich habe sein Nachfolger Rainer Lorz nun das Kommando. Aber Brückls Pflichtbewusstsein ist mit dem Tag der Amtsübergabe nicht erloschen.

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