Landrat Josef Niedermaier.
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Landrat Josef Niedermaier sagt dem TSV Wolfratshausen Hilfe zu.

Wintertraining in Gefahr

Gut 500 ausgesperrte Hobbysportler: Landrat sagt Soforthilfe zu

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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500 bis 600 Wolfratshauser Hobbysportler haben Stand heute im Herbst/Winter kein Dach über dem Kopf. Jetzt verspricht Landrat Josef Niedermaier Soforthilfe.

Wolfratshausen/Bad Tölz – Die laufende Generalsanierung der Isar-Loisach-Realschule in Wolfratshausen – Sachaufwandsträger ist der Landkreis – hat Folgen für hunderte Hobbysportler. Aufgrund des gesperrten Kraftraums sowie der Realschulsporthalle fehlen Leichtathleten, Turnern, Hand- und Fußballern in den kommenden Herbst- und Wintermonaten Trainingsmöglichkeiten (wir berichteten). Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) hat dem Vorsitzenden des TSV Wolfratshausen, Alfred Barth, jetzt seine Hilfe zugesagt. Niedermaier weist aber darauf hin, dass es wenig Spielraum gebe.

Baumaßnahme sei „beschleunigt worden“

„Die Sperrung der Turnhalle in Wolfratshausen ist im Rahmen der Baumaßnahmen an der Realschule schon seit Längerem in Planung“, erläutert Niedermaier auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Erneuerung der Lüftungsanlage in der Realschulturnhalle „wurde im Schul- und Bauausschuss des Kreises in öffentlicher Sitzung am 22. März 2021 grundsätzlich beschlossen“, so Niedermaier. Die Maßnahme sei nochmals „beschleunigt“ worden, als festgestanden habe, dass die seit 10. Juni 2021 vorliegende Förderrichtlinie zum corona-gerechten Ausbau von stationären, raumlufttechnischen Anlagen genutzt werden könne. Dem Landkreis sei eine Förderung von 500 000 Euro in Aussicht gestellt worden.

Landrat entschuldigt sich bei TSV-Boss Barth

„Leider schreiben die Förderrichtlinien eine Umsetzung der Maßnahmen innerhalb eines Jahres nach Erhalt des Förderbescheids vor“, erklärt der Landrat. Den Bescheid erhielt die Kreisbehörde am 12. Juli 2021. „Leider hat Dich mein Haus erst am 11. August über den Sachverhalt informiert“, entschuldigt sich Niedermaier in einer E-Mail bei TSV-Boss Barth. Ihm sei die Situation, in der sich die Sportvereine aufgrund der seit mehr als einem Jahr anhaltenden Corona-Pandemie befinden, „sehr wohl bewusst“, beteuert der Landrat und stellt fest: „Die Öffnung der Turnhallen für den Vereinssport ist immer mit höchster Priorität vorangetrieben worden, und die von uns erarbeiteten Hygienekonzepte konnten hoffentlich dazu beitragen, die Ausfälle auf ein Minimum zu reduzieren.“ Aber Niedermaier gibt zu bedenken: „Ein zentraler Faktor in der Nutzbarkeit einer Turnhalle ist eben die ausreichende Belüftung. Diese lässt sich nur verlässlich mit einer funktionierenden Lüftungsanlage auf neuestem Stand realisieren.“ Darum sei der Austausch der Anlage in der Realschulhalle „so wichtig und wird nach Fertigstellung einen dauerhaften Betrieb sicherstellen.“

Die Turnhallen in all unseren Schulen werden in den ersten Schulwochen inzidenzbedingt für Lehrerkonferenzen und sonstige Zusammenkünfte der Schulfamilie immer wieder bestuhlt werden müssen. Es ist somit realistisch in keiner Schulturnhalle mit einem geregelten Vereinssportbetrieb zu rechnen.

Landrat Josef Niedermaier

Er, Niedermaier, könne dem Vorsitzenden des TSV Wolfratshausen „derzeit nur wenig Hoffnungen machen, dass ein eingeschränkter Betrieb möglich sein wird“. Barth setzt wie berichtet darauf, dass zwei Drittel der Realschulturnhalle, die jeweils von der Sanierung nicht betroffen sind, in den Herbst- und Wintermonaten von den nach seinen Angaben 500 bis 600 Hobbysportlern genutzt werden können. „Wir werden diese Option in den nächsten Wochen weiterverfolgen“, so Niedermaier, der Barth verspricht, ihn „auf dem Laufenden zu halten“. Zudem „werden wir versuchen, die Arbeiten zu beschleunigen, um den Betrieb bereits im Frühjahr wieder aufnehmen zu können“.

Angebot: Trainingszeiten in Geretsried und/oder Icking

Damit nicht genug: „Parallel werden wir dem TSV Wolfratshausen Übungszeiten in den Turnhallen in Geretsried und/oder Icking anbieten“, sagt der Landrat Soforthilfe zu. Er bittet jedoch um etwas Geduld: „Da die Auflagen für den Schul- und Sportbetrieb erst mit dem Schulbeginn bekannt gegeben werden, wird sich die Planung der Belegungen sicher noch bis Ende September hinziehen.“ Und weiter: „Die Turnhallen in all unseren Schulen werden in den ersten Schulwochen inzidenzbedingt für Lehrerkonferenzen und sonstige Zusammenkünfte der Schulfamilie immer wieder bestuhlt werden müssen. Es ist somit realistisch in keiner Schulturnhalle mit einem geregelten Vereinssportbetrieb zu rechnen.“

Alfred Barth ist mit der Reaktion des Landrats zunächst zufrieden – wunschlos glücklich machen den TSV-Chef die Aussagen selbstredend nicht. Er wolle die Erklärungen Niedermaiers erst einmal „einordnen“, dann „schauen wir mal, was sich ergibt“. Kontaktiert, so Barth, habe ihn inzwischen auch der Sportreferent des Stadtrats, Maximilian Schwarz (BVW). Auch der habe angekündigt, „uns helfen zu wollen“. (cce)

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