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Gut fünf Wochen vor Weihnachten: Spielwarengeschäfte leiden unter Lieferengpass

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Noch gibt’s die große Auswahl bei Spielwaren Tausend in Wolfratshausen. Doch Geschäftsführer Hans Frey fürchtet, dass einige Produkte vor dem Weihnachtsfest nicht mehr nachbestellt werden können.
Noch gibt’s die große Auswahl bei Spielwaren Tausend in Wolfratshausen. Doch Geschäftsführer Hans Frey fürchtet, dass einige Produkte vor dem Weihnachtsfest nicht mehr nachbestellt werden können. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Wird es enttäuschte Kinderaugen unterm Christbaum geben? Es ist zu befürchten. Viele Spielwaren sind nicht lieferbar. Örtliche Geschäfte raten zum frühzeitigen Weihnachtseinkauf.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In gut fünf Wochen ist Heiligabend, viele Wunschzettel sind mutmaßlich schon geschrieben. Mit der Beschaffung der Geschenke sollte man sich jedoch sputen, raten Experten. Vor allem, wenn Spielzeug unter dem Christbaum liegen soll. „Es ist leider so, dass etwa 80 Prozent unserer Artikel aktuell nicht lieferbar sind,“ berichtet Maria Fagner, Leiterin der Spielwaren-Abteilung im Isar-Kaufhaus in Geretsried. „Was die Baubranche mit dem Rohstoffmangel schon länger durchlebt, merken wir inzwischen genauso.“

Weihnachten: Lieferengpässe bei Spielwaren - bei konkreten Wünsche kann es schwierig werden

Bei Spielwaren Tausend in Wolfratshausen ist die Situation ähnlich. „Man merkt es vor allem dann, wenn man einen konkreten Wunsch aus dem Katalog hat. Es kann sein, dass es die Ware bereits nicht mehr gibt,“ sagt Geschäftsführer Hans Frey. Er und sein Team haben ganz bestimmte Spielsachen fürs diesjährige Weihnachtsfest bereits im Februar bestellt. In vielen Fällen weiß Frey aber immer noch nicht, ob und wann die Ware geliefert wird. „Ich will keine Panik machen. Aber wenn Kinder wissen, was sie wollen, sollte man vielleicht schon mal einkaufen gehen.“

Rat: Weihnachtseinkäufe bis Ende November erledigen

Maria Fagner empfiehlt, die Einkäufe bis Ende November erledigt zu haben. „Die letzten Jahre konnten wir bis Anfang Dezember noch nachbestellen, und das Meiste kam oft noch rechtzeitig an. Diese Garantie haben wir heuer nicht.“

Bei Dieter Pany, Geschäftsinhaber des Oisam 49 in Bad Tölz, toben vergnügte Kinder zwischen den Regalen und suchen Geschenkideen, von denen sie dem Christkind erzählen. Pany ist aufgrund der Lieferengpässe auch der Meinung: „Je früher die Kunden dieses Jahr ihre Einkäufe erledigen, desto besser.“ Selbst Dauerbrenner wie Lego oder Playmobil seien heuer rar. „Wer sich aufs Last-Minute Shopping verlässt, der bekommt nur noch das, was über ist. Neue Ware ist nicht einfach zu bestellen. Wir haben zwar Reserven, aber es kann eng werden.“

Tausend-Geschäftsführer Frey hat sich schon viele Nächte um die Ohren geschlagen, um über Großhändler deren Bestände zu kaufen, weil die Industrie gerade selbst wenig liefern könne. Frey: „Das kostet natürlich mehr, aber wir tragen diese Preisdifferenz selbst. Wir wollen unseren Ruf, dass Spielwaren Tausend alles hat, nicht verlieren und die Kunden auch nicht unter Druck setzen.“

Weihnachten: Auch Geschenkpapier könnte knapp werden

Bei Spielwaren Krömer in Geretsried hat man bereits bemerkt, dass es schon mehr Weihnachtseinkäufer gibt als sonst Mitte November. „Einige unserer Kunden sind sehr gut informiert und wissen, dass es vielleicht vor den Feiertagen mit der Auswahl an Geschenken schwierig wird“, erzählt Verkäuferin Birgit Schiller. Manche Kunden hätten bereits ihre komplette Einkaufsliste abgehakt: „Das ist definitiv früher als die Jahre davor. Aber für uns ist es gut, und die Kunden haben noch sehr viel Auswahl.“

Schiller sieht besonders Puzzle und Gesellschaftsspiele als sehr begehrte Geschenke. Beides gebe es im Moment noch relativ reichlich, doch das könne sich schnell ändern, gibt Maria Fagner zu bedenken. Auf jeden Fall schon akute Mangelware sei Weihnachtsdeko. Fagner: „Auch Nikolausmützen sind kaum noch zu bekommen.“ Und wer üblicherweise erst auf den letzten Drücker Geschenkpapier kauft, hat voraussichtlich Mitte Dezember keine große Auswahl mehr.

Einen großen Wunsch haben die Spielwarengeschäfte im Landkreis: Wenn irgend möglich, sollte man seine Weihnachtspräsente beim stationären Handel kaufen – und nicht im Netz.

Karin Holly

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