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Im Fokus: Banken versuchen derzeit, mit der Geldpolitik der EZB zurechtzukommen. Das ist eine große Herausforderung.

Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen

Gute Nachricht für alle Sparer

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Anders als die Münchner Sparkasse ändert die Kreissparkasse an ihren Gebühren erst einmal nichts

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht den regionalen Banken immer schwerer zu schaffen. Die Stadtsparkasse München schnallt den Gürtel deshalb enger: Aufs Tagesgeld gibt’s keine Zinsen mehr, und die Gebühren für Girokonten steigen teilweise. Im Landkreis schaut es für Sparer besser aus: Bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen stehen vorerst „keine großen Änderungen bei den Gebühren an“, sagt Vorstandsvorsitzender Walter Obinger.

Die Niedrigzinsphase habe sich in den vergangenen Monaten zwar weiter verschärft, erklärt der Sparkassen-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung. Die EZB pumpt immer billigeres Geld in den Markt. Drei Folgen: Die Gewinnspannen bei Kreditvergaben für die Banken sinken, eigene Geldanlagen werfen weniger Rendite ab, und die Aufbewahrung der Einlagen der Kunden wird richtig teuer. Zwar werden laut Obinger 80 Prozent der Kundeneinlagen in Form von Krediten wieder verliehen. Manchmal komme es dennoch vor, dass die Sparkasse Kapital kurzfristig bei der EZB parken muss. Anders als früher bringe das kein Geld. Im Gegenteil: Es koste 0,4 Prozent an Strafzinsen.

„Nicht nur die Sparer“, sagt Obinger, „sondern jeder stellt sich momentan dieselbe Frage: Wo investiere ich meine Mittel?“ Der Euro habe wegen des fehlenden Leitzinses derzeit keinen Preis. Und die Rufe aus Deutschland in Richtung EZB, die Zinspolitik schleunigst zu ändern, würden noch keine Wirkung zeigen. „Wir müssen also damit rechnen, dass die Zinssituation noch ein paar Jahre anhält.“

Die Sparkasse achte deshalb verstärkt auf ihre Kosten. Teuer ist das Filialnetz. Einige Geschäftsstellen hat die Bank deswegen in Selbstbedienungs-Läden umgewandelt. Grund dafür sei aber hauptsächlich das geänderte Kundenverhalten, betont der Sparkassen-Chef. „Unsere Kunden fragen Online-Banking und Apps sehr stark nach. Dadurch ergeben sich automatisch weniger Besuche in der Filiale.“

In Sachen Kontoführungsgebühr orientiere man an anderen Sparkassen, die jeweils unabhängig agieren. „Wir sehen derzeit aber keine Veranlassung, bei uns über deutliche Änderungen nachzudenken.“ Das ist die gute Nachricht für Sparer.

Die schlechte: Zinsen auf sichere Geldanlagen wie beispielsweise das Tagesgeldkonto gibt es so gut wie nicht mehr. Laut Obinger gibt’s momentan 0,001 Prozent. Das sind bei einer Anlage von 10 000 Euro gerade mal zehn Cent pro Jahr. Dennoch sei das Tagesgeldkonto „noch sehr beliebt“, weil das Geld ständig verfügbar ist. „Den klassischen Zins hat die europäische Geldpolitik abgeschafft. Wer Ertrag möchte, muss höheres Risiko gehen als bisher“, sagt Obinger

Ein Patentrezept gebe es nicht, jeder Kunde werde von einem Mitarbeiter individuell beraten. „Eine pauschale Lösung verbietet sich.“

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