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Da hadert der Hader: Auch wenn das Programm hinlänglich bekannt ist, erfreuten sich die Besucher an den treffsicheren Parodien und Pointen. 

Loisachhalle

Hader spielt Hader: Immer wieder gern

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Josef Hader ist wie er ist, und das ist gut so. Er hat das Publikum in der ausverkauften Loisachhalle begeistert - auch wenn vieles in seinem Programm nicht neu war.

Wolfratshausen – Hader spielt Hader – immer noch? Na eh! Als Wein wäre er wohl der Primitivo unter den Kabarettisten. Was einmal gut war, reift und wird im Laufe der Zeit einfach besser. Das gelingt am Donnerstagabend in der Loisachhalle nur partiell. Wobei: Der Großteil des Publikums fühlte sich bestens unterhalten. Nur wenige seiner langjährigen und treuen Verehrer ziehen sich in der Pause enttäuscht zurück. Die Mehrheit lauscht, lächelt und klatscht, wenn der österreichische Großmeister seine mitunter überstrapazierten, aber immer noch treffsicheren Pointen und Parodien zum Besten gibt.

Humanismus, das ist ...

Kernthema: Humanismus. Hader setzt an: „Humanismus? Muss man nicht erklären, oder? Das ist, wenn der Wiener so sogt. ,Joa, passt eh!‘ Humanismus am Beispiel Profifußball: ,Wenn ma wen schwer foult, ihm dann aber wieder auf die Füße hilft.‘“ 2011 ummäntelte Hader das noch wortgewandt mit Kritik am Umweltschutz. Jetzt muss die Flüchtlingskrise herhalten.

Und er holt aus zum altmeisterlichen Rundumschlag. Nicht nur die Politiker kriegen ihr Fett weg, Auch die alten Griechen: „Lieblingshobby – Knabenliebe!“ Sinnige Pause: „Da hört man bei den katholischen Priestern oft ein Aufatmen, Gott sei Dank, wir ham’s ned erfunden!“

„Also wenn Unfreundlichsein gesund wär’, wär’ die Herzinfarktrate in Wien bei Minus drei!“

Über die Ernährung zur Herzinfarkt-Rate in Paris: „Die ist nicht viel anders als die auf Kreta mit dem gesunden Olivenöl. Dabei legen die in Paris wahrscheinlich Butter intravenös...“ Aber egal, ob Paris oder Kreta. Unfreundlich sind sie da wie dort. Die Ausländer schneiden bei Hader insgesamt eher schlecht ab. Im Vergleich zu einigen anderen Österreichern, ist er aber wenigstens selbstkritisch: „Also wenn Unfreundlichsein gesund wär’, wär’ die Herzinfarktrate in Wien bei Minus drei!“ Anders seine Wahrnehmung in der Loisachhalle: „Sie sind ein intelligentes Publikum! Sie wissen: Vorurteile sind nix Schlechtes, sondern gelebte Erfahrung!“

Über Hölzchen und Stöckchen landet Hader bei den Waldbauern, quasi Heimspiel, und singt ein Loblied auf das Landleben, mit gutem Essen, einer durch Fliegenbesiedelung natürlichen Verkettung der Umstände von „Keks – Misthaufen – Leiche“ und einer gesunden Einstellung zum Sterben: „Da is’ Tod so wie Umsteigen. Mei’ Oma hat mit 91 Jahren g’sagt, jetzt geht’s lesen und ois nimma guad, jetz bin i auf was anders g’spannt.“

Also besser zurück ins Waldviertel, oder? Da hadert der Hader: „Das wär’ scho’ guad...“ Bedeutungsvolle Pause, typische Kopfdrehung und zack, Pointe: „Aber es is’ ja so fad. Es is’ so öd. Da is’ ja nix los auf’m Land. Und ned nur, wannst wo im Keller eing’sperrt bist.“ Aua. Egal. Zum Schluss wird gejubelt. Sein kokettierendes Konzept mit dem fragwürdigen Preis- Leistungsverhältnis, den Melodien in F-Dur, seine Watschen mit Kennerblick, das alles wird gern (wieder) genommen. 

Hier lesen Sie ein Interview mit Josef Hader.

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