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Im Fokus: Der Frauenschuh, der unter anderem in den Isarauen zu finden ist, zählt in Deutschland zu den streng geschützten Pflanzen. 

Naturtipp des Bund Naturschutz 

Hände weg vom Frauenschuh

Der Gelbe Frauenschuh gilt als Königin der europäischen Orchideen. Man findet ihn auch und gerade in der Wolfratshauser Gegend. Was es mit ihm auf sich hat, erläutert Sigrid Bender, Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz. 

Wolfratshausen – In Mitteleuropa beginnt die Blütezeit des Frauenschuhs Mitte Mai und dauert bis Ende Juni. Der Frauenschuh wird von Insekten bestäubt. Aufgrund seiner kesselfallenähnlichen Bestäubungsvorrichtung ist Selbstbestäubung praktisch ausgeschlossen. Für einen erfolgreichen Fruchtansatz ist daher das Vorkommen seines Hauptbestäubers, der Sandbiene, eine wesentliche Voraussetzung. Die Sandbienen sind wiederum auf schütter bewachsene Sand- beziehungsweise Sand-Lehmböden angewiesen. Zudem darf die Entfernung zwischen zwei Frauenschuhstandorten 500 Meter nicht überschreiten. Angelockt werden potenzielle Bestäuber sowohl von der Farbgebung als auch vom aprikosenähnlichen Duft der Pflanze.

Insekten dringen durch das Loch an der Labellumbasis in den Kessel ein oder fallen in den Kessel, dessen glatte und glänzende Wände (mit Ölüberzug) einen Ausstieg verhindern. Frauenschuhe bieten den bestäubenden Insekten keinerlei Nahrung an und zählen daher zu den Täuschblumen. Zuweilen lauern Raubspinnen, wie zum Beispiel Krabbenspinnen, in den Kesseln und machen diese dann zur tödlichen Falle.

Der Frauenschuh gilt mittlerweile als gefährdet

„Die Aufgabe ursprünglicher Waldnutzungsformen und die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft führten in den vergangenen Jahrzehnten zum Verlust geeigneter Lebensräume für den Frauenschuh“, stellt BN-Vorsitzende Bender fest. Mittlerweile gilt er europaweit als gefährdet und steht in allen Ländern unter strengstem Schutz. Auch Pflanzenliebhaber, die den Frauenschuh ausgraben, um ihn in ihrem eigenen Garten einzupflanzen, tragen wesentlich zum Rückgang der verbliebenen Vorkommen bei. Bender: „Die Umstellung auf das Kleinklima eines Gartens verkraften die Pflanzen gewöhnlich nicht und sterben frühzeitig ab.“ Benders Appell: „Seien Sie bitte vorsichtig, wenn Sie sich am Anblick dieser wunderschönen Pflanze, die gerade jetzt in den Isarauen zu finden ist, erfreuen wollen. Und weisen Sie jeden, der Hand an den Frauenschuh legen will, darauf hin, dass diese Art nicht nur in Deutschland streng geschützt ist und des Schutzes bedarf.“ red

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