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Verbotenes Symbol: Unbekannte beschmierten unter anderem die Münsinger Eckenkreuzkapelle mit Hakenkreuzen. 

Schmierereien häufen sich derzeit

Immer wieder Hakenkreuze

Bad Tölz-Wolfratshausen - Derzeit vergeht fast kein Tag, an dem nicht irgendwo ein Hakenkreuz auftaucht. Ob die Schmierer eine rechtsextreme Gesinnung haben, bezweifelt die Polizei. Aber ausschließen kann sie es auch nicht. 

Der erste Fall stammt aus Dietramszell: Unbekannte Täter hatten das Kreuz in die Tür des Mesnerhauses der evangelischen Kirche geritzt. Kurz nach Bekanntwerden dieses Vorfalles wurden weitere Hakenkreuze entdeckt: Unbekannte hatten die Rückseite der Münsinger Eckenkreuzkapelle mit dem verbotenen Zeichen besprüht. Ein Toilettenhäuschen in Ammerland wurde bemalt. Auch an der Dreifaltigkeitskapelle im Wolfratshauser Bergwald tobten sich die unbekannten Vandalen mit roter Lackfarbeaus. An der Händelstraße in Geretsried, wo am Wochenende eine Kundgebung der AfD stattfand, wurde ein Eckhaus mit dem Hakenkreuz versehen. Die Täter dort schienen allerdings keine allzu große Ahnung von der Materie zu haben: Sie zeichneten das Hakenkreuz spiegelverkehrt.

Die Polizei will keine Vermutungen anstellen

Ob den Fällen eine rechtsextreme politische Haltung zugrunde liegt, darüber kann auch die Polizei nichts Genaues sagen. Der Pressesprecher der Präsidialstelle Rosenheim, Andreas Guske, möchte sich nicht festlegen: „Solche Taten können natürlich einen politischen Hintergrund haben. Oftmals sind derlei Schmierereien aber Dumme-Jungen-Streiche.“ Unabhängig vom Hintergrund der Schmierereien geht die Polizei nach Guskes Worten derlei Fällen „konsequent nach“. Eine dramatische Häufung der Delikte im Landkreis ist Guske bislang nicht aufgefallen, auch in den Nachbarlandkreisen gebe es diese Entwicklung nicht. Vermutungen, warum das verbotene Symbol derzeit im Norden des Kreises Bad Tölz-Wolfratshausen so häufig auftaucht, möchte der Polizeisprecher nicht anstellen: „Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben.“ Gelegentliche Anstiege von solchen Delikten seien der Polizei nicht unbekannt: „Manchmal gibt es zwei solche Vergehen in der Woche, manchmal zwei Fälle im Monat.“

Die Aufklärungsquote ist leider nicht sonderlich hoch

Bei den Kritzeleien handelt es sich nicht nur um den Straftatsbestand der Sachbeschädigung, sondern zudem um die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Höchststrafe für dieses Vergehen liegt bei drei Jahren Freiheitsentzug. In manchen Fällen kommen die Täter mit einer Geldstrafe davon. Die Fälle werden der Kriminalpolizei gemeldet. Die Ermittlungen führen die örtlichen Polizeidienststellen durch. „Leider ist die Aufklärungsquote nicht sonderlich hoch“, sagt Guske. Die Kommunen bemühen sich, die Spuren der Vandalen schnell zu entfernen. In Ammerland wurden die Schmierereien bereits übermalt, in Wolfratshausen soll dies laut Pfarrbüro am Mittwoch passieren.

Dominik Stallein

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