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„Hören Sie zu, was die Bürger sagen“: Fried-Thorsten Jantzen, Initiator des Bürgerbegehrens für eine Beteiligung am Hallenbad, appellierte an die Stadträte.

„Sie sagen immer Nein“

Hallenbad-Aus: Vorwürfe an die Bürgervereinigung

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Wolfratshausen – Nach dem Aus des interkommunalen Hallenbads in Geretsried muss sich die Bürgervereinigung Vorwürfe anhören. Der Bürgermeister steht hinter dem geplanten Bürgerbegehren.

Um 21 Uhr wäre die Stimmung beinahe gekippt. Walter Niebler aus dem Vorstand der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) klatschte höhnisch, als Tilo Scheck das Aus des interkommunalen Hallenbads in Geretsried kritisierte. Scheck hatte sich bei der Monatsversammlung der BVW im Wirtshaus Flößerei als „normaler Bürger“ vorgestellt, der in Wolfratshausen geboren sei und seine Heimat liebe. „Sie wussten alle, dass das Ding stirbt“, sagte er. „Was ist Ihre Idee, wie es weitergeht?“ Bürgermeister Klaus Heilinglechner bremste Niebler mit einem Stupser ein. Bei der Bürgervereinigung, betonte er, dürfe jeder Bürger offen reden. So, wie es im Namen steht.

Es war nur eine kurze Szene, aber sie zeigt, wie angespannt die Stimmung ist, nachdem die BVW-Stadträte geschlossen gegen eine Beteiligung am Betriebskostendefizit des geplanten Schwimmbads in Geretsried gestimmt hatten. Das stieß bei vielen Bürgern auf Unverständnis, auch bei Tilo Scheck. Die Politiker würden in ihren Erklärungen einerseits nur die Historie betrachten und andererseits fürchten, dass sie von Geretsried über den Tisch gezogen würden. „Ich erlebe Wolfratshausen als reaktiv, nicht als vorausschauend“, sagte er. „Sie sagen immer Nein. Ich bin sehr frustriert, dass wir uns so isolieren.“

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) kritisierte, dass man sich rückwärts orientiere. Die anderen Gemeinden hätten mehrheitlich die Vorteile erkannt. Sie wollen das Defizit wie berichtet proportional zu ihrer Einwohnerzahl mittragen.

Bürgermeister Heilinglechner verteidigte die Haltung seiner Fraktion. Man mache sich Gedanken um die Zukunft, wolle aber eine „echte Partnerschaft“ und sich nicht nur die Kosten diktieren lassen. Beispielsweise könnte ein großes Spaßbad in der Mitte der Mittelzentren gebaut werden. Es sei ausgeschlossen, dass die Stadt für das Defizit aus dem Badbetrieb für Öffentlichkeit und Vereine aufkomme. Zudem glaube er, die Wasserfläche des geplanten Bads sei zu klein, sobald das marode Ascholdinger Bad schließt. „Ich kann aber nicht helfen, wenn man auf meine Anliegen nicht eingeht.“ Jetzt müsse man die Reaktion Geretsrieds abwarten. „Entweder sie bauen allein oder nehmen eine gewisse Verhandlungsbereitschaft auf.“

Geretsried habe ein gutes Angebot vorgelegt bekommen, sagte Stadtrat und Ex-Bürgermeister Helmut Forster. „Wir haben es uns fünf Jahre lang nicht leicht gemacht, aber irgendwann hat alles ein Ende.“ Dass es im Nordkreis keine Alternative gibt, kreidete er Dietramszell an. Dort habe man die Chance auf einen 92-Prozent-Zuschuss zum Neubau des Ascholdinger Bads nicht beantragt. „Das haben sie leider versäumt – wissentlich. Sie haben die Alternative selbst kaputt gemacht.“ Der Ascholdinger Josef Maier forderte, die Pläne zu reaktivieren. „Das Konzept steht.“ Das Zuschussprogramm ist inzwischen aber ausgelaufen.

Fried-Thorsten Jantzen appellierte, auf die Bürger zu hören. Er ist einer der Initiatoren des Bürgerentscheids pro Hallenbad. Auch er wurde verbal attackiert: „Komm zur Sache“, rief jemand aus Reihen der BVW am Anfang seiner Wortmeldung. Bürgermeister Heilinglechner stellte sich hinter das Bürgerbegehren. „Ich werde das auf keinen Fall verhindern. Das soll neutral vonstattengehen“, sagte er.

dor

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