Hanni Münzer mit ihrem aktuellem Buch „Solange es Liebe gibt“ und Hund „Pepsi“.
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Eine Vielschreiberin: Die erfolgreiche Wolfratshauser Autorin und Hundeliebhaberin Hanni Münzer mit ihrem aktuellem Buch „Solange es Liebe gibt“ und Leih-Hund „Pepsi“.

„Solange es die Liebe gibt“

Für den neuen Roman: Hanni Münzer inkognito in der Kaffee-Rösterei

  • Bettina Sewald
    VonBettina Sewald
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Hanni Münzer hat ein neues Buch veröffentlicht: Die Bestseller-Autorin aus Wolfratshausen tauchte bei ihrer Recherche tief in eine unbekannte Welt ein. 

Wolfratshausen – Sie hat es schon wieder getan: Die Wolfratshauser Bestsellerautorin Hanni Münzer scheint die Romane aus dem Ärmel zu schütteln. Aktuell gehen die Übersetzungen ihrer Heimat-Saga rund um die Welt, parallel dazu klettert hierzulande „Solange es Liebe gibt“ auf der Bestseller-Liste nach oben. Es ist das neueste Werk der Erfolgsautorin.

Hanni Münzer tauchte für den neuen Roman inkognito in eine Kaffee-Rösterei ein

Die Idee zu dem generationsübergreifenden Schicksalsroman kam ihr beim Putzen der Espressomaschine. Es ist das Prequel, also sozusagen die Vorgeschichte, zum bereits 2017 erschienenen Werk „Solange es Schmetterlinge gibt“. Münzer berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung schmunzelnd: „Da ich selber leidenschaftliche Kaffeetrinkerin bin, hat es mich gereizt, der anregenden Bohne ein literarisches Denkmal zu setzen.“

Neuer Münzer-Roman: „Solange es die Liebe gibt“

Im Roman geht es um eine bayerische Kaffee-Dynastie in dem fiktiven Ort Dinzing. Er erzählt von dem furchtbaren Schicksal der jungen Mutter Julie, die durch einen Unfall ihre Lieben verliert – und ihren Lebenswillen: Julie verweigert sich allem, öffnet weder Haustür noch Briefe, bis sie quasi obdachlos in Berlin auf der Straße landet. Kurze Zeit später erreicht sie die Nachricht, dass ihr Vater verstorben ist, mit dem sie vor Jahren gebrochen hatte. Am tiefsten Punkt ihres Lebens fährt sie zurück in ihre bayerische Heimat und muss entscheiden, ob sie das Erbe der familiären Kaffeerösterei antreten will. Dabei bringt die Auseinandersetzung mit ihrer herrischen Großmutter Klara schwerwiegende Verwicklungen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, ans Licht.

Die Autorin Hanni Münzer führt dazu in mitreißenden Zeitsprüngen immer wieder zurück in Klaras schwierige Mädchenjahre in Deutschlands dunkelster Zeit. Als junges, oft einsames und von den Brüdern verspottetes Mädchen, verliebte sie sich einst in den Kaffee-Erben Friedrich. Und sie traf eine verhängnisvolle Entscheidung.

Münzers neuer Roman führt in die Vergangenheit im Weltkrieg

Die Autorin hat auch für diesen Roman wieder ausführlich recherchiert. Dazu hat sie unter anderem eine Kaffee-Rösterei besichtigt. Hat man sie dort auf dem roten Teppich empfangen? „Natürlich nicht. Ich war da ja inkognito, einfach nur als normaler Besucher.“ Bei einer Betriebsführung hatte die 56-Jährige aber gut aufgepasst, sodass sie über das Handwerk einiges lernte. „Das muss inhaltlich unbedingt stimmen, wenn ich es beschreibe“, sagt sie. Eine Gratwanderung, denn „ich will den Leser nicht mit zu viel Fachwissen überfrachten“.

Passend zu den röstbraunen Kaffeebohnen spielt in „Solange es Liebe gibt“ ein kaffeebrauner Labrador eine wichtige Rolle. „Charoú“ – die Glückliche. Hundefreundin Münzer verrät: „Eigentlich spielt in jedem meiner Bücher mindestens ein Hund eine tierische Nebenrolle.“ Haustiere allgemein, insbesondere Hunde, bereichern ihrer Meinung nach das Leben und sind unentbehrliche Wegbegleiter: „Sie lieben uns, wie wir sind, wollen uns weder ändern noch bewerten.“ Aktuell arbeitet die 1965 in Wolfratshausen geborene Münzer an einem neuen Roman. Titel: „Am Ende der Nacht“. Auch hier wird wohl wieder ein Vierbeiner seine Pfoten im Spiel haben.

Münzer: Die Autorin kommt aus Wolfratshausen

Münzer ist in Dietramszell aufgewachsen und gilt als eine der erfolgreichsten Autorinnen Deutschlands. Mit ihrer „Seelenfischer-Reihe“ und der „Honigtot-Saga“ erreichte sie ein Millionenpublikum. Ihre Bücher erscheinen in 17 Ländern, eine mehrteilige Verfilmung von „Honigtot“ ist in Planung. Bereits im Kindesalter verfasste sie eigene Geschichten. Die Liebe zum Schreiben wuchs und brachte die ehemalige Vorstands-sekretärin zunächst mit E-Books auf die Bestseller-Listen, bevor Verlage auf sie aufmerksam wurden. Seit über acht Jahren arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Nach Stationen in Seattle, Stuttgart und Rom lebt die 56-jährige Autorin heute mit ihrem Mann wieder in Wolfratshausen – oder wie sie es liebevoll nennt: in Mittelerde., ihrer Heimat. Auch die ist immer wieder ein wichtiges Thema für die Autorin.

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