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Helmut Forster (gespielt von Wiggerl Gollwitzer, li.) wurde beim Singspiel sauber derbleckt.

„Beim Witzereißen bei der Wahrheit bleiben“

Zu hart derbleckt? Politiker kritisieren Bauernbühne

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Wolfratshausen – War die Loisachtaler Bauernbühne mit ihrem Singspiel beim Starkbierfest mit den Stadträten zu streng? Das monieren Richard Kugler und Helmut Forster.

Das Gros der Starkbierfest-Besucher war begeistert. Die Loisachtaler Bauernbühne (LBB) wurde fürs Politiker-Derblecken über den grünen Klee gelobt (wir berichteten). Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU) hat die Veranstaltung in der Loisachhalle dagegen das Kraut verhagelt. Die Laiendarsteller hätten „wild und blind draufgehauen“, die Gürtellinie ein ums andere Mal unterschritten.

Persönliche Angriffe gehören nicht zum Derblecken

Gute Miene zum bösen Spiel: Landrat Josef Niedermaier (li.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (gegenüber) lachen herzlich.

Er sei beileibe keine Mimose, beteuert Kugler. Doch persönliche Angriffe hätten mit der Tradition des Derbleckens nichts zu tun. Warum gab es bei der Erwähnung der Stadträte Benedikt Brustmann und Günther Eibl Querverweise auf deren Tätigkeit als Unternehmer?, fragt sich Kugler. „Warum wird Frau Fraas, die Ehefrau des Stadtrats Alfred Fraas, verhöhnt?“ Unsere Kritik zum Singspiel lesen Sie hier. Dem LBB-Vorsitzenden, Ex-Bürgervereinigungs-Stadtrat Ludwig Gollwitzer, hält er vor, von der Bühne herab seine „persönliche Rechnung“ mit seinem Ex-Fraktionskollegen Helmut Forster beglichen zu haben. Zudem habe der Vorsitzende der Bürgervereinigung, Thomas Eichberger, als Schauspieler am Derblecken teilgenommen. „Das hat für mich alles ein Gschmäckle“, bilanziert Kugler.
 
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Kugler und auch der Wirtschaftsreferent des Stadtrates, Forster, stehen auf dem Standpunkt: „Auch beim Witzereißen sollte man bei der Wahrheit bleiben.“ Es sei unredlich von der Bauernbühne, dem Stadtrat die Verantwortung für das Geschäftesterben in der Innenstadt in die Schuhe zu schieben. „Das haben doch die Wolfratshauser selbst in der Hand“, betont Kugler. „Die, die in der Loisachhalle über die Witze grölen, könnten doch alle mal in der Stadt einkaufen. Dann hätten wir viele Probleme nicht.“ Es sei doch „blanker Unsinn“, der Bevölkerung zu suggerieren, dass der Stadtrat für das leer stehende Isar-Kaufhaus verantwortlich sei. „Wir können doch keinen zwingen, ein Geschäft bei uns zu öffnen.“

"Starkbierfest redet unsere Stadt schlecht"

Forster trägt die Spötteleien über seine Person mit Fassung. Aber er bedauert es, „dass beim Starkbierfest unsere Stadt schlecht gemacht wird“. Er verweist auf die Geretsrieder Nachbarn. Ludwig Schmid alias Bruder Barnabas gehe zwar mit den Kommunalpolitikern hart ins Gericht. Doch den Schlusspunkt setze Barnabas mit dem Bekenntnis: „I love Geretsried.“ Kugler rät den Aktiven der Loisachtaler Bauernbühne, „einmal in Klausur zu gehen und zu überlegen, was sie mit ihrem Auftritt eigentlich bezwecken wollen“.

Starkbierfest 2016 in der Loisachhalle

cce

Politikerderblecken beim Starkbierfest 2016

Starkbierfest: Den Bürgerladen-Gag muss jeder gesehen haben :-) Hier unser Bericht: http://bit.ly/1ptDeli

Posted by Isar-Loisachbote on Sonntag, 6. März 2016

 

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