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Der Walnussbaum an der Edelweißstraße 22: Anwohner fürchten, dass er bald einem Neubau weichen muss.

Nach offenem Brief aus Farchet

Heilinglechner: Baumschutzverordnung ist nicht das Allheilmittel

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Mit einem offenen Brief versuchen Bürger aus Farchet, die Bäume in ihrer Nachbarschaft zu schützen. Jetzt äußert sich der Bürgermeister dazu.

Wolfratshausen – Sechs Bürger aus Farchet befürchten, dass aus ihrem Ortsteil mit der zunehmenden Wohnbauverdichtung viele Bäume verschwinden. Aus diesem Grund haben sie sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Klaus Heilinglechner und den Stadtrat gewendet – unter anderem mit dem Wunsch nach dem Erlass einer Baumschutzverordnung. Die gibt es in Wolfratshausen nicht (wir berichteten).

Bürgermeister erwartet Antrag von den Grünen

Während seiner nun dreijährigen Amtszeit sei noch kein Antrag auf eine Schutzverordnung gestellt worden, sagt Rathauschef Heilinglechner auf Anfrage unserer Zeitung. Er gehe jedoch davon aus, dass die Grünen-Fraktion im Stadtrat – auch als Reaktion auf den Brief aus Farchet – „bald einen stellen wird“. Er persönlich halte nicht sehr viel von einer derartigen Regelung, sagt der Bürgermeister, da sei er mit CSU-Stadtrat Dr. Manfred Fleischer „mal einer Meinung“.

Seine Stadt werde gerne mit dem Nachbarn Geretsried – dort existiert eine Verordnung zum Schutz der Bäume – verglichen, fährt der Bürgermeister fort. „Aber wenn man sich das mal in Google Earth betrachtet, lassen sich die beiden Städte nicht vergleichen. Unsere Lage ist durch Berg und Flüsse einfach extrem beengt.“ Das gelte auch für die Stadtteile Farchet und Waldram. Hinzu komme der Siedlungsdruck aus München, dem man nicht entgehen könne: „Wir können nicht einfach hergehen und eine Glaskugel über unsere Stadt stülpen.“

Investor sägt und zahlt die Strafe

Zum anderen ist sich Klaus Heilinglechner nicht sicher, ob eine Baumschutzverordnung – wenn sie doch käme – tatsächlich viel ändern würde. Er verweist auf einen von der Stadt erstellten Bebauungsplan, in den schützenswerte Bäume eingezeichnet worden waren. Eine Rolle habe das aber kaum gespielt. „Wissen Sie“, erklärt der Bürgermeister, „so etwas interessiert einen Investor heutzutage oft nicht. Der sägt trotz einer Schutzverordnung einen Baum um und zahlt halt dann die Strafe.“

So oder so will der Rathauschef den sechs Verfassern des offenen Briefes demnächst antworten. Er geht davon aus, dass das Thema bald in einer Ausschuss- oder Stadtratssitzung behandelt wird. „Danach kann ich mehr sagen.“ 

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