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Fast 200 Jahre alt: Das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße. 

Heilinglechner wird himmelangst

Zieht das Heimatmuseum ins alte Krankenhaus? 

Der Historische Verein möchte das Heimatmuseum ins alte Krankenhaus umsiedeln. Doch Bürgermeister Heilinglechner zweifel an der Umsetzbarkeit der Idee.

Wolfratshausen – Das Heimatmuseum könnte in das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße 15 umziehen. Das ist zumindest die Idee des Historischen Vereins Wolfratshausen (wir berichteten). Für die vielen Exponate ist in den derzeitigen Räumen am Untermarkt 10 kaum noch Platz. Der Bürgermeister zweifelt an der Umsetzbarkeit der Idee, will aber keine definitive Absage erteilen.

„Wenn der Historische Verein meint, das wäre die ideale Lösung, und der Stadtrat sieht das genauso, werden wir irgendwie versuchen, dieses Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Rathauschef Klaus Heilinglechner auf Anfrage unserer Zeitung. Das Gebäude, das im Jahr 2023 sein 200-jähriges Bestehen feiert, müsste für die Nutzung als Museum renoviert werden. Billig würde das vermutlich nicht. „Ich sage es ganz ehrlich: Mir wird himmelangst, wenn ich daran denke, dass die Stadt dieses Gebäude sanieren muss.“ Ob es so weit kommt und ob die historischen Exponate künftig an der Sauerlacher Straße ausgestellt werden, vermag Heilinglechner nicht einzuschätzen. „Denkbar ist grundsätzlich alles.“ Zweifel hat er dennoch: „Wir würden dann das teuerste Heimatmuseum im Umkreis bekommen.“

Ist das Vorhaben wirtschaftlich? 

Die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens möchte der Bürgermeister vorab prüfen: „Man muss umrechnen, was das auf jeden Besucher kosten würde.“ Die derzeitige Einrichtung am Untermarkt 10 fällt für die Stadt nicht schwer ins Gewicht: „Wir zahlen im Moment lediglich den Betrieb und Minijob-Mitarbeiter für das Museum.“ Pro Besucher falle ein „zweistelliger Betrag“ an.

Grundsätzlich, findet der Rathauschef, sei es sinnvoll, sich Gedanken über die Ausrichtung des Museum zu machen. „Wir sollten uns mit dem Konzept beschäftigen.“ Er könne sich beispielsweise sehr gut vorstellen, künftig Wechselausstellungen zu gewissen Themenschwerpunkten auszurichten. Alleine kann er diese Entscheidung nicht treffen: „Die Stadtratsfraktionen werden sich über das Heimatmuseum unterhalten.“

SPD äußerte sich bereits

Eine Partei äußerte sich bereits zum Wunsch des Historischen Vereins: SPD-Stadträtin Roswitha Beyer ist von der Idee nicht restlos überzeugt. „Das alte Krankenhaus ist zu klein.“ Sie warnte in der Monatsversammlung ihrer Partei davor, Entscheidungen zu treffen, die nicht langfristig funktionieren. „Dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt.“ Das möchte sie bei der städtischen Einrichtung tunlichst vermeiden. „Das Heimatmuseum ist unsere Geschichte, das ist die Identität dieser Stadt.“

Von Dominik Stallein

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