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Stein des Anstoßes: Die eigenen Ortschilder für den Stadtteil Weidach.

Schilderstreit

Heilinglechner würde Weidacher Ortstafeln aus eigener Tasche bezahlen

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Der Schilderstreit um die Ortstafeln in Weidach geht in die zweite Runde: Nun äußert sich der Bürgermeister zum Vorwurf der „Geldverschwendung“.

Wolfratshausen – Zwei gelbe Ortsteiltafeln in Weidach sorgen für Unmut. Eins davon hat die Polizei wieder abgehängt. Nun erklärt Bürgermeister Klaus Heilinglechner gegenüber unserer Zeitung, was es mit den Schildern auf sich hat.

Klaus Heilinglechner Der Bürgermeister kommt selbst aus Weidach.  

„Wegen der Ortsteilschilder sind Weidacher Bürger an mich herangetreten“, so der Rathauschef. Sie hätten den Wunsch nach Tafeln wie in Waldram geäußert. Heilinglechner ließ die Sache prüfen. „Ich habe keinen Grund gesehen, der dagegen gesprochen hätte.“ Nach Rücksprache mit der Verwaltung entschied er sich gegen eine verkehrsrechtliche Anordnung. „Sonst hätten alle Zufahrten Schilder gebraucht“, erklärt der Bürgermeister. Das wären jedoch zu viele gewesen. „Das wollte ich nicht.“ Daher habe er nur zwei Stück aufstellen lassen: an der Loisachbrücke und vor der Weidacher Schule.

Letzteres ist am Freitag von der Polizei beanstandet worden. Sie hat die Stadt informiert, dass die Tafel in der Nähe der Schule nicht stehen darf, weil sie das dort geltende Tempo-30-Limit aufhebt. „Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich das nicht gewusst habe“, sagt Heilinglechner. Mittlerweile sei gemeinsam ein neuer Standort für das Ortsteilschild gesucht worden. „Es wird wohl im Bereich vor dem Weidacher Backstüberl angebracht.“

Bürger ist empört

Der Farcheter Thomas Martin ist grundsätzlich empört über die neuen Tafeln. Er wirft dem Bürgermeister, der aus Weidach stammt, Lokalpatriotismus vor. Heilinglechner weist das zurück: „Für mich wäre ohne die Schilder sicherlich keine Welt untergegangen.“ 119 Euro hätten die Schilder gekostet, sagt der Rathauschef, die Kosten für das Aufstellen kann er nicht nennen. Beschwerdeführer Martin schätzt die Gesamtausgaben auf 1000 Euro – für ihn eine „Verschwendung“ von Steuergeld, weshalb er überlegt, den Fall dem Bund der Steuerzahler Bayern zu melden. Der Rathauschef sieht dem gelassen entgegen. Die Aktion kann nach seiner Meinung gerne geprüft werden. „Sollte der Bund der Steuerzahler etwas beanstanden, zahle ich die Ortsteiltafeln gerne aus meiner eigenen Tasche“, kündigt Heilinglechner an. 

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