Ein Hubschrauber
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Piloten der Fliegerstaffel Oberschleißheim unternahmen am Mittwochabend laut Bundespolizeidirektion Aus- und Fortbildungsflüge über den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen.

Hubschrauber über dem Landkreis

Helikopter im Formationsflug über Bad Tölz-Wolfratshausen: Das steckt dahinter

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Zahlreiche Bürger rätseln: Wer knatterte am Mittwochabend über ihren Köpfen? Unsere Zeitung hat recherchiert. Von Wolfratshausen über München bis Köln.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Eine Gruppe Hubschrauber überquerte laut Augenzeugenberichten am Mittwochabend gegen 19 Uhr im Formationsflug erst den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – und knatterte dann über den Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen. Rettungshubschrauber? Polizei? Oder Arbeitsgeräte der Bundeswehr? Kein Luftbeobachter unter den vielen Bürgern, die sich bei unserer Zeitung meldeten, konnte die Fluggeräte zweifelsfrei identifizieren – ein Fall für die Heimatzeitung.

Die Recherche beginnt in Wolfratshausen

Die Recherche beginnt am Donnerstagmorgen bei der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Nein, eine Vermisstensuche mit Hilfe eines Helikopters habe es am Mittwochabend nicht gegeben, berichtet Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf. Der Pressesprecher der örtlichen Dienststelle verweist auf das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Doch auch dessen Sprecher, Stefan Sonntag, kann unserer Zeitung nicht weiterhelfen. Sein heißer Tipp: Bei der Bundespolizeidirektion in München nachhaken. Dort will man „der Anfrage nachgehen“, bittet aber um Verständnis, dass es „wegen Homeoffice und so“ ein bisschen dauern könnte. Dem Reporter rät man, es parallel beim Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln zu versuchen.

Bundeswehr wertet Radardaten aus

In der Luftwaffenkaserne in Wahn im Kölner Stadtbezirk Porz hebt Leutnant Kai M. Stobbe, verantwortlich für die Presse- und Informationsarbeit, den Hörer ab: „Hubschrauber über dem Landkreis in Bad Tölz Wolfratshausen beziehungsweise Garmisch-Partenkirchen? Ob wir das waren? Das kann ich klären“, verspricht der Offizier. Dazu werde er die Radardaten des Flugbereichs auswerten, das Ergebnis liege ihm in zirka zwölf Stunden vor. Am Freitag um 8.33 Uhr meldet Leutnant Stobbe wie versprochen per E-Mail: „Die Auswertung der Radardaten vom 24. Februar 2021 konnte in dem von Ihnen angegebenen Zeitraum keinen militärischen Hubschrauberflugbetrieb im Bereich Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen feststellen.“

Bundespolizeidirektion sorgt für Aufklärung

Am Freitagnachmittag ruft schließlich die Pressestelle der Bundespolizeidirektion München an – und sorgt für Aufklärung: Es waren drei Hubschrauber der Fliegerstaffel Oberschleißheim, berichtet Matthias Knott, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion. Zwischen 19 und 21 Uhr seien die drei Maschinen in der Luft gewesen. Es habe sich um keinen Einsatz gehandelt, erläutert Knott, sondern um Flüge „zur Aus- beziehungsweise Fortbildung“ der Piloten beziehungsweise der übrigen Besatzungsmitglieder. Aus diesem Grund seien die drei Hubschrauber zum Teil auch „im Verband“ geflogen. (cce)

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