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Mimen zwei stark betrunkene Saufkumpane: Die Schauspieler Wiggerl Gollwitzer (li.) und Claus Steigenberger.

Im dritten Anlauf soll‘s klappen

Historischer Verein veranstaltet Bierrevue

Wolfratshausen – Im dritten Anlauf soll es nun endlich klappen: Mit einer Bierrevue will der Historische Verein am 20. Januar sein 20-jähriges Bestehen feiern.

Vize-Vorsitzender Bernhard Reisner blickt diesem Termin euphorisch entgegen. Er verspricht: „Da ist was ganz Tolles rausgekommen. Das Programm ist wesentlich runder und besser als ursprünglich geplant – wer nicht hingeht, versäumt was.“

Die Bierrevue hat eine lange Vorgeschichte. Ursprünglich sollte sie wie berichtet im Juli 2016 stattfinden. Wie oft zuvor wollte der Verein im Hof des Humplbräu ein 400-Mann-Zelt aufstellen. Doch in den vergangenen Jahren seien die Feuerschutz- und sicherheitsrechtlichen Auflagen erheblich verschärft worden, berichtet Reisner. Die Konsequenz: Bei der feuerpolizeilichen Begehung konnte die Genehmigung nicht sofort erteilt werden. „Es war hinten und vorne vertrackt“, erinnert sich Reisner. „So mussten wir drei Tage vorher die Reißleine ziehen und die Bierrevue absagen.“

Schauplatz: Pfarrheim St. Andreas

Im September wollte der Verein mit einem kleineren Zelt einen zweiten Anlauf starten. Doch auch dieser Gedanke wurde schnell verworfen. Nun geht die Bierrevue am 20. Januar um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im benachbarten katholischen Pfarrheim St. Andreas am Marienplatz über die Bühne. Schon bei der ersten Probe wurde deutlich, wie viel Aufwand für einen reibungslosen Ablauf notwendig ist. Ex-Narrenschaukel-Mitglied Claus Steigenberger hat sich als professioneller Regisseur bereit erklärt, die rund zweieinhalbstündige Veranstaltung zu inszenieren. „Ich habe in den vergangenen Jahren schon oft mit dem Verein zusammengearbeitet und mache das gerne ehrenamtlich“, begründete er sein Engagement. Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende des Historischen Vereins, weiß diesen Einsatz zu schätzen: „Bis auf Wiggerl Gollwitzer und Christine Noisser, die viel Erfahrung als Bühnenschauspieler mitbringen, sind wir alle Laien“, räumt sie ein. „Für uns ist es toll, mit einem Profi zusammenzuarbeiten.“

„Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s“ kommt nicht von ungefähr

Schon in einer der ersten Szenen der Bierrevue wird dies deutlich: Steigenberger und Gollwitzer mimen darin zwei stark betrunkene Saufkumpane, die von Wirtin Liesl (Christine Noisser) nur mit Müh und Not zum Heimgehen überredet werden können. Das genaue Timing der gelallten Sprüche sitzt zwar erst beim dritten Anlauf, wirkt dann aber umso realistischer. In einem weiteren Gespräch erläutern Krafft, Reisner und Gollwitzer dann auf amüsante Weise, warum man für die Veranstaltung ausgerechnet vom Humplbräu ins katholische Pfarrheim umgezogen ist. „Da kriegt’s doch nur Weihwasser und koa Bier“, gibt Krafft zu bedenken. Vorstandskollege Reisner verweist daraufhin auf die jahrhundertelange Symbiose von Brauereien, Wirtschaften und Kirchen. Der Appell „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ komme schließlich nicht von ungefähr. Gollwitzer hebt hervor, dass man(n) sich vom Bier auch gut ernähren könne: Demonstrativ reibt er abschließend sein Wohlstandsbäuchlein. Währenddessen stoppt Hannelore Greiner die Zeit für die verschiedenen Beiträge.

Programm aus 30 Einlagen

Denn das aus rund 30 Einlagen bestehende Programm ist eng getaktet. Beim musikalischen Auftritt von Heinrich Zapf, der am 20. Januar mit seiner Klarinette zu hören sein wird, ist das nicht anders. Akribisch achtet Steigenberger zudem darauf, dass der Lichtwechsel nach den Filmeinspielungen stimmt. Da das katholische Pfarrheim nicht jeden Tag für Proben zur Verfügung steht, muss manchmal aber auch ein Schnelldurchlauf genügen. Falls am Ende doch nicht alles hundertprozentig perfekt sein sollte, bittet Krafft schon mal vorab um Verständnis: „Die Besucher sollten nicht alles bierernst nehmen und oft lachen“, wünscht sie sich.

Abgerundet wird die Revue durch Wort- und Filmbeiträge von Hopfenzupfern, Schäfflern, Brauburschen und Bierkutschern und sehr vielen Fotos von historischen Brauereien. Die Requisiten stammen aus dem Stadtmuseum.

Von Peter Herrmann und Patrick Staar

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