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Die bewegte Geschichte der alteingesessenen Wolfratshauser Familie Reiser wird am 21. April im Pfarrheim anhand von vielen Bildern erzählt.

Historischer Verein Wolfratshausen

Hopfen, Malz und Nantovinus

Wolfratshausen – Der Historische Verein Wolfratshausen stellte sein Jahresprogramm im Humplbräu vor.

Dass die beiden Vorsitzenden Dr. Sybille Krafft und Bernhard Reisner das Jahresprogramm des Historischen Vereins Wolfratshausen wie schon 2015 erneut in der Gaststätte Humplbräu vorstellten, kommt nicht von ungefähr. Die traditionsreiche Wirtschaft ist einer der wichtigsten Schauplätze des diesjährigen Veranstaltungsreigens „Streiflichter aus der Geschichte“.

Am 23. Juli wird im Hof des Humplbräus ein Bierzelt aufgestellt, um dort eine historische Revue zur Wolfratshauser Biergeschichte mit Zeitzeugen, Fotos, Filmen, Kurzvorträgen und Blasmusik zu präsentieren. „Nur wenige wissen, dass in Wolfratshausen im 19. Jahrhundert bis zu zwölf Brauereien ansässig waren. Neben den Flößern hatte die Zunft der Brauer den größten wirtschaftlichen Einfluss in der Loisachstadt“, erklärt Vize-Vorsitzender Reisner. Zu sehen sein werden an diesem Abend auch Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm, den Krafft anlässlich des seit 500 Jahren bestehenden Reinheitsgebots für das Bayerische Fernsehen drehte. Für die passende musikalische Umrahmung sorgt die Wolfratshauser Stadtkapelle. Da es im Juli erst um kurz vor 22 Uhr dunkel wird, ist die Vorführung eines Films auf einer Leinwand und die Bereitstellung von technischen Equipment durchaus eine Herausforderung für das Team des Historischen Vereins.

Im traditionsreichen Humplbräu präentierten die Vorsitzenden Dr. Sybille Krafft und Bernhard Reisner das Jahresprogramm des Historischen Vereins Wolfratshausen.

Etwas einfacher in der Vorbereitung, aber nicht minder interessant dürfte der Lichtbildervortrag „Römerstraßen in Bayern“ am 16. Februar werden. Vor 2000 Jahren war das Alpenvorland als Grenzgebiet zum germanischen Norden für das römische Imperium durchaus von Bedeutung. Karl Wilhelm, ehemaliger Lateinlehrer am Geretsrieder Gymnasium, wird in der Flößerei anhand zahlreicher Abbildungen zeigen, was von den Römerstraßen übrig geblieben ist. Im Anschluss daran treffen sich die Mitglieder des Historischen Vereins zu ihrer Hauptversammlung.

Ein volles Haus erhofft sich Krafft am 21. April im katholischen Pfarrheim am Marienplatz. Bei den von Hans Reiser erzählten Geschichten aus Alt-Wolfratshausen, die er im vergangenen Jahr im Rahmen eines bilderreichen Buches veröffentlichte, kommt garantiert keine Langeweile auf. Zudem stellt der ehemalige Wolfratshauser Kulturreferent Wiggerl Gollwitzer an diesem Abend zum ersten Mal seine Sammlung von historischen Wolfratshauser Ansichtskarten vor. Begleitet werden die beiden Protagonisten von den jungen „Auftanzmusikanten“.

Zur ersten Exkursion des Historischen Vereins kommt es am 7. Mai. Die in Berg bei Eurasburg lebende Künstlerin Michaela Melián wird ab 14 Uhr durch ihre Ausstellung im Münchner Kunstareal im Lenbachhaus führen. Zu sehen werden auch ihre Installation „Föhrenwald“ und zahlreiche Zeichnungen sein. „Einige ihrer Werke werden voraussichtlich auch im künftigen Badehaus-Dokumentationszentrum ausgestellt“, freut sich Krafft. Die Geretsrieder Architekturhistorikerin Kaija Voss wird an diesem Tag ebenfalls durch das Kunstareal führen.

Gleich drei Referenten werden sich am Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr auf den 11. September fällt, am Nantweiner Friedhof einfinden. Paul Brauner, Bernhard Reisner und Wolfgang Schäl von Gamm werden unter anderem die Legende des Wolfratshauser Ortsheiligen Conradus Nantovinus, die Ausstattung der 1624 geweihten Barockkirche und die Geschichte des Nantweiner Friedhofs thematisieren.

Ausschließlich Mitglieder des Historischen Vereins und der „Bürger fürs Badehaus Waldram Föhrenwald“ werden zur Spurensuche in der Königsdorfer Jugendsiedling am 8. Oktober eingeladen. Auf dem Gelände des einstigen Hitlerjugend-Hochlandlagers befand sich zwischen 1946 und 1948 ein Camp für Displaced Persons als Außenstelle des Lagers Föhrenwald. Der Nürnberger Historiker Jim G. Tobias wird dort anhand seines Dokumentarfilms beweisen, dass dort zeitweise auch Mitglieder der jüdischen Untergrundorganisation „Hagana” untergebracht waren. Ein Rundgang mit Jugendsiedlungsleiter Josef Birzele rundet den Nachmittag ab.

Danach gönnt sich der 270 Mitglieder zählende Historische Verein eine kurze Verschnaufpause, ehe er 2017 sein 20-jähriges Bestehen feiert. „Da denken wir uns etwas Besonderes aus“, verspricht Vorsitzende Krafft.

Interessierte können sich unter der Rufnummer 0 81 71/34 59 05 oder per E-Mail an info@histvereinwor.de für die Veranstaltungen anmelden. Die Kostenbeiträge müssen aufs folgende Konto überwiesen werden: Historischer Verein Wolfratshausen, Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen IBAN: DE68 7005 4306 0000 5307 25.

Peter Herrmann

Infos im Internet:

www.histvereinwor.de

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