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Keine Radl-Touristen in Sicht: Weil die Fans von Hubert (Christian Tramitz, re.) und Staller (Helmfried von Lüttichau, li.) lieber individuell zu den Drehorten fahren, wurden die geführten Touren wieder eingestellt.

Rundfahrt zu den Drehorten

Hubert & Staller: Drahtesel-Tour ist Schnee von gestern

Wolfratshausen - Aus und vorbei: Die Fahrradtouren zu den Drehorten der ARD-Vorabend-Krimiserie „Hubert & Staller“ gibt es ab sofort nicht mehr.

Wolfratshausen – Weiteren Schwung für den Tourismus hatte sich die Stadt Wolfratshausen von dem Angebot „Mit dem Drahtesel zu den Drehorten“ erhofft. Unter diesem Motto wurden die geführten Fahrradtouren zu einzelnen Sets der beliebten ARD-Vorabend-Krimiserie „Hubert & Staller“ beworben, die in und um Wolfratshausen spielt. Vor allem echte Fans der Krimi-Komödie wollten die Initiatoren damit ansprechen. Im Juli wurde das neue Angebot vorgestellt, inzwischen ist wieder Schluss damit. „Die Tour hat sich nicht als Erfolg herausgestellt“, sagt Gisela Gleißl.

Dafür gibt es laut der städtischen Tourismusmanagerin mehrere Gründe: Zum einen sei eine solche Fahrradtour witterungsabhängig, zum anderen würde es zwar einige Fans geben, die die Strecke anradeln. „Doch die wollen das dann individuell gestalten und nicht unbedingt in Form einer Führung.“ Die Touristen, die ihre Drehort-Rundfahrt auf eigene Faust unternehmen, „verbinden das dann mit dem Besuch anderer Sehenswürdigkeiten“.

Das Angebot mitgestaltet hatte Nessy Karolinger. Die Tölzer Travestiekünstlerin, die auch die „Bullentouren“ in der Kurstadt anbietet, übernahm die Führung der Fahrten. „Das Konzept der Fahrradtouren hat aber einfach nicht gepasst“, konstatiert sie. Der Weg der moderierten Radtour führte von der Flößerstadt über Gelting, Achmühle und Degerndorf zum Eurasburger Berg und an die Maria-Dank-Kapelle. Weitere Stationen waren das Schlossgut Oberambach in Münsing, das Hotel Huber und das Hotel am See sowie die Bäckerei Graf in Ammerland, Zuschauern der ARD-Serie besser bekannt als „Der Rattlinger“.

Touristische Angebote zur Krimiserie soll es in der Flößerstadt aber weiterhin geben. „Wir haben eine immense Nachfrage“, betont Gleißl im Gespräch mit unserer Zeitung. So sind beispielsweise Anfang Februar vier Studioführungen geplant. „Die 120 Karten waren innerhalb von vier Stunden ausverkauft“, berichtet die Tourismusmanagerin, „ganz ohne Werbung“. Zwei Produktionsleiter ermöglichen den „Hubert & Staller-Freunden bei diesen Touren einen Blick hinter die Kulissen der Fernsehserie. „Auf diese Besichtigungen wollen wir uns in Zukunft mehr fokussieren und versuchen, sie öfter anzubieten“, verrät Gleißl. Das ist jedoch nicht unproblematisch: „Das ist natürlich nur möglich, wenn Drehpause ist.“

Darüber hinaus, deutet Gleißl an, seien weitere Aktionen und Angebote rund um „Hubert & Staller “ geplant. Was genau, möchte sie noch nicht verraten. „Welche neuen Formate das werden, wird erst noch abgestimmt.“ Fanartikel der beliebten Fernsehermittler wird die Stadt jedoch nicht verkaufen. „Das hat rechtliche Gründe“, erläutert die Rathausmitarbeiterin. Die Flyer zur Fahrradtour werden weiterhin ausgelegt, schließlich gibt es Fans, die dieses Angebot eigenständig nutzen wollen. Ebenfalls bestehen bleibt laut Gleißl die kleine Requisiten-Ausstellung zur Serie in einem Fenster im städtischen Gebäude am Untermarkt 10. Vom Bürgersteig aus können Passanten dort einen Blick auf zwei Polizeiuniformen, diverse Werkzeuge der Spurensicherung und einen Pathologen-Kittel werfen. – vorerst zumindest. „Vielleicht finden wir dafür noch einen besseren Standort“, sagt die Rathausmitarbeiterin.

Nicht unerheblich für die Zukunft des Schaufensters dürfte die Entscheidung des Stadtrats sein, was mit der renovierungsbedürftigen Immobilie in der Wolfratshauser Altstadt passiert.

(Dominik Stallein)

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