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Das Original und das Double: Tess „Dynamite“ Smith imitierte Tina Turner perfekt auf der Bühne der Loisachhalle. Körpersprache, Stimme, ja sogar die berühmte Turner-Schnute war ganz nah am Original. 

Loisachhalle

Huldigung an Tina Turner

Wolfratshausen - Man dachte, sie stünde leibhaftig auf der Bühne: In dem Musical "Tina" wurde Rock-Legende Tina Turner täuschend ähnlich gespielt und gesungen. Ihr Double Tess "Dynamite" Smith imitierte die Rock-Legende perfekt. 

Es gibt Glückszahlen. Für Tina Turner war es definitiv die Zahl Acht. 180 Millionen Tonträger hat die Rock-Ikone verkauft. Das wurde mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ am Broadway honoriert. Und: 1988 trat die Künstlerin vor 188 000 Zuschauern in Rio de Janeiro auf, was ihr einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bescherte. Es war der größte Konzertauftritt einer Solokünstlerin überhaupt. Nicht ganz so viele Gäste kamen am Sonntagabend in die Loisachhalle. Nur gut zwei Drittel der Sitzreihen waren gefüllt. Schade drum, denn es war eine höchst unterhaltsame Revue, eine gut inszenierte Hommage an den Weltstar unter dem Titel „Tina – The Rock Legend“. Das einzige kleine Manko: Es war halt nicht die Echte.

Die echte Tina wäre eher nicht in Wolfratshausen aufgetreten

Tina Turner wäre wohl auch nie nach Wolfratshausen gekommen. Umso schöner war es, wenigstens ein Double aus Fleisch und Blut zu erleben, mit live gespielter Musik, spritzigen Tanzeinlagen, eingespielten Originalfilmen und den so unsterblichen Welthits. Das Ensemble aus Musikern, Tänzerinnen und Sängerinnen um die Hauptdarstellerin Tess „Dynamite“ Smith hat eine beeindruckende Show inszeniert, die in einer musikalischen Retrospektive das bewegte Leben des Weltstars nachzeichnete.

Die Diva lebt heute zurückgezogen am Zürichsee

Tina Turner kam 1939 als Anna Mae Bullock in Brownsville, Tennessee, in einer Baptistenfamilie aus dem Arbeitermilieu zur Welt. Schon früh war ihr klar, dass sie die Musik die Welt erobern will. 1966 heiratete sie den Musiker Ike Turner, der seine Karriere auf ihrem Können aufbaute. Sie erlebte häusliche Gewalt und Unterdrückung. Ein Selbstmordversuch folgte. Erst der Glaubenswechsel hin zum Buddhismus veränderte ihr Leben. Ihre Gedanken und Gefühle drückte Tina Turner in ihrer Musik aus. „Better be good to me“, erzählt von dieser Zeit sowie auch „I can’t stand the Rain“.

Sogar die typische Turner-Schnute war zu bewundern

Die Philippinin Tess „Dynamite“ Smith, die bereits mit Janet Jackson, Xavier Naidoo und Uwe Ochsenknecht auf der Bühne stand, hat die legendäre Rockröhre perfekt imitiert. Mit Turners eckiger und kantiger Art, ihrer maskulin anmutenden Bewegungen nahm sie die gesamte Bühne ein, zog die typische Turner-Schnute, wenn sie ihrer rauen, tiefen Soulstimme noch mehr Nachdruck verleihen wollte. Sie war in der Tat ein Abbild des großen Stars, auch was ihre Stimme, die nah am Original war, betrifft.

Die Gäste fingen an, ausgelassen zu tanzen

In Begleitung der Background-Sängerinnen Jasmin Graf (Halbfinalistin aus „The Voice Of Germany) und Musical-Darstellerin Berivan Kernich ging nach der Pause endgültig die Party ab. „Wenn wir über Tina reden, reden wir über Energie“: Mit diesen Worten forderte Moderator Okan Elmali (deutscher Schauspieler) die Publikumsgäste zum Tanzen auf. Die ließen sich nicht zwei Mal bitten. Bei den legendären Songs „Cose Della Vita“ mit Eros Ramazzotti als Bühnenpartner (gesungen Okan Elmali), dem James Bond Titelsong „Goldeneye“ (1995) und natürlich den berühmtesten Welthits wie „Simply The Best“, „Two People“ und „What’s Love Got To Do With It“ ging richtig die Post ab. Übrigens: Die inzwischen 77-jährige Rock-Legende Tina Turner lebt heute zurückgezogen mit ihrem deutschen Ehemann Erwin Bach am Zürichsee. Andrea Weber

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