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Die gute Seele des Wolfratshauser Traditionshgasthauses Humplbräu: Seniorchefin Zilla Fagner.

Wirtin mit Leib und Seele

Humplbräu-Chefin Zilla Fagner feiert 80. Geburtstag

Wolfratshausen – Sie ist Wirtin mit Leib und Seele: Zilla Fagner, Seniorchefin des Humplbräu, feierte ihren 80. Geburtstag

Sie wirkt kein bisschen alt, ist erstaunlich fit und rührig. Auf eine große Party wollte Humplbräu-Wirtin Zilla Fagner, die am heutigen Mittwoch ihren 80. Geburtstag feiert, trotzdem verzichten. Doch da spielten ihre beiden Kinder nicht mit. Otmar und Marlene Gartner sind der Meinung: „So ein Jubiläum von unserer guten Mutter und einer Wirtin mit Leib und Seele kann man gar nicht geheim halten. Sie hat es verdient, geehrt zu werden.“ So wird der runde Geburtstag im Kreis von Familie und Verwandten gefeiert.

Zilla Fagner wurde am 15. Juni 1936 in Taufkirchen an der Vils geboren. Sie sollte eigentlich als Biermadl in München arbeiten. So kam sie schon früh mit der Gastronomie in Berührung. Aber der Job in der Großstadt gefiel ihr überhaupt nicht. Schließlich landete sie 1951 in Wolfratshausen beim Gasthaus „Perras“ an der Sauerlacher Straße und wechselte später in die Innenstadt zum Gasthaus zur Post.

Als fesches Madl blieb es nicht lange aus, dass sich auch die Wolfratshauser Männerwelt für sie interessierte. Ludwig Fagner, Sohn der großen Gasthausfamilie „Humplbräu“, gefiel ihr besonders. Er war ein g’standnes Mannsbild, das zur damaligen Wolfratshauser Boxstaffel gehörte.

1956 heirateten die beiden, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. 1957 pachteten sie die Deininger Post, bis die damaligen Wirtsleute Magdalena und Johann Fagner dem jungen Ehepaar 1962 die Gaststätte im Wolfratshauser Ortskern übergaben. Seit dieser Zeit spielt sich das Leben von Zilla Fagner im ältesten und traditionsreichsten Gasthof in der Flößerstadt Wolfratshausen ab.

Heute blickt sie auf eine bewegte Zeit im „Humpl“ zurück. Sie war nicht nur eine liebevolle Wirtin, sondern auch politisch sehr interessiert. So wurde sie als erste weibliche Stadträtin für zwei Wahlperioden für die CSU und für eine Periode in den Kreisrat gewählt.

Als Vollblutwirtin erlebte Zilla Fagner viele glückliche Stunden mit ihren Gästen in der gemütlichen Gaststube. Berühmt war vor allem der Stammtisch. Alle fühlten sich bei ihr wohl. Fußballer, Turner, Schützen. Katholiken und Protestanten prosteten sich zu. Lange geblieben sind oft auch die alten Feuerwehrler, die ehemaligen Gendarmen und vor allem die alte Garde der Wolfratshauser Handballer. Stammgast Karl Beichl stellt fest: „Die Verbundenheit unseres Stammtisches mit Zilla ist noch heute sagenhaft.“

Es gab aber auch einige schwere Zeiten. Ihre wohl schwerste durchlebte sie, als ihre große Liebe, Ehemann Ludwig, verstarb. Doch dank des Zusammenhalts innerhalb der Familie überwand sie immer wieder Hindernisse. Tochter Marlene: „Seit der Papa tot ist, kümmern sich mein Bruder Otmar und ich um sie. Sie soll sich doch einfach wohlfühlen in ihrem Humplbräu, so lange sie lebt. Und das tut sie hoffentlich sehr lange.“

von Heinz Richter

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