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Die Pflegeheime sind einem Check unterzogen worden.

„Wir sind immer bereit“

Kontroll-Ergebnisse: So gut sind unsere Pflegeheime

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Wolfratshausen – Sie kommen einmal im Jahr ohne Voranmeldung: die Qualitätsprüfer vom Medizinischen Dienst der Pflegekassen (MDK). Wie eine Prüfung abläuft, schildern wir am Beispiel des Wolfratshauser AWO-Heims am Paradiesweg.

Die Tabelle zeigt die Testergebnisse. (Klick zum Zoomen)

Unzureichende Hygiene, mangelhafte Wundversorgung der Bewohner, zu wenig Personal: Solche Mängel stellten die Prüfbehörden gleich bei mehreren Kontrollen fest. Die schlechte Bewertung hatte Konsequenzen: Der Betreiber ReAL Isarwinkel musste seine beiden Pflegeheime „Alpenhof“ in Bad Heilbrunn und im Reha-Zentrum Isarwinkel in Bad Tölz schließen. Die stationären Pflegeeinrichtungen im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung müssen sich derlei Sorgen nicht machen. Sie schneiden durch die Bank hervorragend ab. Mit der Note 1,1 erreicht das AWO-Seniorenzentrum am Wolfratshauser Paradiesweg wie in den vergangenen Jahren einen Top-Wert. „Besonders stolz sind wir über die Einschätzung, dass wir uns weiter positiv entwickeln“, sagt Heimleiter Dieter Käufer. „Unser Qualitätsmanagement ist auf einem hohen Niveau, wir setzen es engagiert und lebendig um, und die Bewohner sind in einem guten Zustand.“ Auch dass die Prüfer die individuelle Einzelbetreuung und Beschäftigung hervorhoben, die Einrichtung als hell und freundlich und die Atmosphäre als ruhig empfunden haben, „hat uns sehr gefreut“.

Dass so eine Kontrolle spannend ist, daraus macht Käufer keinen Hehl. Die Prüfer wollen erst einmal die Bewohnerliste sehen, schauen, ob alle mit der richtigen Pflegestufe eingetragen sind. „Dann checken sie die Dienstpläne“, ergänzt Käufer. „Sind es zu wenig Mitarbeiter? Gibt es genügend Fachkräfte? Stimmt das Verhältnis zwischen Bewohnern und Personal?“ Solche Fragen werden geklärt.

Dieter Käufer, Leiter des AWO-Seniorenheims.

Dann kommt der Praxisteil. Die Prüfer schauen sich eine bestimmte Anzahl von Bewohnern genauer an. Wie viele das sind, ist von Heim zu Heim unterschiedlich. Vorher müssen Angehörige beziehungsweise Betreuer zustimmen. In der Regel ist das kein Problem“, sagt Käufer. „Es gab aber auch schon Ablehnungen, nicht jeder ist auf den MDK gut zu sprechen.“ Diese Vorgehensweise sei durchaus sinnvoll, allein aus ethischen Gründen. „Schließlich werden die Bewohner zum Beispiel für die Hautprüfung entkleidet.“
 
Die Kontrolleure prüfen zunächst, ob die Biographie des Bewohners gut erfasst ist. Wenn jemand Muslim ist und kein Schweinefleisch essen darf, muss das ebenso dokumentiert sein wie schlechte Deutschkenntnisse des Bewohners. Das richtige Bett und die richtige Behandlung werden ebenso erfasst wie die Medikamente, die ein Bewohner bekommt. Auf diesen Aspekten baut sich die Pflegeplanung auf und damit die Aufgaben, die ein Mitarbeiter an diesem speziellen Patienten jeden Tag erfüllen muss. Fehlt noch die Risikoeinschätzung: „Gibt es wegen Demenz oder Parkinson ein erhöhtes Sturzrisiko? Ist ein Bewohner über- oder untergewichtig, hat er Wunden, droht er wund zu liegen? Wie reagieren wir darauf? Das wird alles erfasst und fließt in die Endnote ein“, erläutert Käufer.

Viel Zeit zum Ausruhen gibt es nicht. Nächstes Jahr kommen die Prüfer wieder und, das steht jetzt schon fest, sie werden am Paradiesweg Neuerungen vorfinden. Denn: Aktuell sind unter den Demenzkranken relativ viele jünger als 60 Jahre. „Die haben andere Essensgewohnheiten, hören andere Musik, ihre Angehörigen sind jünger, leben verstreut in Deutschland und Europa, haben andere Vorstellungen als ältere Angehörige. Darauf müssen wir uns einstellen.“

Geändert wird zum Beispiel das Lichtkonzept. „Dynamisch“ lautet hier das Stichwort, die Umbauarbeiten laufen. Wenn sie abgeschlossen sind, wird das Licht in den Speisesälen beispielsweise am Morgen vergleichsweise „hart“ sein, „um besser in den Tag zu kommen“. Am Abend, zum Ausklang, wird es gelblich, weicher, das soll es den Bewohnern leichter machen, den Tag zu beenden.

Ein Aspekt ist Käufer ganz besonders wichtig: Ohne die hervorragenden Mitarbeiter wären die über Jahre guten Noten niemals möglich gewesen wären. Als Dankeschön und als Zeichen der Wertschätzung lud der Heimleiter die Belegschaft vor kurzem zum Essen ein. Die Prüfer, sagt Käufer abschließend, können gerne wiederkommen, egal wann. „Wir sind immer bereit.“

fla

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