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Kleine Freunde: Imker Helmuth Lutz aus Wolfratshausen hat zwei Bienenstöcke in seinem Garten.

„Einfach mal wachsen lassen“ 

Imker erklärt, wie jeder den Bienen helfen kann

Gegen das Bienensterben kann jeder Einzelne etwas unternehmen. Imker Helmuth Lutz aus Farchet gibt Tipps - für Balkon, Garten und Beet.

Wolfratshausen – Es summt und brummt im Garten von Helmuth Lutz in Farchet. Bienen tummeln sich zwischen den bunten Blumen, die überall blühen. „Alles wächst kreuz und quer – bloß kein Rasen“, sagt der 66-Jährige schmunzelnd. Er ist seit vielen Jahren Mitglied im Bund Naturschutz und seit zehn Jahren Bienenzüchter im Imkerverein Geretsried. In seinem Garten hat Lutz ein Paradies für Bienen geschaffen, in dem sie das ganze Jahr über Nahrung finden.

Kirschbaum In den Blüten befindet sich viel Nektar.

Das ist wichtig, denn das Thema Bienensterben ist derzeit in aller Munde. Um den schwarz-gelben Insekten zu helfen, muss man allerdings nicht unbedingt Imker werden. Es hilft schon, Blumen zu säen. Egal, ob auf Fensterbrett oder Balkon, im Beet oder im Garten – sämtliche Wildblumenarten sind nützlich, erklärt Lutz. Dabei gilt: Je mehr unterschiedliche Pflanzen wachsen, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen, desto besser. Denn die Tiere sind nicht nur im Frühjahr hungrig. Lutz erklärt, welche Gewächse sich wo besonders anbieten.

Auf dem Balkon

Für den Balkon und das Fensterbrett bieten sich Kräuter an. „Bienen freuen sich über alle herkömmlichen Küchenkräuter“, sagt Lutz. „Dazu zählen Salbei, Rosmarin, Thymian, Minze, Basilikum, Schnittlauch, Lavendel, Bohnenkraut und Ringelblumen.“ Die Kräuter eignen sich gleichzeitig zum Kochen. Dabei sollte man jedoch darauf achten, nicht zu viel wegzuschneiden und die Blüten für die Bienen stehen zu lassen, rät Lutz. Für den Balkon eignen sich als Nahrungsquelle für die Insekten auch Kletterpflanzen wie Wilder Wein und Efeu. Letzterer bietet den Vorteil, dass er bis in den Herbst hinein blüht. Im September, Oktober ist die Bienen-Hochzeit zwar eigentlich schon vorbei. „Aber an dem Efeu an unserer Wand beobachte ich jedes Jahr, dass die Tierchen dann immer noch kommen und den Nektar als Wintervorrat einsammeln.“

Im Beet

Brombeeren Die Früchte schmecken nicht nur Insekten.

Wer sich ein Blumenbeet anlegen möchte, sollte bienenfreundliche Gewächse säen. „Akeleien, Lupinen, Wilde Malven, und Astern“, zählt Lutz auf. Kornblumen und Eisenkraut böten sich ebenfalls an. „Extrem beliebt bei Insekten ist auch die Sonnenblume.“ Von gefüllten Pflanzen rät der Experte ab. „Die Rose etwa hat zu viele Blüten. Bienen können nicht an den Nektar und die Pollen kommen.“ Und: Bienen mögen es gerne etwas wilder. „Man sollte nicht immer sofort alles, was auftaucht, abschneiden. Es ist besser, Blumen einfach mal wachsen zu lassen, solange sie blühen.“ Außerdem warnt der Imker vor dem Einsatz von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln. Gerade Glyphosat sei wahnsinnig aggressiv – auch in kleinen Mengen.

Im Garten

Einen großen Garten kann man leicht in eine Bienenweide verwandeln. Stehen dort Gewächse wie die Salweide, sind Bienen nach dem Winter gleich gut versorgt. „Diese Weidenart blüht schon sehr früh, meist so um Ostern“, erklärt Lutz. Taucht im Gras der erste Löwenzahn auf, sollte man ihm nicht gleich mit dem Rasenmäher zu Leibe rücken. „Löwenzahn ist für die Bienen meistens die erste große Futterquelle im Jahr.“

Kornblumen Die Blaublüher sind beliebt bei den Bienen.

Von Ziersträuchern wie der Forsythie rät der Imker ab. „Sie sind zwar schön anzuschauen, werden von Insekten aber gemieden.“ Bessere Alternativen sind Pfaffenhütchen, Weißdorn und Kornelkirsche. „Insekten mögen auch Schlehdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere oder Johannisbeere.“ Die Früchte können geerntet und in der Küche verarbeitet werden. Die Blüten von Apfel-, Birn- und Kirschbaum sind – wie die von allen Obstbäumen – ebenfalls beliebt.

Sonnenblume Die goldgelben Pflanzen werden gerne angeflogen

Im Gemüsegarten finden die schwarz-gelben Insekten ebenfalls Nahrung. Lutz erklärt: „Wenn im Beet Kürbis, Zucchini, Lauch, Zwiebeln, Ackerbohnen oder gelbe Rüben blühen, haben auch Bienen was davon.“

mh

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