Landeskriminalamt im Einsatz

Immer mehr Einbrüche in der Region: Polizei reagiert

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Wolfratshausen/Geretsried – Für Einbrecher ist der Norden des Landkreises ein beliebter Tatort. Im Visier haben sie nicht nur Häuser und Wohnungen: „Wir stellen eine Häufung der Einbrüche in Geschäftsräume fest“, sagt Christian Neubert von der Polizeiinspektion Wolfratshausen.

Die jüngsten Fälle: Bislang unbekannte Täter haben versucht, in ein Lottogeschäft und eine Parfümerie in Wolfratshausen einzusteigen. Beide Male alarmierten aufmerksame Anwohner die Polizei, beide Male gelang den dunklen Gestalten die Flucht. Was laut Wolfratshausens Vize-Polizeichef Christian Neubert in den vergangenen fünf, sechs Jahren nur vereinzelt geschah, „häuft sich seit November“: Einbrüche in Geschäfte.

Dass im Norden des Landkreises organisierte Banden aus dem südost-europäischen Raum ihr Unwesen treiben, ist der Polizei bekannt. Die Täter nutzen die Autobahnen Garmisch-Partenkirchen beziehungsweise München-Salzburg, um schnell zuzuschlagen und genau so schnell auf Nimmerwiedersehen zu Verschwinden. Die aktuellen Delikte schreibt Neubert dieser Tätergruppe nicht zu: Die Einbrecher seien „unprofessionell“ vorgegangen und hätten „einiges an Spuren hinterlassen“, berichtet der Hauptkommissar. Details möchte er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht preisgeben. „Die Spuren werden derzeit beim Landeskriminalamt ausgewertet“, erläutert Neubert.

Er will nicht ausschließen, dass sich hinter den Einbrüchen beziehungsweise versuchten Einbrüchen Beschaffungskriminalität verbirgt. Für diese These spricht: Der von den Ganoven angerichtete Sachschaden ist hoch, die erbeuteten Gegenstände eher von geringem Wert.

Eine signifikante Zunahme der Geschäftseinbrüche hat Emanuel Luferseder, stellvertretender Leiter der PI Geretsried, nicht festgestellt. Er baut wie sein Kollege Neubert auf eine starke Präsenz der Polizei. „Tagsüber setzen wir bereits seit einiger Zeit verstärkt uniformierte Fußstreifen ein“, sagt Luferseder. Nachts sei man in der Regel auf die Hilfe von Kommissar Zufall angewiesen. Beide Polizisten appellieren an die Bürger, verdächtige Wahrnehmungen sofort zu melden. „Ein Anruf unter 110 kostet nichts“, betont Luferseder. Umgehend die Polizei zu alarmieren sei sinnvoller, als sich bei dem Versuch, die Einbrecher von ihrem Tun abzuhalten, selbst in Gefahr zu bringen. „Wir können nicht jederzeit überall sein, deshalb sind wir über jede Meldung froh“, räumt Geretsrieds Vize-Polizeichef ein.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen intensiviert hat das Polizeipräsidium Oberbayern in Rosenheim. „Weihnachtszeit ist Einbruchszeit“, erklärt Polizeipräsident Robert Kopp. Ihm wäre es lieb, wenn „nur das Christkind bei Ihnen einsteigt“. Aus diesem Grund setzt Kopp uniformierte Kräfte unter anderem gezielt auf Christkindlmärkten ein. Das Motto heißt Abschreckung.

Ein hohes Maß an Sicherheit wollen auch die Beamten aus Wolfratshausen und Geretsried dem Bürger geben. Neubert reagiert auf die gestiegene Zahl der Einbrüche mit einer „Verstärkung der Streifenfahrten in der Nacht“. Dabei greifen ihm nach eigenen Worten benachbarte Polizeidienststellen unter die Arme. Zudem werden laut Neubert Zivilbeamte „uniformiert“. Das heißt, dass einige Einsatzkräfte, die bislang in getarnten Autos ihre Runden gedreht haben, künftig in silbergrünen Pkw mit Blaulicht auf dem Dach unterwegs sind. „Prävention“, unterstreichen Neubert und Luferseder, also vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten, „wird bei uns ganz groß geschrieben.“

Verhaltenstipps der Polizei

  • Schließen Sie Ihre Haus- beziehungsweise Wohnungstür immer ab
  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren
  • Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster
  • Wenn Sie Ihren Haustürschlüssel verloren haben: Wechseln Sie den Schließzylinder aus
  • Achten Sie auf Fremde vor Ihrem Haus oder auf dem Nachbargrundstück
  • Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, sondern täuschen Sie stattdessen Ihre Anwesenheit vor (Rollläden tagsüber auf, Briefkasten von Nachbarn leeren lassen)
  • Melden Sie verdächtige Beobachtungen sofort der zuständigen Polizeiinspektion oder über den Notruf 110

cce

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