Eigentumswohnungen und Häuser stehen hoch im Kurs

Immobilienmarkt: Kleines Angebot – große Summen

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Lage auf dem Immobilienmarkt hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Bezahlbarer Wohnraum ist in der Region Mangelware. Preisanstiege jenseits der 30 Prozent sind keine Seltenheit. Das Ende der Fahnenstange scheint aber langsam erreicht.

Im Landkreis kennen die Immobilienpreise weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Das geht aus der aktuellen Statistik des Immobilienverbands Deutschland (IVD) hervor. Damit setzt sich ein Trend fort, der in der Region bereits seit Jahren zu beobachten ist. „Die Steigerungen sind schon enorm“, teilt Immobilienmakler Peter Schneider mit. Er ist Mitglied und Marktberichterstatter für das IVD-Marktforschungsinstitut. In den letzten fünf Jahren seien die Preise um 30 bis 35 Prozent – teils sogar um 40 Prozent nach oben geschnellt. Besonders tief müssten Interessenten für Eigentumswohnungen und Doppelhaushälften in die Tasche greifen.

Peter Schneider, Immobilienmakler aus Wolfratshausen

Schneider sieht vor allem zwei Gründe für die Preisexplosion. Einerseits seien die Miet- und Kaufpreise in München für eine Abwanderung der Menschen ins Umland verantwortlich. Hinzu käme ein allgemeiner Trend, der mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zusammenhänge. „Die Leute wissen einfach nicht mehr, was sie mit ihrem Geld machen sollen“, sagt der Immobilienexperte. Eine verstärkte Nachfrage treffe dann auf ein limitiertes Angebot. Grundsätzlich seien Steigerungen aber keinesfalls ungewöhnlich. Lediglich Mitte der 1990er Jahre habe es auf dem hiesigen Immobilienmarkt einen „Knick“ gegeben. Dass die Preise signifikant anziehen, habe Schneider zufolge aber auch mit steigenden Grundstückspreisen und den Kosten im Neubausegment zu tun. „Etwa durch energetische Auflagen.“

Beispiel Wolfratshausen: Hier kostet ein Quadratmeter Eigentum mittlerweile zwischen 4500 und 5000 Euro in der Spitze. Ein Niveau, an das sich Peter Schneider nicht erinnern kann. „Lange lagen die Preise bei ungefähr 3000 Euro. Unter 4000 Euro kriegen Sie jetzt nichts mehr.“ Die erhöhte Nachfrage werde nicht nur aus der Region gespeist, sondern auch vom ständigen Zuzug neuer Miet- und Kaufinteressenten aus München, heißt es dazu in der IVD-Studie. „Bei begrenztem Angebot ist der Immobilienmarkt in Wolfratshausen deshalb äußerst angespannt“. Ein Preisanstieg ist aber in allen Städten sowie Gemeinden des Landkreises zu beobachten. Insbesondere Icking sei „relativ weit mit vorne“, sagt Schneider. Es gebe nur vereinzelt unterbewertete Ecken in der Region.

Dennoch, sagt Schneider, ein gewisses Angebot sei noch immer vorhanden. Wer sich aktuell mit dem Gedanken trage, Eigentum zu erwerben, müsse aber flink sein. „Wir hatten gerade ein Mittelhaus in Wolfratshausen im Angebot, das war nur zwei Wochen auf dem Markt.“

Moderater fällt hingegen der Preisanstieg bei den Mieten aus. „Bei zwölf Euro ist in Wolfratshausen zum Beispiel Schluss“, sagt Schneider. Für Käufer veschlechtere sich dadurch natürlich auch die Rendite, da die Mieten nicht mit den Kaufpreisen mithalten würden. „Bei null Prozent Zinsen auf der Bank sind drei Prozent aber noch okay“, findet Schneider, der auch einen Zusammenhang zwischen Preisdruck und mangelndem sozialen Wohnungsbau sieht. „Städte und Gemeinden bemühen sich ja. Für sie ist es aber genauso schwierig, entsprechende Grundstücke zu finden“, erklärt Schneider.

Für den Immobilienmarkt der Zukunft prognostiziert der Unternehmer, dass sich die Preise einpendeln. „Der Sockel ist langsam erreicht.“ In besonderen Lagen rechne er zwar weiterhin mit Steigerungen. „Es wird aber nicht mehr so dramatisch wie in den letzten Jahren.“ Deshalb sei jetzt auch ein günstiger Zeitpunkt, über den Verkauf einer eigenen Immobilie nachzudenken.

Andreas Huber

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