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600 Cannabis-Pflanzen hatte ein Duo aus München in einer Lagerhalle in Wolfratshausen versteckt. 

In flagranti bei der Ernte erwischt

Drogenplantage in Wolfratshausen: Angeklagte sind geständig

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Der süßliche Geruch wurde immer stärker. So stark, dass Nachbarn eines Tages die Polizei alarmierten. Als die Beamten Ende März 2016 eine Lagerhalle an der Königsdorfer Straße in Wolfratshausen betraten, standen sie vor hunderten von Marihuana-Pflanzen. Nun stehen die Betreiber vor Gericht.

Wolfratshausen – Die beiden Betreiber der rund 250 Quadratmeter großen Drogen-Plantage erwischte die Streife in flagranti – sie waren gerade bei der Ernte. Aus der Lagerhalle ging’s direkt in Untersuchungshaft, wo das Duo bis heute sitzt. Seit Donnerstag müssen sich die zwei Münchner, ein Filmausstatter (33) und ein Student (32), wegen fünf Fällen von Drogenhandels vor dem Landgericht München II verantworten.

Angeklagte geben Vorwürfe zu 

Die Angeklagten drucksten zu Prozessbeginn nicht lange herum und gaben die gegen sie erhobenen Vorwürfe zu. Etwa im Sommer 2015 hätten sie mit der Aufzucht der Pflanzen in der Flößerstadt begonnen, berichtete der 33-Jährige. Er wisse es allerdings nicht genau, weil er sein Zeitgefühl im Gefängnis verloren habe. Er und sein Spezl seien gemeinsam auf die Idee gekommen. Sein Freund habe gesagt, er könne „Mittel“ zur Verfügung stellen und wisse, wie man das Marihuana verkaufen könne. Nachdem sie sich zwei mögliche Objekte angeschaut hätten, habe sein Freund recht schnell den Mietvertrag für die Lagerhalle in der Nähe des Wolfratshauser Gewerbegebietes unterschrieben. „Der Zeitpunkt, auszusteigen, war in diesem Moment vorüber.“

Mussten viel Geld in den Drogenbetrieb investieren

Er sei „sehr blauäugig“ gewesen, sagte der Filmausstatter. Zu Beginn habe der Anbau der Pflanzen mehr schlecht als recht geklappt – „das hat anfangs nicht so professionell funktioniert, wie es am Ende vielleicht ausgeschaut hat“. Er und sein Spezl hätten viel Geld in den Drogenbetrieb investieren müssen. „Das war ein Fass ohne Boden.“ Sie hätten die Pflanzen vor allem zum Eigengebrauch angebaut – wegen der „schnellen Verfügbarkeit“. Er selbst hätte allein mindestens ein bis zwei Gramm pro Tag gebraucht, räumte der 33-Jährige ein.

Wollten die Sache „größer angehen“

Der 32-jährige Student berichtete Ähnliches. „Wir haben gemeinsam entschieden, Gras anzubauen.“ Zuerst hätten sie Samen im Internet bestellt „und vorgezogen“. Aber das habe nicht geklappt, und das Geld sei ihnen ausgegangen. Deshalb hätten sie entschieden, die Sache „größer anzugehen“. Wenn sie gefragt wurden, was sie in der Lagerhalle machen, lautete die Antwort: „Die brauchen wir zur Lagerung von Filmausstattungen.“ Sie hätten „ein Doppelleben geführt und wir haben Freunde und Familie angelogen. Wir haben uns auch selbst in die Tasche gelogen“.

Fünf Ernten seit Mai 2015

Die Staatsanwaltschaft hält dem Trio fünf Ernten seit Mai 2015 vor: Sie geht von insgesamt mehr als 600 Cannabispflanzen und einem abgeernteten Ertrag von gut 13 Kilogramm aus. Außerdem fanden die Ermittler in der Wohnung des 32-Jährigen in München neun Gramm Kokain. Für den Prozess am Landgericht sind insgesamt sechs Verhandlungstage bis Mitte März angesetzt.

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