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Rauf aufs Board: Im Jahr 2020 könnte eine künstliche Surfwelle in Weidach – ähnlich wie die am Münchner Eisbach – in Betrieb gehen.

Landratsamt macht Dampf

In die Weidacher Surfwelle kommt Bewegung

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Kann man auf der Loisach bei Weidach schon in zwei Jahren Surfen? Das  Landratsamt hat eine „kurzfristige Bearbeitung“ des Antrags zugesichert.  Noch aber sind keine Verträge unterschrieben.

Wolfratshausen– Es ist laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) ein deutschlandweit einmaliges Projekt: die in Weidach geplante künstliche Surfwelle, die in einem Nebenarm der Loisach installiert werden soll. Rund 345 000 Euro wird das Vorhaben kosten, der Rathauschef ist zuversichtlich, dass Wellenreiter in zwei Jahren in Wolfratshausen auf ihre Kosten kommen.

Ursprünglich wollte Heilinglechner den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit seinen eigenen Worten über den Stand der Dinge informieren. Doch nach gut vier Stunden musste die Sitzung wie berichtet abgebrochen werden. Das Gremium hat sich die 22-Uhr-Grenze selbst auferlegt. Somit beließ es der Bürgermeister bei der Bekanntgabe, die auf der Homepage der Stadt veröffentlicht worden ist.

Um für die Surfwelle in den Genuss von Zuschüssen aus dem EU-Leader-Programm zu kommen, ist laut Heilinglechner beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim mit Datum vom 11. September ein entsprechender Antrag eingereicht worden. Wie berichtet hat der Lenkungsausschuss der Leader-Aktionsgruppe bereits 172 000 Euro Fördermittel zugesagt. Allerdings muss die Kommune der Rosenheimer Behörde noch einige Dokumente nachreichen. Dazu zählen unter anderem die Verträge zwischen der Stadt, dem Betreiberverein „Surfing Wolfratshausen“ und dem Betreiber des Kraftwerks in Weidach. Laut Bürgermeister gibt es zwar Vertragsentwürfe, doch die müssten noch „final abgestimmt und unterschrieben werden“. Und: Es liegt noch keine Baugenehmigung für die künstliche Surfwelle auf dem Tisch.

Der Bauantrag ist im Mai dieses Jahres beim Landratsamt eingereicht worden, die Bearbeitung erfolge nach Auskunft der Kreisbehörde parallel mit dem noch ausstehenden Antrag auf Änderung des Wasserrechts. Dieser soll zeitnah nach Bad Tölz geschickt werden – nachdem das Wasserwirtschaftsamt Weilheim seine Untersuchungen (unter anderem hinsichtlich der Umweltauswirkungen des Projekts) mittlerweile abgeschlossen hat. Das Landratsamt, so der Bürgermeister, habe der Stadt Wolfratshausen eine „kurzfristige Bearbeitung“ in Aussicht gestellt.

Läuft das weitere Verfahren reibungslos, könnte der sogenannte vorzeitige Maßnahmenbeginn voraussichtlich Anfang 2019 erteilt werden. Das Projekt muss daraufhin bis Oktober 2020 „umgesetzt und abgerechnet werden“, erläutert die städtische Tourismusbeauftragte Gisela Gleißl im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Grund: Die zweckgebundenen Leader-Mittel müssen innerhalb einer Zwei-Jahres-Frist abgerufen werden. Die Uhr tickt nach Gleißls Worten ab Oktober 2018. Auf dem sogenannten Internet-Blog, den die Stadt Wolfratshausen betreibt, wird Gleißl mit den Worten zitiert: „Die Welle nimmt jetzt so richtig Fahrt auf. Langsam sollten wir uns an den Gedanken gewöhnen, Surfen lernen zu müssen.“

cce

Lesen Sie auch: Geplante Surfwelle in Wolfratshausen: EU-Zuschuss ist in Sicht

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