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Bloß kein Schandfleck

Innenstadt-Parkdeck: Weitere Untersuchung gestartet

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Wolfratshausen – Dauerthema Parkdeck für die Innenstadt: Der Bauausschuss leitet weitere Untersuchungen ein und will Dauerparker verbannen.

Auf dem Hatzplatz, auf dem Parkplatz des AWO-Seniorenzentrums am Paradiesweg oder hinter der Sparkasse – an einem dieser drei Standorte könnten sich die Mitglieder des Bauausschusses am ehesten Parkdecks vorstellen. Gegen die Stimme von Dr. Hans Schmidt (Grüne) beschloss das Gremium am Mittwochabend, das Büro Ingevost mit weiterführenden Untersuchungen für diese Bereiche zu beauftragen. Die Ergebnisse sollen mit denen der bereits beauftragten Mobilitäts-Verhaltens-Befragung zusammengeführt werden. Alles zusammen soll die Entscheidungsgrundlage für den Standort und die zusätzliche Anzahl von Parkplätzen sein.

Mit dieser Entscheidung folgte das Gremium der Empfehlung des Büros Ingevost. Demnach winken nur dann Zuschüsse von der Städtebauförderung, wenn es weitere Untersuchungen gibt. Da für 2016 kein Antrag gestellt wurde, ist für dieses Jahr allerdings keine Förderung mehr möglich. Grünen-Rat Schmidt war dafür, alle relevanten Parkbereiche in die Untersuchung einzubeziehen, fand dafür aber keine Mitstreiter.

Während nicht alle Ausschussmitglieder glücklich darüber waren, dass es weitere Untersuchungen geben wird, stimmten die meisten darin überein, dass ein Parkdeck nicht das Allheilmittel ist. Renate Tilke (CSU) verwies darauf, dass in der Innenstadt 150 Parklizenzen vergeben seien, viele an Geschäftsinhaber. „Würden die außerhalb parken, hätten wir mehr Platz und müssten die Innenstadt nicht mit einem Deck verschandeln.“ Anders als ihre Fraktion sieht Tilke den Hatzplatz in der Prioritätenliste nicht vorne. „Der Hatzplatz ist schlecht erreichbar. Lieber wäre mir hinter der Sparkasse, da kann man ruhig noch ein bisschen Beton dazugießen.“ Ihre Idee, hier auch Parkuhren aufzustellen, fand Bürgermeister Klaus Heilinglechner interessant. „Mehr Plätze werden es dadurch aber nicht“, erinnerte der Rathauschef an den Kern des Problems.

Die Dauerparker würde auch Grünen-Rat Schmidt gerne verbannen – zu Gunsten von Besuchern und Kurzzeitparkern. Beim Hatzplatz müsse man allerdings aufpassen, dass dieser kein städtebaulicher Schandfleck werde, stärkte Schmidt Vorrednerin Tilke den Rücken. Schmidt erinnerte an die Pläne von Hans Gärtner von der SPD. Dieser hatte ein Konzept entwickelt, wie man den Hatzplatz umgestalten, zusätzliche Parkplätze schaffen und ihn gleichzeitig in eine Art Flaniermeile integrieren könnte.

Keinen Hehl daraus, dass sie mit der Entwicklung unzufrieden ist, machte Gerlinde Berchtold. Die SPD-Rätin will weder Decks bauen noch weitere Untersuchungen. „Wir haben ein Parkleitsystem mit Echtzeitsensorik. Wir können genau sagen, wann wo besetzt und wann wo frei ist. Können wir diese Daten nicht weitergeben und weitere Untersuchungen auf dieser Basis machen?“ Fritz Schnaller (SPD) rief fast flehentlich dazu auf, das Parkproblem endlich anzupacken („Wir hatten das alles schon“), zur Not in einer Sondersitzung. Peter Plößl (CSU) sprach von einem Wolfratshauser Phänomen. „Wir schaffen es immer wieder, eine Sache über die Jahre zu be-, beziehungsweise zerreden.“ Ihm kommt in der Debatte die S-Bahn-Verlängerung zu kurz. „Wenn die kommt, haben wir eine neue Parksituation.“

fla

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