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Die Blühpfanzen, von denen sich Insekten ernähren, werden immer weniger. 

Initiative des Bund Naturschutz 

Insektensterben: Landkreis soll pestizidfrei werden

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Das allgemeine Insektensterben muss gestoppt werden, fordert der Bund Naturschutz. Deshalb sollen der Landkreis und die Gemeinden mit gutem Beispiel vorangehen und auf Pestizide aller Art verzichten. 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Mittlerweile fällt es auch vielen Bürgern auf, dass die Anzahl an Insekten spürbar zurückgeht. „Eindrücklichster Beleg hierfür sind die nahezu sauberen Windschutzscheiben der Autos in den Sommermonaten“, schreibt der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Friedl Krönauer. Diese subjektive Wahrnehmung wird neuerdings von objektiven Zahlen gestützt: Laut einer wissenschaftlichen Studie des Entomologischen Vereins Krefeld ist die Masse an Insekten seit 1989 um 76 Prozent zurückgegangen. Betroffen sind keineswegs nur die viel beschworenen Honigbienen, sondern auch zahlreiche Fliegen, Käfer und Falter.

Verantwortlich ist laut Krönauer der intensive Einsatz von Pestiziden. Auch hier gibt es eine erschreckende Zahl: 35 000 Tonnen werden jährlich eingesetzt – in der Landwirtschaft, aber auch in Privatgärten und auf kommunalen Flächen. Die fatale Folge der „ausgeräumten Landschaften“: Es fehlen genau die Blühpflanzen, von denen sich die Insekten ernähren.

Der Bund Naturschutz hat sich nun entschlossen, die Initiative zu ergreifen. Weil er laut Gemeindeordnung keine eigenen Anträge stellen kann, werden verschiedene Fraktionen in einer Reihe von Kommunen Anträge einbringen, dass diese mit gutem Beispiel vorangehen und auf ihren Flächen auf Pestizide verzichten. Die Bürgermeister im Landkreis wurden bereits angeschrieben und um Auskunft über die aktuelle Praxis im Umgang mit Pestiziden gebeten. Gleichzeitig haben die Lokalpolitiker Info-Material über alternative Pflegemethoden erhalten. „Das Ziel sollen letztendlich pestizidfreie Kommunen sowie der pestizidfreie Landkreis sein“, so Krönauer.

Dass dies geht ist, haben bundesweit über 200 Kommunen gezeigt, etwa Wolfratshausen sowie Oberau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auch der Kreis Miesbach hat sich 2017 zu dem Ziel bekannt. Darüber hinaus fordert der BN ein grundsätzliches Umdenken bei der Pflege von Wegen, Gärten und Parkanlagen. „Von einem englischen Garten wird keine Biene und kein Schmetterling satt, und hinter so manchem Unkraut verbirgt sich eine traditionelle Heilpflanze“, so Krönauer. Von einer ausreichenden Masse an Insekten hängen auch 60 Prozent aller Vogelarten ab. „Wenn wir diesen Reichtum in unseren Städten und Gemeinden weiterhin haben möchten, sollten wir den Mut haben, Natur zuzulassen und das Aufräumen auf die eigenen vier Wände zu beschränken.“ 

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