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Katz- und Maus-Spiel mit der Justiz

Intensivtäter (21) wird mit zwei Haftbefehlen gesucht

Wolfratshausen – Ein junger Intensivtäter aus Wolfratshausen blieb erneut einer Gerichtsverhandlung fern. Jetzt wird er mit zwei Haftbefehlen gesucht.

Marius D. ist ein schwieriger Fall, um es ganz vorsichtig auszudrücken. Seit frühester Jugend beschäftigt der 21 Jahre alte Wolfratshauser regelmäßig Polizisten, Staatsanwälte und Richter. Gestern sollte gegen den knasterfahrenen jungen Mann eigentlich vor dem Schöffengericht verhandelt werden. Doch D. (Name geändert) erschien nicht. Eine halbe Stunde vor der Verhandlung informierte er seine Pflichtverteidiger telefonisch mit unterdrückter Nummer, dass er nicht kommen werde. Grund sei ein Haftbefehl, den das Amtsgericht Bamberg gegen ihn erlassen hat. Dagegen hat nun ein anderer Rechtsanwalt Beschwerde eingelegt. „Er wolle erst geklärt haben, ob der Bamberger Haftbefehl aufgehoben wird, vorher komme er nicht zum Gericht“, sagte der Rechtsanwalt.

Schon seit geraumer Zeit treibt D. sein persönliches Katz-und-Maus-Spiel mit der Justiz. Auch bei dem jüngsten Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte spielte ein Haftbefehl eine Rolle. Damit wurde der junge Intensivtäter Anfang 2015 gesucht. Dann erkannte ein Polizist das Gesicht von D. in einem Schnellimbiss an der Sauerlacher Straße. Bei der Ausweiskontrolle nahm er Reißaus. Es dauerte eine ganze Weile, ehe der Polizeibeamte und eine Kollegin den Ausreißer in den Dienstwagen verfrachten konnten. Doch D. gelang es zu fliehen, auch dank der tatkräftigen Mithilfe eines Freundes, der inzwischen wegen Gefangenenbefreiung zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden ist.

Doch damit lange nicht genug: Schon fünf Wochen zuvor war D. von der Polizei erwischt worden. Am Dreikönigstag hatte ihn eine Zivilstreife am Münchner Hauptbahnhof aufgegriffen, weil er 0,32 Gramm einer verbotenen Kräutermischung in der Westentasche mitführte. D., schon damals zur Fahndung ausgeschrieben, entkam, weil er statt seines eigenen Namens den seines jüngeren Bruders angab – und diesem damit ein Verfahren einhandelte.

Zur Verhandlung gegen seinen Bruder Anfang dieses Jahres war D. als Zeuge geladen. Auch da erschien er zunächst nicht. Seine Begründung lautete, dass er an einer ambulanten Drogentherapie teilnehme, bei der seine Anwesenheit Pflicht sei. Der erfolgreiche Abschluss der Drogentherapie war die Bedingung dafür, dass ihm von einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rund zwei Jahre zur Bewährung erlassen worden waren. Aber: D. beendete die Therapie nicht erfolgreich. Er wurde wegen positiver Drogentests rausgeschmissen. Deshalb soll er jetzt die Reststrafe absitzen.

Weil D. zum Haftantritt nicht erschien, wurde er erneut zur Fahndung ausgeschrieben. Nun hat der junge Mann zwei Haftbefehle am Hals. Denn das Schöffengericht reagierte auf das Nichterscheinen des flüchtigen Wolfratshausers ebenfalls mit einem Haftbefehl.

So kommt der junge Intensivtäter, selbst wenn er mit der Beschwerde gegen den Bamberger Erlass Erfolg haben sollte, um das Verfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nicht herum. Wenn ihm nicht wieder was Neues einfällt.

rs

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