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Tief Luft holen: Heute wird es in Sachen Hallenbad noch einmal spannend.

Am Dienstagabend im Wolfratshauser Stadtrat

Interkommunales Hallenbad: Das Blatt könnte sich wenden

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Wolfratshausen - Der Wolfratshauser Stadtrat setzt an diesem Dienstag zumindest einen vorläufigen Schlusspunkt unter eine jahrelange Debatte. Das Gremium entscheidet über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens pro interkommunales Hallenbad.

Konkret geht es um die Frage, ob die Flößerstadt sich am jährlichen Betriebskostendefizit des am Geretsrieder Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße geplanten Bads beteiligen wird. 105 000 Euro müssen im Fall des Falles Jahr für Jahr in die Nachbarstadt überwiesen werden.

Günther Eibl, Fraktionssprecher der CSU.

Im September hatte der Stadtrat „Nein“ zur Beteiligung gesagt. Die Entscheidung fiel mit 12:12 Stimmen denkbar knapp aus – ein Patt gilt als Ablehnung. Die Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner hatte geschlossen dagegen votiert – dasselbe taten die die CSU-Stadträte Dr. Manfred Fleischer, Richard Kugler (parteifrei), Helmuth Holzheu und Renate Tilke.

In der Sitzung an diesem Dienstag könnte sich das Blatt allerdings wenden. Der Grund ist das von den drei Wolfratshausern Stefanie Hanna-Necker, Ingrid Schnaller und Fried-Thorsten Jantzen initiierte Bürgerbegehren. Binnen weniger Wochen trug das Trio wie berichtet 4500 Unterschriften zusammen. Mindestens 1258 gültige wären notwendig gewesen. Sogar Bayerns Ex-Ministerpräsident, Wolfratshausens Ehrenbürger Dr. Edmund Stoiber, und seine Ehefrau Karin stellten sich öffentlich hinter das interkommunale Projekt.

Wenige Stunden vor der Stadtratssitzung appellieren Hanna-Necker, Schnaller und Jantzen an den Rathauschef und die Kommunalpolitiker: „Die Bürger von Wolfratshausen erwarten jetzt eine klare Grundsatzentscheidung für die Beteiligung am Betriebskostendefizit für den öffentlichen Betrieb des Hallenbads und eine zügige Umsetzung in einer Zweckvereinbarung. Herr Bürgermeister Heilinglechner, zeigen Sie eine klare Kante!“ Sollte der Stadtrat nicht einlenken, kündigt das Trio einen Bürgerentscheid an: „Wir stehen bereit.“

Josef Praller, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen.

Dass es zu einem Bürgerentscheid kommt, scheint unwahrscheinlich. Denn der Fraktionschef der neunköpfigen BVW, Josef Praller, deutet an, dass die Bürgervereinigung von ihrem kategorischen Nein abrückt. 4500 Unterschriften sind für Praller ein unmissverständliches Signal. Die BVW werde „den Bürgerwillen eins zu eins abbilden“. Das jedenfalls sei seine Empfehlung an die Fraktionsmitglieder, verrät Praller im Gespräch mit unserer Zeitung. Voraussetzung: Der Stadtrat beschließt ohne Wenn und Aber über das von Hanna-Necker, Schnaller und Jantzen formulierte Bürgerbegehren. „Über alte oder wieder neue Beschlüsse rede ich nicht mehr“, kündigt Praller an.

Der Fraktionssprecher der CSU, Günther Eibl, stimmte bereits im September für die Beteiligung am interkommunalen Hallenbad. Er hoffe, dass seinem Beispiel nun noch mehr seiner Parteifreunde folgen. „Ich gehe davon aus, dass alle Stadträte das Zeichen, dass die Bürger uns gegeben haben, verstanden haben“, konstatiert Eibl.

Die Vertreter der SPD und der Grünen sind im Gegensatz zu den Räten der BVW und Teilen der CSU leicht auszurechnen: Sie votierten schon vor vier Wochen allesamt für die Beteiligung am Betriebskostendefizit des Bads. Sowohl Sozialdemokraten als auch Grüne hatten Hanna-Necker, Schnaller und Jantzen zudem bei der Unterschriftensammlung unterstützt. Das heißt: Mindestens acht Ja-Stimmen wird’s geben. Die öffentliche Sitzung beginnt an diesem Dienstag um 18 Uhr im Rathaus.

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