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Neuer Vorschlag aus Wolfratshausen

Hallenbad: Jetzt soll ein großes Spaßbad gebaut werden

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Wolfratshausen – Es gibt einen neuen Vorschlag in der Diskussion um den Hallenbadbau: Wolfratshausens Bürgermeister denkt über ein großes Schwimm- und Spaßbad nach. Das will er mit Geretsried bauen – in der Mitte zwischen den Städten.

Ein neues Schwimmbad dürfte ruhig teuer werden. „Ich bin bereit, die gleichen Kosten wie Geretsried zu bezahlen“, sagte Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Donnerstagabend in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW). Dafür müsse es aber ein „echtes interkommunales Projekt“ werden, bei dem die beteiligten Kommunen das neue Bad gemeinsam planen, bauen und betreiben. Die derzeitige Idee für das Hallenbad in Geretsried würde diese Kriterien nicht erfüllen – wegen des „einseitigen Besitztums der Stadt Geretsried“. Die Beteiligten sollten nur das Geld beisteuern, während Geretsried das Sagen habe.

Heilinglechner bringt einen neuen Vorschlag ins Gespräch. „Eine wirklich interkommunale Lösung ist der gemeinsame Bau eines Hallen-, Sport- und Freizeitbads der beiden Mittelzentren“, sagte er. Mit gleichen Rechten und Pflichten für beide Seiten und einer gemeinsamen Kostenaufteilung, kombiniert mit einem privaten Freizeit- und Spaßbadbetreiber. „Und in der Mitte der beiden Mittelzentren“, beispielsweise auf dem Buchberger Feld. „Wenn wir für 40 Jahre Geld ausgeben, dann für ein Projekt, das das Bedürfnis von Familien und Senioren abdeckt.“ Möglich sei, nur mit Geretsried oder auch den Landgemeinden und dem Kreis zu planen.

Erklärt seine Pläne: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) schlug in der Monatsversammlung der Bürgervereinigung vor, ein „echtes interkommunales Bad“ zu bauen.

Kurzfristig sei die Idee nicht umsetzbar, räumte der Bürgermeister ein. Jetzt sei sowieso erst Geretsried im Zug. Bei einer Zustimmung zum jetzigen Modell wäre die Möglichkeit aber für dreißig Jahre verbaut gewesen, so Heilinglechner. Wichtig sei nun, weiter Gespräche zu führen „und nicht die Tür zuzuschlagen“. Ein erstes Treffen gab es am Freitag mit Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller und Landrat Josef Niedermaier.
 
Insgesamt diskutierten 36 Personen im Wirtshaus Flößerei über das Thema Hallenbad. Die Fraktion der BVW hatte sich zehn Tage zuvor wie berichtet geschlossen gegen eine Beteiligung am Betriebskostendefizit des geplanten Hallenbads ausgesprochen. Der Stadtrat stimmte wie berichtet Patt, das bedeutet mit Nein.

„Wir werden keinen Vorwahlkampf führen, heute geht’s um Zahlen, Daten, Fakten“, erklärte BVW-Vorsitzender Thomas Eichberger. Seine Gruppierung habe zuletzt viel einstecken müssen, aber auch Zuspruch erfahren. Man wolle ein gemeinsames Bad bauen, aber nur als gleichwertiger Partner. „Wir sollen zahlen und haben kein Mitspracherecht.“ Es gebe geltende Vereinbarungen, dass Wolfratshausen nicht für das Defizit aufkommen muss – und plötzlich überlege es sich die Nachbarstadt anders.

„Wir machen uns Gedanken, welche Alternative wir anbieten können“, sagte Fraktionsvorsitzender Josef Praller. Die bisherigen Ergebnisse seien „sehr gut“ gewesen, bis Geretsried neue Fakten geschaffen habe. Stadtrat Helmut Forster sprach von einer „einseitigen Kündigung des Vertrauensverhältnisses“.

dor

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